Petit France - "Kleines Frankreich" wörtlich übersetzt- ist ein Viertel in Frankreich mit kleinen malerischen, windschiefen Häusern am Wasser, zwischen denen die Wege teilweise mit schmucken Brücken verbunden sind. Die Ill fließt durch dieses Viertel, dessen Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen. Während das Viertel zu der Zeit eher unbeliebt und voller finsterer Gestalten wie Banditen gewesen sein soll (wozu M.'s Assoziation eines der Häuser mit dem Wilden Westen passt), ist Petit France heute ein Besuchermagnet und eine Augenweide.Mit Straßburg wird das Bild der Fachwerkhäuser am Wasser am meisten verbunden und auch ich habe es mit der elsässischen Stadt assoziiert, bevor ich hierhergekommen bin.
Ein beliebter Punkt sind die gedeckten Brücken, von denen inzwischen gar nicht mehr alle gedeckt sind. Der Name rührt noch aus früheren Zeiten, wo die Brücken als Wehr dienten, gegenüber von den Wehrtürmen und damit als Schutz. M. und ich konnten von einer Plattform, die auf der Wehrbrücke lag, auf Petit France blicken. Die hübschen Häusern lassen sich von diesem Aussichtspunkt jedoch nicht so gut betrachten wie bei einem Rundgang durch die Gassen, weshalb Letzteres mir noch besser gefallen hat.
An einem Abend
besuchten M. und ich bei Einbruch der Dunkelheit das Viertel und sahen uns die beleuchteten Häuser und den angestrahlten Wehr bei den gedeckten Brücken an. Am Wasser und zwischen den Häusern befanden sich zahlreiche Straßencafés und Restaurants, in denen sich viele Menschen tummelten. Auch am Wasser hatten sich einige junge Menschen versammelt, um den lauen Abend hier ausklingen zu lassen. Sehr beeindruckend sind die Spiegelungen im Wasser, die sich zu dieser Zeit beobachten lassen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen