J.'s und meinen Plan, mit einem der vielen Fahrräder, die es in Kopenhagen gibt, umherzufahren, verwarfen wir am Morgen unseres ersten Tages, da unsere Wetter-App minus zwei Grad anzeigte. Stattdessen spazierten wir dick angezogen durch die Stadt, nachdem wir mit der Metro in die Innenstadt gefahren waren. Es war wieder ein kleines Erlebnis gewesen, im vorderen Zugteil mit Blick in den beleuchteten Tunnel zu sitzen.
In der Innenstadt angekommen, wollten wir uns zu Fuß weiter auf den Weg machen. Dabei schlenderten wir zuerst durch die bunte Gasse Nyhavn, die für ihre Kulisse aus Fachwerkhäusers und Segelbooten bekannt ist. die Segelboote waren über und über mit Lichterketten behängt. Wenn ich mich später an den Kopenhagen-Trip erinnern werde, werde ich dabei die meterlangen, unterschiedlich farbigen Lichterketten immer mit im Kopf haben - selbst unsere Airbnb-Vermieterin H. hatte viele davon in ihrer WG. Am letzten Abend konnte ich zudem feststellen, dass Nyhavn im Dunkeln fast noch schöner ist als tagsüber, da die bunten Lichter noch mehr zur Geltung kommen.
Vn Nyhavn aus liefen wir am Wasser lang, wärmten uns zwischendurch in einer kleinen Kirche auf und machten uns auf die Suche nach der Statue der kleinen Meerjungfrau. Obwohl mir schon viele Freunde mitgeteilt hatten, dass die Statue als Wahrzeichen der Stadt kleiner sei, als man denken würde, und ansonsten auch nicht sehr spektakulär sei, wollte ich sie trotzdem einmal gesehen haben und mich selbst davon überzeugen.
Die kleine Meerjungfrau, eine bronzene Statue aus dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen, entpuppte sich tatsächlich als sehr klein. Das hielt eine Touristenschar jedoch nicht davon ab, sich in unterschiedlichster Weise davor in Szene zu setzen. J. und ich scherzten darüber, dass die kleine Meerjungfrau selbst nachts im Dunkeln belagert sein könnte. "Die Armen sehen sie nur von hinten", sagte J., als ein Boot mit Touristen hinter der Statue vorbeifuhr und Fotos zu knipsen anfing. Hier war bisher der einzige Platz, an dem wir wirklich etwas von dem Tourismus in Kopenhagen zu spüren bekamen- und das im Vergleich zum Sommer wahrscheinlich immer noch wenig. Sehr interessant fand ich die Statue vom äußeren Erscheinungsbild wie erwartet tatsächlich nicht, doch ich war zufrieden, sie gesehen zu haben. Wir konnten weitergehen und gönnten uns als Nächstes eine Pause in einem Cafè einlegen, um uns nach den kalten Temperaturen draußen etwas aufzuwärmen.

Danach liefen wir noch die Einkaufsstraße, in der J. sich spontan mit Handschuhen und Mütze versorgte, um noch wärmer eingepackt mit mir unseren Spaziergang fortzusetzen. Mir fiel auf, dass in der ausladenden Weihnachtsdeko, die zwischen die Häuser gespannt war, sich viele dicke rot leuchtenden Herzen befanden - vielleicht hatte das auch etwas mit der Einstellung hier zu tun. Auf einem Platz mit Brunnen spielte ein Musiker so schön, dass J. es am Ende des Tages als ihr Highlight bezeichnete. Wir blieben eine Weile stehen und lauschten den Liedern.
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