Sonntag, 17. August 2025
Positano und Cetara
Amalfi und Atrani
Es waren hier schon mehr Tourist*innen als in Vietri sul Mare, insbesondere in Sommerkleidern mit Zitronenmustern, doch es war immer noch nicht voll Ende Mai. Der Dom von Amalfi befand sich im Zentrum und wies eine imposante Treppe vor sich auf. Drumherum befanden sich jede Mange Läden, die Lebensmittel und andere Artikel verkauften, die alle im Zeichen der Zitrone standen.
Es wurden auch Zitronen verkauft, die handtellergroß oder fast so groß wie ein Fußball waren. "Sollen wir solch eine mitnehmen?", fragte ich M. und zeigte auf eine der ganz großen, knubbeligen Zitronen. "Können wir machen, doch dann müssen wir zusehen, wie wir sie verbrauchen", merkte M. an. Daher entschieden wir uns auf dem Rückweg für eines der kleinen Exemplare, die immer noch das dreifache an Größe der deutschen Zitronen aufwiesen.Hinter dem Örtchen Amalfi wartete noch ein Ausflugsziel in der Natur auf uns: Valle delle Ferriere. Daher durchquerten wir die Stadt und erklommen den Berg. Bevor wir ganz in die Natur eintauchten, kehrten wir noch spontan auf der Aussichtsterrasse bei einer Nonna, einer freundlichen, älteren Gastgeberin ein, bei der wir einen Zitronensaft und einen Caffé trinken konnten.Im Naturpark "Valle de Ferriere", wandelten wir unter grünem Blätterdach durch die Natur, während zu unseren Füßen jede Menge Salamander entlang huschten. Für 5 Euro Eintrittsgeld konnten wir ein kleines Naturreservat mit zwei bis drei Wasserfällen besichtigen, in das von einem Wärter am Eingang gelassen wurden. Das Geld wurde darin investiert, die Natur zu schützen und das Gebiet zu pflegen. Der Radius war nicht sehr groß und die Wasserfälle nicht überwältigend groß, doch einen Hauch Wildnis hatte das Ganze trotzdem. Es gab darunter einen moosbewachsenen Wasserfall, der über einen Felsvorsprung rann und wie eine Dusche anmutete
Auf dem Rückweg nach Amalfi gelangten M. und ich versehentlich auf einen anderen Pfad, was sich jedoch als Glück erwies, da hier noch ein anderer Wasserfall vor sich hin plätscherte: Dieser gefiel mir sogar noch besser als die, die zuvor im Naturreservat gesehen hatten.Sobald wir Amalfi wieder erreicht hatten, entlud sich ein Platzregen über uns.Anschließend liefen wir die Amalfitana, die Küstenstraße, die sich zwischen den Bergen und dem Meer die gesamte Amalfiküste lang schlängelt, zum Ort Atrani hinüber. Atrani ist zwar nur einen Spaziergang von Amalfi entfernt, doch wesentlich weniger touristisch. Wir bekamen einen ersten Eindruck, bei dem es jedoch nicht bleiben wird: M. und ich planen, Weihnachten dieses Jahr dort zu verbringen, wo es ein großes Feuerwerk geben wird.
Samstag, 16. August 2025
Den Berg hinauf von Vietri Sul Mare nach Raito und Albori
Auf dem Rückweg nach Raito erwartete uns ein Regenschauer, auf den ein Regenbogen über der Küste folgte und den wir entdeckten, als wir bei einem Aussichtspunkt im Zentrum Raitos standen. "Das ist extra für uns", verkündete ich M., "Ein Regenbogen für uns bei der Ankunft an der Amalfiküste."
Mit der aufkommenden Dämmerung spazierten wir noch einmal die Treppen nach Vietri sul Mare hinunter und schlenderten durch den Ort zum Strand. Auch hier waren viele mit Fliesen verzierte Wände und Marienfiguren zu entdecken. Das Wahrzeichen des Ortes war ein kleiner blauer Keramikesel nicht weit von der Bahnstation entfernt. Zudem konnte ich in zahlreichen Abbildungen, Figuren und sogar bebilderten Sitzbänken Meerjungfrauen in verschiedener Form erkennen.Farbenfroh war Vietri sul Mare definitiv, wie auch ein Park mit unebenen Linien und bunten Mosaiksteinchen in den Wänden zeigte, der M. und mich ein wenig an Park Güell in Barcelona erinnerte. Eine Gasse mit bunten Farben nahe des Zentrums gefiel mir besonders: Ganz in blau, mit rosafarbenen Akzenten und Muschelverzierungen, gekrönt von einer Marienfigur in einem Schaukasten. Vom Strand aus konnten M. und ich noch die Due Fratelli, zwei Felsformationen bestaunen.
