Samstag, 7. März 2026

An die Mosel: Cochem und die Burg Eltz

M. und ich hatten für den September einen Kurztrip nach Cochem an die Mosel geplant. Dazu verbrachten wir zuerst eine Nacht in Köln und fuhren am Folgetag ins Saarland. Der Bahnhof von Cochem war ziemlich entspannt, genau wie der Ort, durch den wir in der frischen Morgenluft schlenderten. 

Besonders schön war es am Ufer der Mosel, von dem wir auch die auf den Hügeln thronende Reichsburg von Cochem sehen konnten. Hier befand sich auch eine Brücke auf die andere Seite, wo viele Bänke dazu einluden, sich hinzusetzen und die Kulisse aus Burg, den der bunten Häusern und der Spiegelung im Wasser zu genießen. M. und ich ließen hier auch einen Abend ausklingen und konnten beobachten, wie sich einige Menschen um uns herum es sich mit einer Flasche (Mosel-)Wein gemütlich machten.

Das Moselgebiet zeichnet sich auch stark durch seinen Wein aus: Im Ort fand M. sogar ein Riesling-Eis, das sich laut der App "Happy Cow", die vegane Spots überall auf der Welt anzeigt, und war überrascht, wie gut dies schmeckte. 

In Cochem gibt es einen nostalgischen Sessellift, den M. und ich uns nicht entgehen ließen: In gemütlichem Tempo ging es den Hügel hinauf und einige Zeit später, nachdem wir die Aussichtspunkte besucht hatten, wieder hinab ins Tal. Anders als auf Capri konnten M. und ich gemeinsam in einem Sessellift sitzen.

Als Unterkunft hatten wir auch eine ungewöhnliche Option ausfindig gemacht: Auf dem Campingplatz, der fußläufig vom Ortszentrum entfernt war, nächtigten wir in einem Zelt auf Stelzen. Bettwäsche und alles, was an Zubehör gebraucht wurde, stand uns vor Ort zur Verfügung. 
Unter der Holz-Plattform mit dem Zelt befand sich eine Hängematte, in der wir ein wenig entspannten, wenn wir nicht gerade den Ort erkundeten. Leider regnete es die Nächte so stark, dass die Matratze in unserem Zelt an den Fußenden nass wurde. Dabei war ich froh, dass wir nur drei Nächte auf dem Campingplatz verbringen mussten.

Cochem ist nicht weit entfernt von der Burg Eltz. Diese in Deutschland sehr bekannte, märchenhaft anmutende Burg besuchten wir innerhalb eines Tagesausflugs. Dazu nahmen wir die Bahn nach Hatzenport und stiegen in einen Linienbus, der uns nach Wierschem zu dem Wäldchen nahe der Burg brachte. Wir waren möglichst früh aufgestanden und konnten die Burg daher noch in morgendlicher Ruhe erleben, bevor der Besucher*innenandrang kam.

Insgesamt war Cochem für uns wieder ein kleines Abenteuer, bei dem auch Zeit in der Natur nicht zu kurz gekommen war, und wir zudem eine unkomplizierte Anbindung mit dem Zug hatten, sehenswertes Panorama während der Strecke an der Mosel entlang inklusive. 


Stella Maris Camogli

Nach den Tagen in La Spezia wartete noch ein ganz besonderes Ereignis auf M. und mich, auf das wir uns schon lange freuten: Das Fest Stella Maris, wörtlich "Sternenmeer", bei dem Tausende Kerzen ins Meer gelassen werden. Diese Tradition kommt daher, dass die Mutter Maria durch die Seefahrer auf diese Weise geehrt wurde, und besteht bis heute. Vor drei Jahren waren M. und ich das erste Mal in Camogli gewesen und hatten uns prompt in den Küstenort verliebt. Zu dem Zeitpunkt hatten wir das Stella-Maris-Fest knapp verpasst und auch erst vor Ort von dessen Existenz erfahren. 
Seit dem letzten Mal in Camogli verbinde ich den Ort mit bunten Farben, Meeresluft und italienischer Leichtigkeit. Als wir den Bahnhof erreichten, fühlte sich Camogli für uns sofort wieder vertraut an. Wieder hier zu sein war genauso schön wie damals.

Wir hatten uns eine Unterkunft im Ort selbst gegönnt und diese vorsorglich gebucht, da die Unterkünfte in Camogli rar sind, zur Zeit von Stella Maris vermutlich ganz besonders. Wir mussten nur eine Treppe hinablaufen und waren von der Ferienwohnung aus direkt an der Strandpromenade. 

