Sonntag, 7. April 2019

Spaziergang im Central Park

Als L. und ich einen halben Tag durch den Central Park liefen, wurde mir klar, dass es die ganzen Jogger nicht nur in den Filmen gibt. Tatsächlich sind sie überall und auch für Radfahrer gibt es befestigte Wege. Umrahmt von der Großstadt ist der Central Park ein rechteckiges Erholungsgebiet, in mehrere kleine Themenbereiche aufgeteilt. Wir liefen durch einen bewaldeten Teil des Parks, in dem Bäche flossen und sich Eichhörnchen mit schwarzen Knopfaugen beobachten ließen. Solchen Eichhörnchen sollte ich noch öfters begegnen in den USA. Ich konnte mich an den putzigen Tieren kaum sattsehen und fing an, ein paar Videos aufzunehmen.
Als wir etwa in der Mitte des Central Parks angekommen waren, machten wir erstmal Lunch Break und genossen das zwar kühle, aber sonnige Wetter, während wir unsere Erdnussbutter-Sandwichses aßen.

In einem Bereich entdeckten wir eine Statue von Alice, dem Kaninchen und den Figuren aus "Alice im Wunderland" mit Zitaten aus dem Buch, die in den Gehweg eingraviert waren. Ich fand das Buch schon immer toll, weshalb ich die Gelegenheit nutzte, mit L. vor den verrückten Gestalten zu posieren.

Zitate von bekannten Poeten fanden wir zudem in extra angelegten Gärten, die den Persönlichkeiten gewidmet waren. Besonders gefiel mir der Garten, der John Lennon gewidmet war und ein Gedenken an ihn darstellte.Jemand hatte Blumen auf das kreisrunde Muster im Boden gelegt, das mit dem Songtitel "Imagine" versehen war, John Lennons Hymne für die Friedensbewegung in den Siebzigern. Zudem war auf den Asphalt mit Kreide ein Zitat von ihm aufgeschrieben worden, in dem es ebenso um Liebe und Frieden ging. Ich fand es schön, dass der Musiker in diesem Park so gewürdigt und auch heute offenbar noch so gefeiert wurde.

L. und gingen noch zu Bethesda Fountain, einem Brunnen mit einer Engelstatue mitten im Central Park, mit einem mosaikverzierten Torbogen, unter dem Gitarrenspieler Musik machen, wie auch an diesem Tag. Der hübsche Torbogen in hellen Farben wirkte im Vergleich zu den anderen architektonischen Elementen des Parks ziemlich historisch und so gar nicht amerikanisch.

Als wir am Ende des Central Parks angekommen waren, befanden wir uns wieder in der Nähe des Times Squares und waren von unserem nächsten Ausflugsziel gar nicht weit entfernt. Das Rockefeller Center stand als Nächstes auf unserer Liste.

Samstag, 6. April 2019

Im High Line Park

Durch einen Park zwischen den Wolkenkratzern New Yorks durchspazieren? Ja, das geht! Ursprünglich war der High Line Park, wie der Name bereits vermuten lässt, eine Eisenbahnstrecke, wovon noch die Überreste von Bahngleisen zeugen, die sich dort bewundern lassen. Inzwischen wurde die High Line zu einem Park umgebaut, dessen Weg in einigen Metern Höhe längs führt. L. und ich besuchten in vor Sonnenuntergang und hatten großen Spaß daran, zwischen den hohen Häusern durchzuspazieren.
Wir blickten dabei an den meterhohen Hausfassaden hoch und versuchten zu zählen, wie viele Stockwerke sie hatten - vergebens. Einige künstlerische Elemente fanden wir auch auf dem Weg: Skulpturen (eine sah aus wie Donald Trump, doch ein Blick auf das entsprechende Schild zeigte, dass es nicht so war) und bemalte Hauswände befanden sich um uns herum. Bepflanzte Beete und Sträucher umgaben uns, allerdings war es noch zu früh dafür, dass die Pflanzen in aller Pracht wuchsen.
Mich reizte besonders der Ausblick auf die Straße von einer Glasfront, die an dem Überbleibsel der Eisenbahnbrücke eingesetzt worden war. Davor waren sogar einige Sitzbänke eingelassen. Es war wie eine andere Art von Autokino...

Der High Line Park ist etwa zweieinhalb Kilometer lang, die wir von einem Ende zum anderen abgingen. Je weiter wir gingen, desto höher erschienen mir auch die Hochhäuser, durch die sich der Park durchschlängelte. Ganz zum Schluss konnten wir beobachten, wie die Sonne hinter dem Fluss versank und sich dabei in der Glasfront der Wolkenkratzer spiegelte.

