M. und ich haben eine Schwäche für die bunten und vielseitigen Ecken von Berlin. Diesen begegneten wir unter anderem in einem versteckten Hinterhof der Hackeschen Höfe. Nachdem wir ein wenig enttäuscht waren, dass die so angepriesenen Hackesche Höfe hauptsächlich aus hochpreisigen Markenläden bestanden, wurden wir umso mehr positiv überrascht von dem Hinterhof, in dem die Hauswände mit Stickern und Streetart übersät waren. Viele junge Leute hielten sich hier auf und konnten viel Zeit damit verbringen, die Details der vollgeklebten Wände, unter anderem auch mit politischen Botschaften verpackt, zu betrachten. Mich erinnerte das ganze an ein riesiges künstlerisches Wimmelbild.
Die East Side Gallery, das am längsten erhaltene Stück der ehemaligen Berliner Mauer ließen wir uns auch nicht entgehen. Sie liegt in der Mühlenstraße zwischen dem Ostbahnhof Berlin und der Oberbaumbrücke, bei der wir aus der U-Bahn ausstiegen. Von dieser hatte ich zuvor immer wieder viel gehört, zählt sie doch zu den Hauptattraktionen Berlins, doch bewusst hingefahren war ich bis dahin noch nicht. Auch hier offenbarte sich wieder ein kunterbunter künstlerisch-politischer Spot mit vielen Bildern zum Thema Klimaschutz, Menschenrechte und Frieden. Obwohl M. und ich keine begeisterten Museumsbesucher/innen sind, weckte das Spionagemuseum unsere Neugier. Einige interaktive Stationen wie zum Beispiel bei einem Lügendetektor, der mit der Begleitung ausprobiert werden kann, oder ein Laser-Parcours fanden wir dort ganz witzig, ansonsten hat es mit ausgestellter Spionage-Ausrüstung wie Wanzen usw. für Museen typischen Ausstellungscharakter. Wer so etwas mag, für den*die lohnt sich ein Besuch bestimmt. Aufgepeppt wird das Ganze noch dadurch, dass am Ende des Rundgang Verkleidung sowie verschiedene Lichteffekte an einer Wand zur Verfügung stehen, um ein Abschiedsfoto zu machen.
Ein Thema, das nicht fehlen darf, wenn ich über Berlin schreibe, ist natürlich das Essen: Nicht zuletzt stellt Berlin für mich und M. ein veganes Paradies dar, weshalb wir uns während der Tage dort durch die vegane Szene schlemmten. Allein der Hauptbahnhof Berlin mit seinen mehreren Etagen hatte für uns schon eine reiche Auswahl zu bieten (Jedoch sei darauf hingewiesen, dass die Produkte außerhalb der Eingangsetage wesentlich günstiger sind als in der Etage bei den Eingängen). Einen Döner Kebap, den ich noch nie zuvor probiert hatte, wollte ich mir nicht entgehen lassen, weshalb wir uns unterwegs jeweils einen besorgten in einem kultigen kleinen Szene-Laden. Auch ein asiatisches, familiengeführtes Restaurant namens Quy Nguyen Vegan Living überzeugte uns sowohl vom Essen (Bandnudeln mit Tofu-Pilzsoße) als auch von der Atmosphäre und der Gastfreundlichkeit der Mitarbeiter*innen. Ergänzend dazu gönnten wir uns am gleichen Abend in der Tadschikischen Teestube, bei der wir auf Kissen am Boden saßen, einen Gewürztee.
Unverhofft betrat ich als absoluten Kontrast dazu sogar einen veganen Donutladen, obwohl ich kein Fan von Süßspeisen bin. M. ließ sich die Gelegenheit nicht gehen, einen der hoch angepriesenen Donuts zu kosten, und ich bestellte mir einen Kaffee. Was an sich zuerst nicht spektakulär klingt, es aber durchaus war, da ich kreativ angerichtete Süßspeisen mit viel Pink zwar nicht zum Probieren mag, zum Anschauen jedoch schon, genau wie extravagante, ein bisschen crazy angehauchte Cafés. Daher schlürfte ich in dem pinken Donutladen "Brammiballs", selbst in rosa Montur gekleidet, höchstzufrieden meinen Kaffee.
M. und ich ließen am Ufer der Spree den Tag in der warmen Frühlingssonne ausklingen, bevor wir am nächsten Morgen in aller Früh aufbrachen. Natürlich nicht ohne uns vorher noch mit Essen wie Spinat-Böreks am Berliner Bahnhof einzudecken.



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