Den Morgen am großen Tag des Stella-Maris-Fests tranken wir in der gleichen Kaffeebar wie drei Jahre zuvor einen Caffé, diesmal drinnen am Tresen, und spazierten dann über den menschenleeren Steinstrand. Ich lief durch die Brandung und konnte das Feeling, das ich hier vor drei Jahren hatte, wieder aufleben lassen. 

Schon am Nachmittag konnten wir den Auslauf des Dragun, einem etwa zehn Meter langen Ruderboots mit zwei Masten,  aus dem Hafen beobachten. Das bunte Boot wurde aus einem Ruderboot gebaut und spielt in seiner Aufmachung auf die Piratenüberfalle vergangener Zeiten an. Der Dragun gehört weltweit zu den einzigen Schiffen, die als UNICEF-Botschafter ausgezeichnet wurden.

Unsere Etappe nutzten wir, um ein wenig die Seele baumeln zu lassen, nachdem wir die Tage zuvor viel auf Entdeckungstour gewesen waren. M. nutzte die Gelegenheit, sich noch eine Granita zu gönnen. Wir fanden auch kreisrunde Farinata, die wir schon letztes Mal in Ligurien sehr schätzen gelernt hatten.

Wir fanden uns abends am Strand ein, an dem es uns viele Menschen gleich taten und genauso dem Event entgegenfieberten wie wir. Bis zur Dämmerung blieben wir an unserem Platz, den wir am Strand ergattert hatten, und sprangen, solange es noch hell war, zwischendurch immer mal wieder ins angenehm kühle Meer. Mit Einbruch der Dämmerung wurden die schwimmenden Kerzen von Ehrenamtlichen gegen eine Spende ausgeteilt. M. und ich bekamen direkt fünf Stück ausgehändigt. 

Sobald es dunkel war, wurden die Kerzen schwimmen gelassen. Ich war so verzaubert von der Atmosphäre, dass es mir nichts ausmachte, mit meinem Sommerkleid ins noch warme Meer zu laufen und die Kerze in meiner Hand schwimmen zu lassen. Nachdem die Kerzen das Wasser erhellten, kam der Dragún vorgefahren und bot mit einiger bunter Pyrotechnik ein Schauspiel, das dem Abend die Krone aufsetzte. Für mich und M. war der letzte Abend in diesem Urlaub damit ein wunderschöner Abschluss.

Der schiefe Turm von Pisa

Bevor M. und ich in La Spezia waren, hatten wir noch ein kleines Highlight auf dem Weg dorthin: Pisa.

"Und hast du schon Flashback zu früher?", fragte mich M. auf dem Weg zum schiefen Turm von Pisa. Tatsächlich war ich vor zwanzig Jahren das letzte Mal hier gewesen, als ich Kind war und mit meiner Familie meine Tante besucht hatte, die in die Toskana ausgewandert war. Sogar noch ein Souvenir, einen schiefen Turm im Miniatur-Format, hatte ich davon zuhause, das M. und ich in einer Wohnung länger als Deko auf dem Küchentisch stehen hatten. "Noch gar nicht so sehr", beantwortete ich M.'s Frage. "Auch wenn ich die Erinnerung daran noch im Kopf habe."

Der Piazza dei Miracoli, auf dem sich der schiefe Turm befindet, war voll mit Menschen, für Tourist*innen war das schließlich auch der beliebteste Spot der Stadt. Seit 1987 ist der schiefe Turm sowie der gesamte Piazza Miracoli UNESCO-Weltkulturerbe. Seinen Namen hat er nicht von ungefähr: Da der Untergrund aus Lehm, Sand, Schlamm dem Flussdelta von Pisa entstammt und nachgiebig war, sackte eine Seite des Turms rascher ab als die andere. Auch, als wir davor standen, wirkte der Turm extrem schief - was ihn so berühmt macht und möglicherweise ein Beispiel dafür ist, wie sehr das Unperfekte gefeiert wird. Das gerade stehende Baptisterium neben dem schiefen Turm ist schließlich genauso prächtig und präsent von der Architektur wie der schiefe Turm - und doch gilt die weltweite Aufmerksamkeit Letzterem. 

