Vor Kurzem landeten H., A. und ich in Ghanas Hauptstadt Accra, nach einem langen, teilweise schaukeligen Flug über den Wüstensand der Sahara.
Noch morgens an unserem heimatlichen Flughafen waren wir umgeben von Eis und Schnee, am selben Abend schlug uns beim Austreten aus dem Flugzeug die heiße Luft Afrikas entgegen. Was für ein Kontrast das war, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Das war der Moment, bei dem ich realisierte, dass wir wirklich angekommen waren. Ich war froh, dass bis jetzt alles geklappt hatte. Unsere Gelbfieberimpfung wie das Visum konnten wir wie verlangt vorzeigen und die Malaria-Tabletten waren geschluckt. Wir waren bereit für Ghana.
H.'s guter Freund B. holte uns ab, da wir bei ihm zwei Tage in Accra unterkommen sollten. Gastfreundschaft wird in Ghana hoch angesehen, daher holte er unterwegs noch drei Flaschen Bier. Mit denen stießen wir auf der Veranda von B.'s Haus an und freuten uns, angekommen zu sein. Das flache, gelbe Haus mit dem Eingangstor und den Zimmern voller Fliesen war mein erster Eindruck, den ich von Accra hatte. Die Nacht war warm, irgendwo bellte ein Hund und der Sand auf der Straße war mahagonifarben. Wir saßen noch eine Weile draußen und brachten B. ein paar Wörter auf Deutsch bei. Amtssprache hier in Ghana ist übrigens Englisch, aber es gibt noch sehr viele Sprachen nebenbei, von Region zu Region unterschiedlich, die ich mir nicht alle vom Namen her merken kann.
Wenig schliefen wir tief und fest. Ich war ziemlich erschöpft vom Flug, zugleich sehr gespannt, was uns die kommenden Tage erwartete.
Zunächst schreibe ich ein paar Dinge auf, die ich direkt am Anfang lernte:
1. Es wird richtig viel mit Reis gegessen (und zwar so scharf, dass ich selten ohne Taschentücher auskomme). Vielleicht sieht nicht alles auf den ersten Blick appetitlich aus, aber es macht sehr satt und schmeckt exotisch.
2. Geduscht wird hier mit einem Eimer Wasser über den Kopf, den man beim Wassertank vorm Haus nachfüllen kann. Das mag spartanisch klingen, aber bei 30 Grad Hitze ist es gar nicht so unangenehm, sich kaltes Wasser übers Haupt zu giessen. Die Toilette spült man auf gleiche Weise.
3. Auf der Strasse laufen viele Menschen mit einer Schüssel o.ä. auf dem Kopf herum und verkaufen unterschiedlichste Sachen, die sie darin transportieren, an die Passanten oder vorbeifahrenden Autos. So etwas hatte ich zuvor nie gesehen.
Eins kann ich für den Anfang zunächst auch nochmal deutlich feststellen: Dieses Land hier ist ganz anders als das, was ich bisher kenne. Und deshalb bin ich ja auch hier.
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