Donnerstag, 17. März 2022

Über Dresden ins Elbsandsteingebirge

Zu Beginn meines 26. Lebensjahrs warteten die ersten Reise-Highlights des Jahres auf mich, während der ich mit meinen Leben eine tolle Zeit erleben wollte.
Einige Wochen vorher buchte ich somit mit meinem Freund M. ein Geburtstags-Wochenende in Dresden und im Elbsandsteingebirge. In meiner Kindheit war ich dort schon mehr als einmal gewesen, doch ich erinnerte mich nur wenig daran. Lediglich der Blick auf die herbstliche Felsenlandschaft war mir dunkel im Kopf geblieben. Als Kind hatte ich viele Orte und Landschaften noch bei Weitem nicht mit der Neugier und Faszination wahrgenommen, die ich jetzt des Öfteren auf meinen Reisen habe.

Die Dresdner Innenstadt wirkte auf uns ziemlich barock mit den schmucken Gebäuden im gotischen Baustil. Ich fühlte mich etwas zu meinem Trip nach Prag versetzt, da die Architektur dort verblüffend ähnlich ist- da wundert es auch nicht, dass Prag nicht weit entfernt von hier liegt. Doch wir sahen nicht nur die barocken, älteren Ecken der Stadt. Nachdem wir über die Brücke über die Elbe am goldenen Reiter-Denkmal vorbeigelaufen waren und uns nach etwas zu essen umsahen, konnten wir jede Menge Döner- und Pizzaläden ausmachen- was wiederum einen starken Kontrast zu dem Bild, das viele von Dresden im Kopf haben, darstellt. In einem veganen Restaurant mit asiatischen Speisen ließen wir uns schließlich nieder. Nach der kurzen Nacht zuvor und der Anreise merkte ich, wie meine Energie allmählich herunterfuhr, und machte mich voller Appetit über das Essen her. In der aufkommenden Dunkelheit spazierten M. und ich über die Brücke zurück zu unserem Hostel und konnten dabei noch einen Blick auf die golden angeleuchtete Kuppel der bekannten Frauenkirche sowie auf die anderen angeleuchteten Gebäude der Stadt werfen. Allzu lang wurde unser Abend nicht mehr, da unser Wecker am nächsten Morgen bereits gegen 5 Uhr klingelte- wir hatten etwas vor...

Mein Wunsch war es gewesen, zu Sonnenaufgang im Elbsandsteingebirge zu sein und die Stille der Natur zu Tagesbeginn zu genießen. M. und ich schmierten uns ein paar Sandwiches und stiegen in die Bahn, die an der Elbe entlang zum Kurort Rathen fuhr. Von der Bahn aus konnten wir kurz vor unserem Ziel bereits die Basteibrücke erspähen. Im nächsten Schritt mussten wir, um von der Bahnhofseite aus zu der Seite des Elbsandsteingebirges zu gelangen, die Elbe mit einem Boot überqueren. Witzigerweise funktionierte das Boot völlig ohne Motor, sondern wurde durch ein Seil gehalten, weshalb der Bootsführer es innerhalb kurzer Zeit mithilfe eines Ruders ans andere Ufer schaffen konnte. Da das Boot sich ohne Motor absolut leise und langsam durchs Wasser bewegte, bemerkten wir kaum, dass wir uns vom Fleck bewegten, befanden uns jedoch im Nu auf der anderen Seite. Stille umgab uns und in der Morgenluft war es sehr kalt, sodass wir uns vom Aufstieg zur Basteibrücke erhofften, durch die körperliche Anstrengung innerlich etwas warm zu werden. Da es so früh am Morgen war, hatten wir die Wege fast für uns allein. Nur zwei andere Wanderer mit Rucksäcken, die offenbar genauso verrückt eingestellt waren wie wir, kreuzten unseren Weg. 

Oben angekommen, übertraf ein Aussichtspunkt den anderen und wir spazierten zwischen den Felsen umher. Auf einer Seite war die Elbe im trüben Morgendunst zu erspähen und auf der anderen Seite lag die Basteibrücke gegenüber von uns. Die mittelalterliche Festung oder genauer gesagt, ihre Ruinen, das, was noch von ihr übrig war, die sich nahe der Basteibrücke befand, hatten wir ebenso für uns allein. M., der die Berge über alles liebt, war total begeistert von dem Bild, das sich uns bot, und hatte zugleich den länger gehegten Wunsch, einmal das Elbsandgebirge kennen zu lernen, erfüllt. Und ich konnte das Erlebnis noch bewusster wahrnehmen, als zu der Zeit, als ich als Kind und Teenager hier gewesen war, weshalb es mich im Vergleich dazu auch stärker beeindrucken konnte. Etwas müde und verfroren machten wir uns an den Abstieg, während die Zahl der Schaulustigen auf der Basteibrücke mit dem voranschreitenden Tag immer mehr zunahm. Auch wenn das Aufstehen in der Frühe im ersten Moment etwas Überwindung gekostet hatte, waren wir froh, zu so früher Stunde aufgebrochen zu sein und die Landschaft des verwunschenen Elbsandsteingebirges für uns allein zu haben und in der friedlichen Morgenatmosphäre zu genießen.

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