Sonntag, 15. September 2024

Monaco

Der Bürgersteig war wie geleckt, die Gebäude und die Straßen wie blank poliert und die Luft durch die stehende Hitze gefühlt zum Schneiden dick. Wir waren von Sanremo aus mit einem Zug zum italienischen Ort Ventimiglia gefahren, von wo aus wir in einen französischen Zug stiegen. Nach etwas mehr als einer Stunde befanden wir uns im Fürstentum Monaco. 
Der zweitkleinste Staat dieser Erde nach dem Vatikan ist vom umliegenden Frankreich unabhängig und gehört nicht zur EU (weshalb es klug ist, wie auch in der Schweiz und in anderen Zwergstaaten wie Vatikan & Co vor der Einreise das Datenroaming auszuschalten). Als EU-Staatsbürger*innen ist es trotzdem möglich, mit Personalausweis einzureisen. 

Wir spazierten vom Hafen aus, in dem sich eine Yacht neben die andere reihte, zum Stadtteil Monte Carlo, zu dem neben einem dschungelartig angelegten Park und einer ebenso tropisch begrünten Einkaufsmeile das berühmte Casino von Monaco gehört. Auf dem Platz davor tummelten sich so viele Menschen, dass sichtbar wurde, was es für einen Hotspot in Monaco darstellt. Das Foyer des Casinos konnten wir sogar betreten und von dort aus einen Blick auf die Nebenräume erhaschen, wo einige Menschen zum Blackjack-Spielen auf edlen Sesseln saßen. Genau so, als wäre die Szene einem James-Bond-Film entsprungen und so, wie ich es mir vorstellte. Als ich später M. ein Foto von dem Casino mit ein paar Ferrari davor schickte, kommentierte er: "Du stehst da etwa vor einer Million Euro". Kein Wunder, wir waren schließlich auch in Monaco, dem Staat, in dem die Reichen in Yachten und Luxus-Immobilien residierten. 

Sogar die Bahnlinie, mit der wir gekommen waren, war unter der Erde angelegt, da die Fläche des Staates dicht bebaut mit Letzteren war. 
Schließlich gilt Monaco als das Land mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten. Ein Tagesausflug bot sich für mich und J. daher perfekt an: Anschauen wollten wir Monaco gern, doch zum Essen und Wohnen sagte Italien uns mehr zu.

Besonders angetan hatte es mir der Park direkt gegenüber des Casinos. Zwar war auch hier alles millimetergerecht gestutzt, doch ein wenig tropisches Flair inmitten der dichten Bauten Monacos verströmte er allemal. Zudem spendete er uns das eine oder andere schattige Plätzchen und bot uns auch den einen oder anderen schönen Blick auf das Casino. 

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