Nachdem wir den Platz um den schiefen Turm etwas erkundet hatten, schlenderten wir durch die Gassen der Stadt wieder in Richtung Bahnhof. Pisa selbst war für uns nicht so spannend wie der Piazza dei Miracoli. Als Zwischenstopp war Pisa daher perfekt. Dem schiefen Turm einen Besuch abzustatten, hatte sich spontan ergeben, als ich beim Aufruf des Fahrplans der Trenitalia, dem italienischen Bahnsystem, festgestellt hatte, dass wir auf dem Weg von Florenz nach La Spezia in Pisa umsteigen konnten. Nach einigen Stunden Pisa nahmen wir den Zug nach La Spezia, unserer nächsten Etappe.

La Spezia und Portovenere: Fruchtgenuss und Parade


Nach den Tagen in Florenz ging in wenigen Stunden in Richtung Küste. Einen Strand hat La Spezia nicht, dafür eine hübsche Palmenpromenade und einen ausschweifenden Hafen mit einem süßen kleinen, roten Leuchtturm.

Auf dem Weg nach Portovenere liefen M. und ich an einem Markt voller Obststände vorbei. "Ein bisschen frisches Obst wäre nun eigentlich nicht schlecht", bemerkte ich, "Wie wär's, wir laufen da einmal rüber?" Frische Melonen reihten sich an Nektarinen, Mirabellen und Trauben, sodass ich erst Mühe hatte, mich für einen Stand zu entscheiden. An einem Stand strahlte uns die Verkäuferin unübersehbar an.

"Wollen wir dahin?", fragte mich M., "Die Verkäuferin lächelt uns so nett an." Wir entschieden uns für eine halbe Galia-Melone und ein paar Nektarinen, während die Verkäuferin ein wenig auf Englisch mit uns plauderte und dabei für den gleichen Kaufpreis der halben Melone die ganze zurechtschnippelte. "Schnell" sagte sie, "Das ist ein deutsches Wort, das ich gelernt habe."

Zwischen Palmen futterten wir kurz danach die Melone, da wir noch ein wenig Zeit bis zur Ankunft der Fähre hatten. Die Fähre brachte uns dann innerhalb weniger als einer Stunde nach Portovenere.

Portovenere lockte mit einer bunten Kulisse, wofür ich mich wieder und wieder begeistern kann: Orte mit bunten Häusern finde ich einfach wundervoll. Der Ort war sehr verträumt und gut, um ein wenig herunterzukommen und sich von der entspannten Atmosphäre anstecken zu lassen. 

Es gab auch eine Burg direkt am Wasser, die zum Einen selbst malerisch aussah und zum Anderen einen malerischen Blick durch die Rundbögen aus Stein aufs Meer bot. Die zerklüfteten Felsen, zu denen M. und ich ein Stück weiter herabsteigen konnten, luden ein, um ein wenig in der Sonne zu verweilen. 

Als wir zurück zum Hafen gingen, konnten wir einige Anwohner*innen beobachten, wie sie ein Gestell aus Pappmaché vorbereiteten. Wir hatten auch eine Ahnung wofür, nachdem wir ein wenig in La Spezia herumgegangen waren: Am gleichen Abend sollte eine Parade für die Ruderboot-Vereine der verschiedenen Orte in La Spezia stattfinden. 

Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Die Parade war riesig und, wie wir es schon von italienischen Festen kannten, wurden solche Festivitäten sehr ausgiebig gefeiert. Die verschiedenen umliegenden Orte, präsentierten nicht nur die Ruderbootfahrer, sondern Menschen aus dem Ort in verschiedensten Kostümen und Mottos. Es tanzten Menschen in Bäcker-Kostümen neben Jongleuren und einem sich  voran schlängelnden Drachen vor einem Schwertkämpfer und Burgherren sowie -frauen. All das konnten wir in der Hauptstraße mitten in La Spezia miterleben, nachdem wir aus Zufall darauf gestoßen waren.

Florenz: Die Stadt der Sonnenuntergänge

Im letzten Sommer sollte die Reise an die Amalfi-Küste nicht unsere einzige Reise nach Italien werden: Im August und auch im Winter waren schon M.s und meine nächsten Urlaube geplant, die in das Lieblingsland von M. gehen sollten.

Im August war Florenz die nächste Destination, die in Italien auf uns wartete. Die Medici-Stadt war für uns aus Norddeutschland innerhalb eines Tages mit dem Zug erreichbar. Frühmorgens brachen wir auf und erreichten Florenz noch vor dem Sonnenuntergang. Die Sonnenuntergänge in dieser Stadt sollten noch ein großes Thema werden in diesem Urlaub.
Zuerst erwartete uns ein leichter Regen und dann ein Regenbogen: Witzigerweise genauso wie an unserem ersten Tag in Raito an der Amalfiküste. Ob das Italiens Art war, uns aufs Neue willkommen zu heißen?

