Als ich A. auf dem Rückweg im Auto fragte, welches Erlebnis in Prag ihr am besten gefallen hätte, antwortete sie: "Die Aussicht von unserem Geheimplatz, die wir vom Berg hatten." Ich konnte ihr da nur beipflichten.Am Tag vorher hatten wir den Hügel hinter der Karlsbrücke erklommen, nachdem wir an der Prager Burg und den umliegenden prachtvollen Gebäude vorbeigekommen waren. Auf dem Hügel stand der Turm Petřín, der äußerlich von seiner Stahlkonstruktion her stark dem Eiffelturm in Paris ähnelt. So groß wie der Eiffelturm war er nicht und meiner Meinung nach auch nicht so beeindruckend, aber trotzdem sehenswert und sehr hübsch. Das achteckige Gebäude wirkte für mich in seinem Graublau inmitten bunter Laubbäume und vergleichsweise wenigen Menschen drumherum, als wäre es Disneyland entsprungen.
A. und ich setzten uns in ein Cafe, statt seine Stufen zu erklimmen, und gönnten uns Kaffee und Tee, bis wir unsere Tour fortsetzten. Wir entschieden, diesmal an der anderen Seite, an der der Weg nicht zwischen der Burg und den anderen zugehörigen Gebäuden längs führte, ins Tal hinabzusteigen. Auf dem Weg begegneten wir kaum anderen Menschen und gerieten nach einer Weile auf einen Trampelpfad, der an einem privaten Haus vorbeiführte und in einer Sackgasse mündete. Doch es war nicht irgendeine Sackgasse: Es gab einen kleinen Vorsprung, hinter dem der Hügel ein wenig abfiel, von dem wir aus über die Dächer Prags blicken konnten und die Gleise der Zahnradbahn unter uns verliefen.In dem Moment hatten wir diesen Platz ganz für uns allein. Wir setzten uns ein wenig auf den Vorsprung und genossen die Aussicht. Manchmal sind es die kleinen Orte am Rande der bekannten Attraktionen, die für uns das Highlight darstellen. In diesem Fall war das unser Aussichtsplatz.
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