Samstag, 16. August 2025

Abwärts zur Amalfiküste: Mit dem Nachtzug nach Salerno


Eine Reise, auf die M. und ich schon lange hingefiebert hatten, war die Reise an die Amalfi-Küste. Auf die an den Berghang gebauten Häuser am Meer, auf goldgelbe Zitronen und auf das italienische Leben in einer schönen Kulisse. Wir hatten schon vor Jahren davon geträumt, dorthin zu reisen. Nun war endlich der Moment gekommen, an dem wir diesen Traum Wirklichkeit werden ließen.

Zuerst ging es mit dem Zug aus Norddeutschland nach Mailand. Von Mailand, das ich bereits kennen gelernt hatte, war ich bisher noch nicht überzeugt gewesen. Ich hatte es bisher immer als zu großstädtisch, zu schick und zu wenig charmant im Vergleich zu den anderen italienischen Orten, in denen ich gewesen war, empfunden. M. und ich verstauten unser Gepäck in einer Gepäckaufbewahrungsstation am Bahnhof und drehten dann eine ausgiebige Runde durch die Stadt. Die Top-Sehenswürdigkeiten wie die Gallerie Vittorio Emmanuelle und den Mailänder Dom sah ich nun zum zweiten Mal. Auch die nostalgische gelbe Straßenbahn drehte wieder ihre Runden durch die Stadt.

Abends wartete ein Erlebnis auf uns, auf das ich mich besonders freute: Wir stiegen in den Nachtzug nach Salerno. Der Zug hielt auch in Neapel, das noch vor Salerno liegt und womit M. und ich noch zahlreiche Erinnerungen an unsere längere Reise in 2023 durch Italien verknüpfen. 

Nachtzugreisen innerhalb Italiens habe ich inzwischen sehr schätzen gelernt. Sie machen eine nächtliche Bahnfahrt durch dieses wunderschöne Land zu einem Erlebnis und kosten auch nur den Bruchteil von dem, was Nachtzugfahrten in Deutschland und Österreich kosten. Pro Person zahlten wir etwa 70 Euro für eine Schlafwagen-Kabine, die wir privat für uns beide hatten. Es gab eine Schlafmaske sowie ein Hygieneset zur Begrüßung. Am nächsten Morgen hingen gegenüber unserer Kabinentür im Gang zwei Zeitungen auf Italienisch- zwar lese ich normalerweise keine Zeitung, doch ein gewisses Feeling kam dabei definitiv auf. Auf einem Tablett wurden uns zwei Caffé (Espresso) serviert. Die Sonne ging auf und wir konnten aus dem Fenster den Vesuv in weiter Ferne erkennen: Den Vulkan, auf dem wir zwei Jahre zuvor nach einigem Weg durch den Schnee in den dampfenden Krater schauen konnten. Hatte ich schon erwähnt, wie sehr mich Vulkane faszinieren? Jetzt hatten wir beim Schlürfen unseres Kaffees auf dem Bett das Panorama des Vesuvs direkt vor unseren Augen.

Ein weiteren Kaffee besorgten wir uns noch in Salerno und taten es den Italiener*innen damit gleich, die zum Frühstück kaum mehr als Kaffee und ein Cornetto zu sich nehmen. Dafür war das Mittagessen umso größer: Im Zentrum von Salerno fanden wir neapolitanische Pizza Marinara und setzten uns damit an die Strandpromenade. Daran, dass eine Pizza nur 4 Euro kostete und nicht einmal klein ausfiel, konnten wir wieder einmal erkennen, dass wir uns in Süditalien befanden. Ein römisches Aquädukt war hier sogar mitten in der Stadt zu finden und zog sich über eine Straße hinweg. Die Gassen waren mit allerhand an die Wand gemalten Bildern voller Blumen, Küsten und bunten Häusern verziert. An der Strandpromenade, an der wir unsere Pizza genossen, konnten wir in Richtung der Berge schon einen ersten Blick auf Vietri sul Mare erhaschen, unserer nächsten Etappe an diesem Tag, von der aus wir zu unserer Unterkunft gelangen wollten.

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