Meine Freundin J. und ich hatten wieder unseren gemeinsamen jährlichen Urlaub geplant. Unsere erste Idee war es, in die Schweiz zu fahren. Doch auch Italien hatte für uns in den vergangenen Jahren an Reiz gewonnen: Für mich war das Land mit der Zeit immer vertrauter geworden, nachdem mein Freund M. und ich viel dort unterwegs gewesen waren. J. war bei ihrem letzten Urlaub in Rom so begeistert von Italien gewesen und hielt es für eine gute Idee, erneut hinzufahren.
Ich erinnerte mich noch gern an Ligurien zurück, wo mein Freund M. und ich unseren ersten gemeinsamen Italien-Urlaub verbracht hatten. In Ligurien liegt auch die Stadt Sanremo, die sich nah an der französischen Grenze und an Monaco befindet. Wieder in italienisches Lebensgefühl eintauchen, ins nah gelegene Meer springen, einen Tagesausflug zur C'ote d'Azur sowie nach Monaco machen: Das klang nach einer ziemlich guten Idee. Zwar ist August in Italien die heißeste Zeit und auch die teuerste, doch J. und beschlossen, trotzdem die Gelegenheit zu nutzen, zu der wir zeitgleich frei hatten. Die Suche nach einer Unterkunft in Sanremo erwies sich als nicht so einfach, doch letztendlich fanden wir ein gepflegtes und erschwingliches Apartment nahe des Meeres und der Innenstadt von Sanremo. Dann dauert es nicht mehr lange und J. ließ sich mit mir auf das Abenteuer Bahnreise ein.

Erste Station unserer Seite sollte der Comer See werden. Dort wollten wir zwei Nächte verbringen, bevor es nach Sanremo gehen sollte. Jedoch kam es wie so oft anders: Unser ICE blieb auf der Strecke kurz vor der Schweiz stehen und wurde nach langem Warten nicht mehr über Basel hinaus in die Schweiz gelassen. Die Schweizer Bahn lässt deutsche Züge bei Verspätungen über eine halbe Stunde nicht mehr ins Land, um zu vermeiden, dass der Zeitplan der Schweizer Züge ebenfalls durcheinander kommt. Unseren Anschluss von Zürich nach Como konnten wir damit unglücklicherweise vergessen. Von Basel aus ging es nicht mehr weiter. Am Bahnhof in Basel wartete ein freundlicher Mitarbeiter hinter dem Tresen auf uns und hörte sich unser Anliegen an. Er bot uns an, ein Hotel zwei Straßen weiter für uns auf Kosten der Deutschen Bahn zu reservieren und unser Ticket mithilfe eines Stempels zur Weiterfahrt am nächsten Tag freizugeben. Sogar Frühstück war inklusive, worüber J. sich sehr freute.

Nun waren wir also in Basel. Die Stadt an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz ist nicht gerade als schönster Ort der Schweiz bekannt, doch nun waren wir hier und konnten die Gelegenheit nutzen, uns ein wenig umzusehen. Wir checkten im Hotel ein und machten uns dann auf den Weg ins Zentrum, das fußläufig entfernt war. Basel an sich wirkte zunächst wie eine gewöhnliche Stadt, gepflegt, doch auf den ersten Blick nicht so aufregend.
Als wir jedoch zur Brücke gelangten und beobachten konnten, wie dort hinter den Häusern am Wasser die Sonne unterging und alles in ein orangefarbenes Licht tauchte, waren wir spätestens jetzt mit dem Verlauf des Tages wieder versöhnt. Am Wasser wurde Musik gespielt und im Fluss waren schwimmende Menschen zu beobachten, die dort wohl eine Abkühlung suchten. "Dann sollte es wohl so sein, dass wir die Schweiz doch noch mitnehmen", resümierte ich. "Jetzt haben wir doch noch eine Nacht hier, bevor es nach Italien geht."
Das Frühstück am nächsten Morgen im Frühstückssaal überraschte mich. Normalerweise sind Frühstück sowie Brunch in nicht-veganen Hotels und Restaurants für mich unattraktiv, da in den meisten Fällen außer einer Sorte Pflanzenmilch und ein bisschen Obst nicht viel an klar identifizierbaren veganen Produkten zu finden ist. Hier jedoch war alles außer die Backwaren mit Hinweisschildern markiert, ob es vegan oder vegetarisch sei. So wurde es auch für mich ein gutes Frühstück. "Das Wasser schmeckt so klar", stellte J. fest. - "Bestimmt aus den Bergen, direkt hier aus der Schweiz." Satt und zufrieden rollten wir wenig später unsere Koffer in Richtung Bahnhof.
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