Bei unserer Tour zu Fuß durch die Stadt am ersten Tag liefen A. und ich quer durch die Gassen Prags, an jede Menge barocker Hausfassaden in zarten Pastellfarben vorbei und an zahlreichen Gebäckläden. Nachdem wir absichtlich einige Umwege gemacht hatten und dabei einige gotische Kirchen und Tore entdeckt hatten, machten wir uns auf den Weg zur Karlsbrücke bzw. Charles Bridge. Die Karlsbrücke ist die älteste Brücke, die über die Moldau führt und heute noch erhalten ist. Auf dem Weg dorthin fanden wir zuerst eine andere Brücke, auf der auch Autos fuhren und von der man einen tollen Blick auf die parallel verlaufende Karlsbrücke hatte.
A. und ich konnten, als wir die andere Seite unserer Brücke erreichten, einige Schwäne am Moldauufer entdecken. Bei ihnen befanden sich einige Menschen, die trotz eines Verbots, das ausnahmsweise einmal auf Englisch übersetzt worden war, die Schwäne fütterten. Als die Schwäne sich vor unseren Augen ausgiebig um die Brotkrümel zu zanken und gegenseitig zu beißen begannen, versuchten A. und ich nach kurzem Überlegen, die fütternden Personen darauf aufmerksam zu machen. Dies jedoch ohne Erfolg, denn entweder verstanden sie unser Englisch nicht oder wollten unsere Kritik nicht hören.Jedoch fanden wir es wunderschön, die Schwäne auf dem Wasser zu beobachten und in der Ferne die Karlsbrücke sehen zu können. Als wir unseren Weg fortsetzten, liefen wir durch die überdimensional großen, regenbogenfarben schimmernden Seifenblasen eines Straßenkünstlers, der sich in der Nähe der Schwäne positioniert hatte.
Einige Schritte später erreichten wir die Karlsbrücke tatsächlich, jedoch begann es, in Strömen zu regnen, sodass wir die Brücke mit aufgesetzten Kapuzen im Schnelldurchlauf überquerten und ins in der Hauptstraße in ein Café setzten.
Einen wirklichen Eindruck von der Karlsbrücke erhielten wir somit erst einen Tag später. Kunsthandwerker und Karikaturist/innen hatten sich an der Seite positioniert und boten den vielen vorbeigehenden Menschen ihre Waren und Dienstleistungen an. An den Seiten hatten A. und ich einen weiten Blick über die Moldau, diesmal bei Sonnenschein und konnten gemächlich hinüberlaufen.

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