Sonntag, 23. Juni 2019

Tanzen zu griechischer Musik

An einem der ersten Abende unseres Urlaubs gingen J. und ich zu einer der Tavernen, von denen man zum Strand hinunterblicken konnte. Sie bestand aus einer weitläufigen Terrasse mit einem Dach, das von grünen Pflanzen bewachsen war. Dort wurde griechische Livemusik gespielt. Diese hatten wir vorher von unserem Zimmer aus schon gehört, woraufhin J. vorschlug, hinzugehen. Auf der Getränkekarte fand ich ein Getränk namens Biral, das auf der Insel gern ausgeschenkt wird und das ich erst vom Namen her nicht einordnen konnte. Nach dem ersten Schluck konnte ich feststellen, dass das schwarze, kohlensäurehaltige Getränk mich an Cola erinnert- sehr süß, geschmacklich nicht ganz mein Fall, aber einen Versuch wert. Laut J. schmeckte es wie das rotweiße Bum-Bum-Eis mit blauen Kaugummi-Stiel aus unserer Kindheit.

Ein Tänzer und eine Tänzerin unterhielten uns Gäste und forderten uns zum Mitmachen auf. Auch J. und ich wurden von unserem Tisch nach vorne gebeten. Ehe wir uns versahen, fanden wir uns in einer Gruppe tanzender Tourist/innen und Einheimischer wieder, die sich alle an den Händen fassten und vor den Tischen eine Reihe bildeten, angeleitet von dem Tänzer und der Tänzerin, während die Leute von den Tischen aus zur Musik mitklatschten. Vom Tanzstil her erinnerte es an traditionelle Gruppentänze, wie es sie zu großen Hochzeiten und Feierlichkeiten gibt. Wir fassten uns an den Händen und bewegten uns immer weiter durch das Restaurant. Die Tänzerin nahm anschließend im Kreis nacheinander ein paar weibliche Gäste in die Mitte und tanzte mit ihnen. Auch J. und ich kamen dabei an die Reihe und hatten eine Menge Spaß. Die Tänzerin drehte mich so lange im Kreis, bis mir leicht schwindelig wurde. Lachend kehrten J. und ich zu unserem Tisch zurück und stürzten uns auf unsere Getränke.

Als Nächstes wurde uns noch eine Tanzshow präsentiert, bei der das Licht ausgeschaltet wurde und der Tänzer über Flammen am Boden hüpfte, die aus hingegossenem Benzin entzündet wurden. An Kreativität mangelte es den Darbietungen definitiv nicht. Einige Zeit später, nachdem wir bezahlt hatten, beschlossen J. und ich, uns auf den Rückweg zum Hotel zu machen, und waren kurz davor, uns während der nächsten Tanzshow von unserem Tisch zu schleichen. Die Rechnung hatten wir ohne den anwesenden Tänzer gemacht - dieser bestand darauf, dass wir eine weitere Runde mittanzten. Wieder wurden die Gäste nach vorne gebeten und tanzten neben einem Tisch zur Musik, die direkt neben uns gespielt wurde. J. und ich gaben noch einmal alles.

Einen Moment später hob mich der Tänzer auf den Holztisch neben uns und drückte mir ein Tamburin in die Hand. Somit drehte mich ich in langem blauen Rock ein wenig auf dem Tisch herum und schüttelte dazu gut gelaunt das Tamburin. Ich empfand es als sehr lustig, auf einem Holztisch zu griechischer Musik zu tanzen.
Als J. und ich uns nach diesem Abschluss des Abends zurück zum Hotelzimmer begaben, waren wir uns einig, dass sich der Besuch der Taverne gelohnt hatte.

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