Abwärts zur Amalfiküste: Mit dem Nachtzug nach Salerno
Sonntag, 8. Juni 2025
Unterwegs in der Region Amsterdam
Die Meerluft, die wir nach dem Aufstehen am nächsten Tag einatmeten, war frisch und erinnerte mich bisschen an die Zeit als Kind, in der ich häufiger auf dem Segelboot meines Vaters übernachtet hatte. Wir packten unsere Rucksäcke und brachen nun wieder ins Zentrum von Amsterdam auf. Der Koningsdag war nun wieder Geschichte, nur ein paar Überreste an Müll zeugten davon, dass tags zuvor eine der größten Partys des Landes gefeiert worden waren. Dafür, dass es dabei so wild zugegangen war, hatten die Reinigungskräfte die Lage schnell wieder in den Griff bekommen.
Samstag, 7. Juni 2025
Königstag in Amsterdam: Eskalation in Orange
Zur Tulpenblüte in die Niederlanden
Sehr bekannt für die Tulpenbeete ist der Keukenhof in den Niederlanden, der mir von meinen Recherchen jedoch nicht sehr zusagte. L. und ich buchten stattdessen ein Ticket für "The Tulip Barn", einem für Besucher*innen zugänglichen Tulpenfeld.
Freitag morgens in aller Frühe ging es mit dem ICE und IC mit einem Umstieg in Osnabrück nach Amsterdam Centraal. Die Fahrt verlief sehr unkompliziert, sodass wir noch am Vormittag in Amsterdam ankamen und uns von dort aus entspannt auf den Weg nach Hillegom machen konnten, wo sich mehrere Tulpenfelder befanden. An dem Abend hatte The Tulip Barn, der Tulpenhof, den wir besuchten, sogar länger als an den anderen Tagen geöffnet. Bis zur sogenannten "Golden Hour", an dem das Tulpenfeld durch die untergehende Sonne in ein goldenes Licht getaucht ist.L. und ich bekamen einen Stempel auf den Handrücken gedrückt. Auf diese Weise konnten wir den Tulpenhof zwischendurch verlassen und kamen problemlos jederzeit wieder hinein. Auf dem Tulpenfeld waren verschiedenste Deko-Elemente verteilt, menschengroße Bilderrahmen, Spiegel, Schaukeln und Bänke sowie Stühle, einige hübsche oder witzige Elemente, die das Tulpenerlebnis noch ergänzten. Ein paar Besucher*innen waren außer uns hier unterwegs, doch es wirkte nicht übervoll.
Wir nutzten wenig später die Mittagssonne, um neben einem öffentlich zugänglichem, kleineren Tulpenhof neben "The Tulip Barn" zu picknicken und uns in die Sonne zu legen. Andere liegen am Strand- wir lagen bei einem Tulpenfeld und schwelgten in der Fülle an knalligen Farben. Es war angenehm warm an diesem Tag, sodass ich sogar mein Sommerkleid auspacken und anziehen konnte. Lust auf Frühling ist hier garantiert in Anbetracht der bunten Farben. In einem Zitat heißt es ganz treffend, Tulpen seien die Seele des Frühlings.Zwischendurch konnten wir auf der Straße neben "The Tulip Barn" beobachten, wie die Tulpen durch einen Traktor geerntet wurden - das hatten L. und ich beide zuvor noch nie gesehen und uns bisher auch keine Gedanken darüber gemacht, wie die Tulpe vom Feld in die Vase auf unserem Küchentisch kommt. Nun hatten wir ein paar Erkenntnisse dazugewonnen - auch wie vielfältig Tulpenarten sein können: Spitz zulaufend, mit Füllung, mit geriffelten Kanten und Vieles mehr, wie uns ein Plakat auf "The Tulip Barn" verriet. Ich würde mich nicht als Botanik-Fan oder Gartenfreundin bezeichnen: doch in Hillegom konnte ich durchaus feststellen, dass es ein besonderes Erlebnis war, inmitten der untergehenden Sonne in einem Meer aus knallbunten Tulpen einzutauchen.

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