Samstag, 24. Februar 2018

Ankunft

Vor Kurzem landeten H., A. und ich in Ghanas Hauptstadt Accra, nach einem langen, teilweise schaukeligen Flug über den Wüstensand der Sahara.
Noch morgens an unserem heimatlichen Flughafen waren wir umgeben von Eis und Schnee, am selben Abend schlug uns beim Austreten aus dem Flugzeug die heiße Luft Afrikas entgegen. Was für ein Kontrast das war, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Das war der Moment, bei dem ich realisierte, dass wir wirklich angekommen waren. Ich war froh, dass bis jetzt alles geklappt hatte. Unsere Gelbfieberimpfung wie das Visum konnten wir wie verlangt vorzeigen und die Malaria-Tabletten waren geschluckt. Wir waren bereit für Ghana.

H.'s guter Freund B. holte uns ab, da wir bei ihm zwei Tage in Accra unterkommen sollten. Gastfreundschaft wird in Ghana hoch angesehen, daher holte er unterwegs noch drei Flaschen Bier. Mit denen stießen wir auf der Veranda von B.'s Haus an und freuten uns, angekommen zu sein. Das flache, gelbe Haus mit dem Eingangstor und den Zimmern voller Fliesen war mein erster Eindruck, den ich von Accra hatte. Die Nacht war warm, irgendwo bellte ein Hund und der Sand auf der Straße war mahagonifarben. Wir saßen noch eine Weile draußen und brachten B. ein paar Wörter auf Deutsch bei. Amtssprache hier in Ghana ist übrigens Englisch, aber es gibt noch sehr viele Sprachen nebenbei, von Region zu Region unterschiedlich, die ich mir nicht alle vom Namen her merken kann.
Wenig schliefen wir tief und fest. Ich war ziemlich erschöpft vom Flug, zugleich sehr gespannt, was uns die kommenden Tage erwartete.

Zunächst schreibe ich ein paar Dinge auf, die ich direkt am Anfang lernte:

1. Es wird richtig viel mit Reis gegessen (und zwar so scharf, dass ich selten ohne Taschentücher auskomme). Vielleicht sieht nicht alles auf den ersten Blick appetitlich aus, aber es macht sehr satt und schmeckt exotisch.
2. Geduscht wird hier mit einem Eimer Wasser über den Kopf, den man beim Wassertank vorm Haus nachfüllen kann. Das mag spartanisch klingen, aber bei 30 Grad Hitze ist es gar nicht so unangenehm, sich kaltes Wasser übers Haupt zu giessen. Die Toilette spült man auf gleiche Weise.
3. Auf der Strasse laufen viele Menschen mit einer Schüssel o.ä. auf dem Kopf herum und verkaufen unterschiedlichste Sachen, die sie darin transportieren, an die Passanten oder vorbeifahrenden Autos. So etwas hatte ich zuvor nie gesehen.

Eins kann ich für den Anfang zunächst auch nochmal deutlich feststellen: Dieses Land hier ist ganz anders als das, was ich bisher kenne. Und deshalb bin ich ja auch hier.



Mittwoch, 7. Februar 2018

Auf nach Ghana

Es ist nun über zwei Jahre her, dass ich meine Rundreise durch Asien gemacht habe. In meinem Leben ist seitdem wieder eine Menge passiert, doch das Reisefieber hat mich seitdem nie mehr losgelassen. Tatsächlich steht nun meine zweite größere Reise an: Es geht nach Ghana in Westafrika.

Wie kam es dazu? Als ich anfing, zu studieren, lernte ich meine Freundin H. kennen. Sie war zur Uni gekommen, nachdem sie ein Jahr lang in Ghana gewesen war. Sie erzählte mir, was sie dort erlebt hatte, von den Menschen, von der Kultur und von der vielen Sonne. Zwischendurch reiste sie öfter dorthin und ich fand es jedesmal spannend, von ihren Erlebnissen zu hören. Zusammen mit uns studierte unsere Freundin A. Als H. im Herbst wieder nach Hamburg kam, berichtete sie uns bei einem gemeinsamen Abendessen wieder von dem, was sie erlebt hatte, und von ihrem Traum, eines Tages dort in einem Haus am Strand zu leben. "Wenn das so ist", sagte ich mit einem Augenzwinkern. "Dann komme ich dich besuchen.". Diesem Vorschlag schloss sich A. an.
Doch so lange sollte es gar nicht dauern, denn H. schlug vor, dass wir auch innerhalb der nächsten Monate mit ihr nach Ghana kommen könnten und eine Rundreise machen können. Mein Fernweh und meine Abenteuerlust, die ich vor der Asienreise zuletzt so sehr gehabt hatte, meldeten sich in mir wieder. Die Gelegenheit, endlich wieder zu reisen, war zum Greifen nahe. Ich war Feuer und Flamme.

Die letzten Wochen hatte ich einiges zu tun, zum Beispiel ein Visum beantragen (Notiz an alle, die Gleiches vorhaben: Schickt immer den Original-Pass zum Konsulat und nicht nur eine Kopie, das erspart euch Stress!), mich impfen lassen und Sachen packen. Wenn man mit einem Backpacker-Rucksack drei Wochen durch ein Land reist, indem die Menschen arm sind, Luxusgüter wie Seife und Co gering sind, und man sich vor fiesen Mücken und Krankheiten schützen muss, ist sorgfältige Vorbereitung gefragt.

Doch nun ist es tatsächlich in einer Woche so weit: Wir drei Mädels werden dann in den Flieger steigen und touren am Meer entlang, von Ort zu Ort.
Warum gerade Ghana, fragen sich viele jetzt, wo doch so viele Menschen von dort gefährliche Reisen auf sich nehmen, um in ein so beschütztes Land wie Deutschland zu kommen, statt umgedreht.
Wenn ich Orte kennen lernen will, die anders sind, als das, was ich sonst so kenne, bin ich dort richtig, denke ich. Und ich habe Menschen an meiner Seite, die mir das Land so zeigen können, wie es wirklich ist.
Auf meinem Blog möchte ich dies gern wieder mit euch teilen, liebe Leser/innen, und bin gespannt, was ich erlebe.