Die bekannte Kathedrale von Florenz, der Duomo, war so weiß, dass er geradezu im Dunkeln leuchtete. Kurz zogen wir in Erwägung, die Kuppel zu besichtigen, doch wie wir am folgenden Tag mit eigenen Augen sehen konnten, befand sich eine sehr lange Schlange vor dem Bauwerk, die sich um den Großteil des Gebäudes wand- und das schon ab 10 Uhr morgens. Interessanterweise war der Duomo im Vergleich zu anderen bekannten Bauwerken, die oftmals kleiner als in M.s Vorstellung waren, wirklich gewaltig. Auch im Dunkeln leuchtete er in seiner weißen Farbe und trug zu einer romantischen Atmosphäre bei, die von den Musiker*innen rundherum noch unterstrichen wurde.

Wir flanierten über die Brücke Ponte Vecchio, die von Juweliergeschäfte gesäumt war, und erkundeten die Stadt zu Fuß, futterten Marinara sowie veganes Streetfood sowie besuchten einen hier sehr bekannten nostalgischen Fotoautomaten. An einem Morgen entdeckten M. und ich zufällig eine etwas unscheinbare, in einer Nebenstraße gelegene Café-Bar nahe des Zentrums (aus Erfahrung wissen wir, dass dies meistens die besten sind). Dort lernte ich ein neues italienisches Kaffee-Getränk kennen: Shakerato. Und ich liebte es. Caffé Shakerato wird aus Crush-Ice und Espresso sowie Zucker schaumig gemixt, sodass ein kaltes Erfrischungsgetränk entsteht. Wenn keine weiteren Zutaten enthalten sind, ist es vegan.

Der Sonnenuntergang in Florenz war nicht einfach nur der Zeitpunkt, an dem die Sonne hinter der Stadt versank, sondern er war geradezu ein Highlight, das von einem Publikum gefeiert wurde, mit Blick auf die Skyline, aus der der Duomo im goldenen Abendlicht herausstach. So war es gar nicht einmal verwunderlich, dass sich ein chinesisches Hochzeitspaar zu uns auf die Stufen gesellte und sich sowohl im Licht der untergehenden Sonne sowie im Applaus der Menge sonnte. Es wurde ein Foto von dem Brautpaar aufgenommen, zusammen mit uns Anwesenden auf der Treppe. "Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt demnächst in einem Hochzeits-Fotoalbum von ihnen", überlegte ich. Danach kam ein Pizzalieferant auf einer Vespa angefahren, um an eine Gruppe Pizza zu liefern, die sich das ebenfalls mit Blick auf den Sonnenuntergang gemütlich gemacht hatte. Und dann kam noch ein chinesisches Brautpaar. Und noch eins, wie ich erstaunt feststellte. 
Das war  Florenz, für viele der Inbegriff von italienischer Romantik.

Samstag, 23. August 2025

Dolce far niente: Was ich während meiner Italienreisen gelernt habe


Es gibt ein paar Dinge, die ich erst lernte, nachdem ich einige Male nach Italien gereist bin und die ich hier gern mit euch teilen möchte:

1. In Italien ist es allgemein üblich, den Espresso am Tresen genossen und dann geht's weiter. Es ist immer eine gute Idee, den Caffé am Tresen zu trinken. Dort ist er am günstigsten und es kommt kein Coperto, eine in Italien allgemeine Gebühr für den Sitzplatz, drauf.  Übrigens: Latte Macchiato und Capuccino werden in Italien nicht mehr nach 11 Uhr getrunken, mit allem anderen outet sich mensch direkt als Tourist*in.

2. Pasta wird grundsätzlich nur mit einer Gabel in Italien gegessen, nicht mit dem Löffel. Einen Löffel zu benutzen ist quasi so, als würden wir die Italiener*innen in ihrer Esskultur beleidigen. In etwa so schlimm, als würden wir Pizza Hawaii in einer Pizzeria bestellen (ich habe in vielen italienischen Städten sogar Initiativen gegen Ananas auf Pizza gesehen).

3. Wenn der Urlaub nicht gerade in Tourismus-Hochburgen stattfindet (und selbst hier), sollte nicht davon ausgegangen werden, dass die Kommunikation auf Englisch stattfinden kann. Ein paar grundlegende Vokabeln wie Buongiorno (Guten Tag), "grazie" (danke) und "per favore" (bitte) sowie einige weitere können die Unterhaltung erleichtern und erfreuen das Herz der Muttersprachler*innen.

