
Der Tag, an dem wir quer durch Kopenhagen spazierten, war noch nicht ganz vorbei, als wir sogar für weniger als eine Stunde die EU verließen. Wir betraten nämlich die Freistadt Christiania in Kopenhagen, einer alternativen Wohnsiedlung, die sich als autonome Gemeinde versteht und vom Staat geduldet wird. Es wird sogar vom Staat geduldet, dass weiche Drogen dort verkauft und konsumiert werden.
Als wir durch das mit Streetart versehene Tor spazierten und beherzigten, dass Fotos von den Einwohner/innen auf gar keinen Fall gern gesehen werden, weshalb ich mein Handy auch weggepackt hatte, betraten wir einen Bereich voller Baracken, Wohnwägen (nach diesen hielt ich insgeheim am meisten Ausschau, als Wohnwagenbesitzerin und -liebhaberin) und Aussteigerleben, dass sich durch den Geruch von Marihuana bemerkbar machte.
Es gab einige Stände mit Essen, auch veganem Essen, und bunten Souvenirs in Regenbogenfarben.
Ich hatte vorher mitbekommen, dass es innerhalb Christianias eine eigene Währung gab (LØN), die in Dänische Kronen umgerechnet werden konnte. Da ich während des Trips nur mit EC-Karte unterwegs war, bekam ich jedoch persönlich davon nichts mit.
Als J. und ich durch die Kommune spazierten und herauszufinden versuchten, ob der Ort wirklich so asozial und heruntergekommen war, wie viele es sich vorstellten und es uns geschildert worden war, begann es bereits, zu dämmern. Bevor es ganz dunkel wurde, verließen wir die Freistadt und betraten mit wenigen Schritten wieder die EU.Ich kann mir vorstellen, dass Christiania außerhalb des Winters noch bunter erscheint und dann viele Blumen und Pflanzen aufgestellt werden, die zum Hippie-Flair passen. Einen Eindruck von der Kommune hatte ich an diesem Tag auf jeden Fall bekommen.

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