Montag, 6. April 2026

Rasnov

Meine Freundin D. hatte mir schon oft von dem Haus erzählt, dass ihre Familie in Rumänien besaß; von den rumänischen Karpaten, den Bergen in der Nähe und auch von dem Schloss, das weltweit als "Dracula"-Schloss galt und oft mit Transsilvanien in Verbindung gebracht wird. 
"Das klingt so schön", sagte ich dann und stellte dabei fest, wie wenig ich eigentlich über Rumänien bisher wusste. Das sollte sich jedoch bald ändern. 

Ich bastelte an Reiseplänen für den September und verwarf sie wieder, doch nach einigem Planen stand meine Route fest: Ich würde zuerst meine Freundin N., die ihren Hauptwohnsitz in München hat, besuchen, dann mit dem Flixbus von Wien aus nach Rasnov, auch Rosenau, zu D. durchfahren und auf dem Rückweg in Berlin meine Freundin L. treffen und mit ihr dort das Wochenende verbringen. 
Nach einigen aufregenden Tagen mit N. in München saß ich schließlich im Bus nach Rumänien. Nach einer Fahrt und einigen Stunden mit Nackenkissen im Rücken, Schlafbrille auf den Augen sowie einem spannenden Buch (meine ideale Ausrüstung für jede lange Busreise) sowie einem Zwischenfall in Budapest, wo sich die Fahrt verzögerte, nachdem infolge einer Auseinandersetzung zwischen dem Busfahrer und zwei Mitfahrern die Windschutzscheibe einen Riss bekommen hatte, war ich mit einiger Verspätung da. Trotz wenig Schlaf war ich hellwach, als ich am Bahnhof Rasnov ankam.

Als ich in die Straße zu dem Haus von D.'s Familie einbog, erschien es mir immer noch etwas surreal, nun hier zu sein, in einem Land, das ich lange Zeit nicht auf dem Schirm gehabt hatte. Ich empfand unglaubliche Dankbarkeit, dank D. die Chance zu bekommen, hier zu sein und in dem Haus ihrer Familie wohnen zu dürfen.
Wenig später führte sie sich mich durch das Haus und über das Grundstück mit einem blühenden Garten und einer Sommerküche, die von dem Haus abgetrennt war und über eine große Fensterfront verfügte.

Noch am gleichen Tag spazierten wir durch Rosenau, das seinem Namen alle Ehre machte, da hier tatsächlich viele Rosen blühten. Zusammen mit ihrer Mutter, die hier regelmäßig Zeit verbrachte, gingen wir zuerst auf einen Markt, um Obst zu kaufen, und dann zur Bauern-Burg hoch. Unter dieser prangten gut sichtbar die Buchstaben des Ortnamens "Rasnov".

Rasnov wirkte durch die umliegende Natur sehr grün und entspannt, ein Eindruck, der sich die nächsten Tage noch verstärken sollte. Von D.'s Mutter erfuhr ich auch, das nahe der Burg Braunbären in den Wäldern lebten. Die Natur Rumäniens sollte ich in den nächsten Tagen durch unseren geplanten Trip in die Karpaten näher kennen lernen.

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