4. Für Bahnfahrer*innen: Wenn am Bahnhof ein Ticket für eine Fahrt mit der Trenitalia, der italienischen Bahn, gekauft wird, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sie an entsprechenden Automaten abgestempelt wird. Sonst ist sie trotz Uhrzeit auf dem Ticket nicht gültig. Busfahrkarten können meistens in einer Tabacceria, also in Tabakläden oder Kiosks nahe der Halrestelle erworben werden.

5. Bei Urlauber*innen ist der Verkehr in Italien oft gefürchtet. "Wenn man durch Neapel fährt, muss man aufpassen, dass man nicht stirbt", stellte meine Freundin T. einmal nach einer Klassenfahrt dorthin fest. Und doch haben M. und ich herausgefunden: Der Verkehr mag chaotisch, laut und wild sein und doch findet alles seinen Weg. Wenn wir zielstrebig über die Straße gelaufen sind und quasi nonverbal mit den Autofahrer*innen kommuniziert haben (Italiener*innen halten sehr viel auf nonverbale Kommunikation, siehe die zahlreichen Handgesten), hielten die Autos auch brav und nicht zu knapp für uns an.

6. Je unspektakulärer ein Laden aussieht in Italien, desto mehr lohnt er sich öfters. Zwei Straßen von der hoch gehypten Piazza gibt es den Caffé für 1,20 Euro statt 4 oder 5 Euro (Am Markusplatz sogar noch mehr), die Atmosphäre wirkt entspannter und authentischer und die Lebensmittel sind oft besser. 

7. In Italien ticken die Uhren langsamer. Es wird sich Zeit genommen, Essen zu genießen (das sich in Italien absolut lohnt, wie ich schon häufig berichtet habe), Kaffee wird nicht gekippt als Wachmacher wie so häufig in Deutschland - nein, Kaffee ist Genuss, ein Erlebnis für sich- und die Tätigkeiten werden mit Hingabe gemacht. Gleichzeitig ist da "Dolce far niente", das süße Nichtstun, das zelebriert wird und alles andere als Faulheit oder Unproduktivität bedeutet, sondern den Genuss des gegenwärtigen Moments. Das ist wahrscheinlich mit ein Aspekt, weshalb viele Besucher*innen, inklusive M. und mir, im Land das Lebensgefühl dort voller Begeisterung aufsaugen.

Auf Wiedersehen, Italien

Am Morgen unserer Abreise machten M. und ich uns an den Abstieg mit unseren Koffern in Richtung des Bahnhofs Vietri sul Mare. 
Ich spähte noch ein letztes Mal einmal zur Terrassentür hinaus, wo sich die aufgehende Sonne abzeichnete. Nun war es Zeit, nach dieser tollen Woche Abschied von der Amalfiküste zu nehmen.
Doch mit unserem Abschied ging auch die Gewissheit einher, dass wir zwei Monate später wieder in Italien sein würden- und selbst Ende dieses Jahres noch einmal an der Amalfiküste reisen würden, um Weihnachten in Atrani zu verbringen.
Ich habe die Erfahrung gemacht: Wenn der nächste Trip gebucht ist, fühlt sich der Abschied schon nicht mehr ganz so schwer an. Dann würden wir unter anderem wieder in Ligurien sein, das uns schon einmal sehr begeistert hatte. 

Wir nahmen den Zug nach Padua, wo wir den kurzen Aufenthalt für einen Einkauf nutzten, und dann ging es weiter unsere Lieblingsstrecke durch die Alpen bis nach München. In München hatten wir direkt am Hauptbahnhof ein Zimmer gebucht und fielen nach dem Reisetag erschöpft, doch immer noch beseelt von den letzten Tagen ins Bett. Den Tag danach hatten wir noch etwas Zeit, die Innenstadt Münchens zu Fuß erkunden. 
Dort war gerade die Erdbeersaison eingeläutet worden, sodass wir ein paar Erdbeeren naschen konnten. Zudem hatte ich ein veganes Restaurant ausfindig gemacht, das äthiopisches Essen anbot: Wir bestellte jeweils eine Platte mit einem Mix aus den verschiedenen Spezialitäten und waren damit gut gestärkt für die weitere Fahrt nachhause. Dort angekommen, würden wir schon anfangen, uns auf das nächste Mal Italien zu freuen.