Staten Island Ferry

Über den Fluss fahren einige Fähren, besonders zwischen Manhattan und den umliegenden Orten. Auch von unserer Airbnb-Unterkunft New Jersey aus, wie L. und ich an unserem zweiten Tag in New York feststellten. Der Himmel war strahlend blau und die Sonne schien hell, jedoch kam leider kein Bus in Sicht, mit dem wir in New York City hereinfahren konnten.
L. schaltete daraufhin Google Maps ein und lotste mich damit durch New Jersey, bis wir unerwarteterweise an einem Pier ankamen, an dem uns eine Fähre nach Manhattan bringen konnte. Der Pier und kurze Zeit später auch die Fenster der Fähre boten einen fantastischen Anblick auf die Skyline Manhattans - diesmal von der anderen Seite als von der Brooklyn Bridge aus. "Eigentlich ist es gar nicht so schlecht, dass der Bus nicht so gekommen ist", stellte ich fest. "Sonst hätten wir das hier gar nicht gesehen.


Noch am selben Tag sollten wir die Skyline vom Fluss aus beobachten können, vom Staten Island Ferry aus, einer Fähre, die Manhattan mit Staten Island verband. Die Fähre, die von Einheimischen vorwiegend dazu genutzt wird, nach Staten Island zu pendeln und somit nicht ausschließlich für Touristen gedacht ist, war ziemlich voll. Doch nicht alle drängten sich ans Fenster, um hinauszublicken, wie wir. L. und ich standen an der großen Glasfront der Fähre warteten gespannt, dass die Freiheitsstatue in unser Sichtfeld rückte. Majestätisch stand sie auf einem Steinblock, die Feuerfackel in die Höhe erhoben. Von der Fähre aus hatten wir eine ideale Aussicht.

Die Brooklyn Bridge


Als wir an unserem ersten Tag über die Brooklyn Bridge liefen, war es ein nebelverhangender Nachmittag und nur wenige Leute waren unterwegs, was die Tour für uns sehr angenehm machte. Vereinzelte Radfahrer und Jogger kamen uns entgegen. L. und ich sind uns einig, dass wir, würden wir in dieser Stadt wohnen, auch die schöne Kulisse der Brooklyn Bridge nutzen würden, um laufen zu gehen.

Als wir den Torbogen der Brücke passierten, kam die Skyline Manhattans in Sicht. Es war der erste Mal, dass ich sie wirklich sah, obwohl ich das Bild von zig Postkarten und Fotografien kannte. L. und ich liefen immer weiter und sogen den Anblick in uns auf. Sogar einen Blick auf die Freiheitsstatue in der Ferne konnten wir erhaschen, durch den Nebeldunst. An diesem Tag befanden sich noch die Überreste von Schnee in den Straßen New Yorks und so auch auf der Brücke. Dennoch war es nicht allzu kalt, eher etwas verregnet und bedeckt.

 Die Wolkenkratzer verschwanden leicht im Nebel, diese Großstadt-Romantik stellte einen eindrucksvollen Anblick dar. Wir näherten uns immer mehr dem anderen Ufer und gelangten nach dem Spaziergang über die Brücke nach Manhattan, wobei wir immer wieder Pause machten, um die Kulisse genauer zu betrachten. Die Brooklyn Bridge wirkt keinesfalls wie irgendeine Brücke: Von der Architektur ist sie nicht nur wunderschön, nostalgisch und dazu ziemlich riesig, sondern die Kulisse dahinter, nämlich die Skyline Manhattans, macht einen Spaziergang darüber zu einem ziemlichen Erlebnis.



Dienstag, 19. März 2019

Zum ersten Mal am Time Square


L. und ich trafen uns zu Beginn
meiner Reise am John-F.-Kennedy-Flughafen bei New York. Nach der Zeitverschiebung von fünf Stunden zwischen Deutschland und New York kam ich spätabends an, nachdem ich abends in Frankfurt los geflogen war. Ich war etwas aufgeregt und freute mich, L. nach fast einem Dreivierteljahr wiederzusehen. Durch die Vorfreude machte sich der Jetlag glücklicherweise auch nicht wirklich bemerkbar. Gemeinsam fuhren wir in unsere Unterkunft in New Jersey, das an Manhattan angrenzt und eine etwas ruhigere Wohngegend darstellt, im Gegensatz zum trubeligen New York.

Tags darauf aßen wir in der Airbnb-Unterkunft Toast mit Erdnussbutter (ich sollte feststellen, dass dies hier zum Frühstück sehr üblich ist) und machten uns auf dem Weg zum Time Square.
Als L. und ich aus Port Authority, dem Busbahnhof, heraustraten und die überall blinkenden Werbeschilder erblickten sowie die ganzen quietschgelben Taxis, konnten wir es kaum fassen. So oft hatte ich Fotos und Filme gesehen, die sich in diesen Straßen abspielten, doch tatsächlich hier zu sein und das Ganze mit eigenen Augen zu sehen, war etwas ganz anderes. Es war ein kühler, etwas nebliger Tag, doch L. und ich störten uns nicht daran. Je mehr wir uns dem Time Square näherten, desto voller wurde die Straße und umso mehr Werbescreens leuchteten uns entgegen. Es wurde für zahlreiche Broadway-Musical wie König der Löwen, Pretty Woman oder Aladdin geworben.  Auf dem Time
Square tummelten sich viele verkleidete Menschen, darunter auch eine Person, die sich als Freiheitsstatue verkleidet hatte, sowie einige im Micky-Maus-Kostüm oder im Superhelden-Outfit. Die amerikanischen Klischees erfüllten sich hier, doch das machte den Reiz des Times Squares aus.

