Es gibt ein paar Dinge, die ich erst lernte, nachdem ich einige Male nach Italien gereist bin und die ich hier gern mit euch teilen möchte:1. In Italien ist es allgemein üblich, den Espresso am Tresen genossen und dann geht's weiter. Es ist immer eine gute Idee, den Caffé am Tresen zu trinken. Dort ist er am günstigsten und es kommt kein Coperto, eine in Italien allgemeine Gebühr für den Sitzplatz, drauf. Übrigens: Latte Macchiato und Capuccino werden in Italien nicht mehr nach 11 Uhr getrunken, mit allem anderen outet sich mensch direkt als Tourist*in.
2. Pasta wird grundsätzlich nur mit einer Gabel in Italien gegessen, nicht mit dem Löffel. Einen Löffel zu benutzen ist quasi so, als würden wir die Italiener*innen in ihrer Esskultur beleidigen. In etwa so schlimm, als würden wir Pizza Hawaii in einer Pizzeria bestellen (ich habe in vielen italienischen Städten sogar Initiativen gegen Ananas auf Pizza gesehen).
3. Wenn der Urlaub nicht gerade in Tourismus-Hochburgen stattfindet (und selbst hier), sollte nicht davon ausgegangen werden, dass die Kommunikation auf Englisch stattfinden kann. Ein paar grundlegende Vokabeln wie Buongiorno (Guten Tag), "grazie" (danke) und "per favore" (bitte) sowie einige weitere können die Unterhaltung erleichtern und erfreuen das Herz der Muttersprachler*innen.
4. Für Bahnfahrer*innen: Wenn am Bahnhof ein Ticket für eine Fahrt mit der Trenitalia, der italienischen Bahn, gekauft wird, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sie an entsprechenden Automaten abgestempelt wird. Sonst ist sie trotz Uhrzeit auf dem Ticket nicht gültig. Busfahrkarten können meistens in einer Tabacceria, also in Tabakläden oder Kiosks nahe der Halrestelle erworben werden.
5. Bei Urlauber*innen ist der Verkehr in Italien oft gefürchtet. "Wenn man durch Neapel fährt, muss man aufpassen, dass man nicht stirbt", stellte meine Freundin T. einmal nach einer Klassenfahrt dorthin fest. Und doch haben M. und ich herausgefunden: Der Verkehr mag chaotisch, laut und wild sein und doch findet alles seinen Weg. Wenn wir zielstrebig über die Straße gelaufen sind und quasi nonverbal mit den Autofahrer*innen kommuniziert haben (Italiener*innen halten sehr viel auf nonverbale Kommunikation, siehe die zahlreichen Handgesten), hielten die Autos auch brav und nicht zu knapp für uns an.
6. Je unspektakulärer ein Laden aussieht in Italien, desto mehr lohnt er sich öfters. Zwei Straßen von der hoch gehypten Piazza gibt es den Caffé für 1,20 Euro statt 4 oder 5 Euro (Am Markusplatz sogar noch mehr), die Atmosphäre wirkt entspannter und authentischer und die Lebensmittel sind oft besser.
7. In Italien ticken die Uhren langsamer. Es wird sich Zeit genommen, Essen zu genießen (das sich in Italien absolut lohnt, wie ich schon häufig berichtet habe), Kaffee wird nicht gekippt als Wachmacher wie so häufig in Deutschland - nein, Kaffee ist Genuss, ein Erlebnis für sich- und die Tätigkeiten werden mit Hingabe gemacht. Gleichzeitig ist da "Dolce far niente", das süße Nichtstun, das zelebriert wird und alles andere als Faulheit oder Unproduktivität bedeutet, sondern den Genuss des gegenwärtigen Moments. Das ist wahrscheinlich mit ein Aspekt, weshalb viele Besucher*innen, inklusive M. und mir, im Land das Lebensgefühl dort voller Begeisterung aufsaugen.










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