L. und ich gingen in die quietschbunten, sehr gut besuchten Läden, die rund um den Time Square lagen, und sahen uns alles an. Der Disney Store, in dem die einzelnen Abteilungen an die jeweiligen Figuren bzw. bekannten Filme angepasst waren, passte sehr gut zu dem bunten Treiben ringsum, und auch der M&M's-Laden, der mich ein wenig an den Film “Charlie und die Schokoladenfabrik“ erinnerte, hatte etwas für sich. Es fühlte sich an, als würde ich allein vom Ansehen der riesigen M&M's-Behälter einen Zuckerschock bekommen. Zudem gab es viele Fanartikel, Shirts und überdimensional große M&M-Figuren, die zu uns herunterlachten.

Ich empfand den Trubel am Time Square als ziemlich aufregend und berauschend. Egal, was für ein Tag es ist, hier pulsiert das Leben rund um die Uhr. Unterschiedlichste Menschen aus aller Welt tummeln sich hier (die wenigstens davon leben tatsächlich in New York) zwischen den Werbescreens und bunten Geschäften.

Dienstag, 26. Februar 2019

Ich war noch niemals in New York

Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii
ging nie durch San Francisco in zerriss'nen Jeans
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei
einmal verrückt sein und aus allen Zwängen flieh'n.


So singt es Udo Jürgens. Mir geht es dabei wie ihm, in New York, San Francisco und Hawaii war ich tatsächlich noch nie. Den amerikanischen Kontinent habe ich bisher auch nur durch Film- und Fernsehserien kennen gelernt. Das wird sich sehr bald ändern; ich habe vor, die Skyline von Manhattan mit eigenen Augen zu sehen.
Meine Freundin L. hat letzten Sommer ihr Auslandsjahr in den USA begonnen. Einige Monate zuvor, als sie mir mitteilte, das Auslandsjahr würde klappen, freute ich mich sehr. Und es stand für mich fest: Ich würde sie besuchen und mit ihr New York und ein wenig die Ostküste entdecken. In elf Tagen steige ich in den Flieger und werde den Atlantik auf dem Luftweg überqueren.

Ich bin gespannt, herauszufinden, ob an dem großen Hype um New York City wirklich so viel dran ist, wie zahlreiche Filme, Serien und Bücher vermitteln. Viele Freundinnen von mir, die schon einmal in New York waren, bekommen dieses Glitzern in den Augen, wenn ich ihnen von meinen Plänen erzähle und die Stadt, die niemals schläft, erwähne.
Nach einigen aufregenden Monaten in der Heimat hat mich das Fernweh wieder fest im Griff.
Wenn ich dort bin, will ich es halten wie Udo Jürgens, mit L. über die Brooklyn Bridge spazieren und mich frei fühlen. Und ich bin gespannt, was wir außer New York noch in den USA entdecken werden.

Montag, 20. August 2018

Adieu, Marrakesch!

Wie ich im Nachhinein sagen kann, hat Marrakesch mich wirklich fasziniert und bezaubert. Mahi Binebine, den ich vor der Reise zitiert habe, hatte Recht: Marrakesch ist eine Stadt der Kontraste, modern und traditionell zugleich. Eine Stadt wie diese habe ich tatsächlich anderswo noch nicht in dieser Form erlebt. Es gibt Oasen wie die Gärten in der Stadt und es gibt anderswo ein Gewusel, das einen anstrengen kann und zugleich faszinierend sein kann, mit den vielen Händlern, den Gewürzen, aufdringlichen Menschen, die einem etwas verkaufen wollen, und zugleich ungemein gastfreundlichen Menschen.

Der Reiseführer, in dessen Büro wir die Tagestour zu den Ouzoud-Wasserfällen buchten, lud uns danach auf einen Pfefferminztee auf seinem Balkon ein und unterhielt sich dort ein wenig mit uns. Das ist hier die Sitte, sobald man ein Geschäft abgeschlossen hat, in dem Fall die Tagestour. J. und ich hatten zuvor ohnehin überlegt, uns irgendwohin noch hineinzusetzen, um Minztee zu trinken, deshalb freuten wir uns sehr über das Angebot.

Von dem Reiseführer, der uns unterwegs ansprach und danach ein Gespräch mit uns im angenehmen Schatten der Koutoubia Moschee anfing, gab uns noch einige Tipps und riet uns, uns nicht von Taxifahrern übers Ohr hauen zu lassen. Ratschläge von Einheimischen höre ich mir meistens am liebsten an. J. und ich schlugen dann auch tatsächlich gute Preise bei den Taxifahrern und anderen Dingen heraus, dank ihres Verhandlungsgeschicks.

Die warmen Farben Marrakeschs waren für mich eine schöne Abwechslung zu dem grauen Beton, den ich in vielen anderen Städten gesehen hatte. Die Stadt stand schon länger auf meiner Liste und ich bin J. dankbar, dass sie eingewilligt hat, mit mir dorthin zu reisen. Nun weiß ich, wie viele unterschiedliche Seiten Marrakesch zu bieten hat, die mich zum Teil sehr beeindruckt haben.