Donnerstag, 25. Juli 2019

Amsterdam für Anfänger

Insgesamt hat Amsterdam mir richtig gut gefallen. Die Stadt ist zudem nur drei Stunden von Köln entfernt, dem Ort, von dem aus wir gestartet sind, und damit nur ein Sprungvon Deutschland aus- um die halbe Welt musste ich für diesen Trip  nicht reisen.

1. Der Vondelpark ist ein wunderhübscher Park mit Wasserfontänen und Pavillons. M. und ich haben hier gepicknickt und dabei Besuch von Blesshühnern und Enten bekommen, die um Essen gebettelt haben. Wegen der schädlichen Hefe im Essen haben wir uns damit zurückgehalten, ihnen etwas abzugeben. Sogar grüne Papageien haben wir beobachten können, die durch die Baumwipfel geflogen sind (Wir haben vermutet, dass sie wie in anderen Städten aus dem Zoo ausgebrochen sind und sich nun vermehrt haben).

2. Es lohnt sich, über den Blumenmarkt im Zentrum von Amsterdam zu schlendern. Wenn man Verwandten eine Freude machen möchte, lassen sich hier die unterschiedlichsten Variationen von Blumenzwiebeln und Tulpen in knalligen Farben finden.

3. Es gibt ein Rotlichtviertel in Amsterdam, in das auch eine Gracht eingebettet ist und das bei Einbruch der Dunkelheit sehr, sehr voll ist. Nach Clubs zum Feiern habe ich allerdings vergeblich Ausschau gehalten- es reiht sich ein Laufhaus nach dem anderen in der Straße und die Prostituierten stellen sich in den Schaufenstern öffentlich zur Schau. Der Schwerpunkt liegt in diesem Viertel somit nicht auf der Partyszene.

4. Natürlich ist Amsterdam auch für seine Coffeeshops bekannt, da Cannabis hier legal erworben und konsumiert werden darf. M. und ich entdeckten in den Schaufenstern besagter Coffeeshops verschiedenste Produkte, die mit der Cannabis-Pflanze bedruckt waren, und sogar "Space-Cookies", Muffins mit Cannabis-Füllung.

5. Bei Nacht sehen die Brückenbögen, an denen Lichter montiert sind, wunderschön aus, wenn sich das Licht im Wasser spiegelt. M. und ich sind einmal bei Dunkelheit  die Grachten entlang spaziert, was sich absolut gelohnt hat.

In der Icebar

Minus zehn Grad im Hochsommer im Amsterdam? Ja, das geht! Und zwar in der Icebar, die sich nahe des Stadtzentrums befindet. Hier konnten M. und ich bei eisigen Temperaturen Shots und Bier genießen. Für uns beide war es eines der Highlights auf unserem Trip.

Ein wenig durchnässt vom Regen, den wir an diesem Abend das erste Mal in diesem Urlaub erlebten, kamen wir am Eingangstresen an und konnten uns in der Bar, die den Vorraum zu der eigentlichen Icebar darstellte, ein wenig trocknen. Dort bekamen wir jeweils schon einen Cocktail, um uns innerlich aufzuwärmen. Die Besucher/innen wurden gruppenweise nacheinander in die Icebar geführt. Dafür war der Käpt'n zuständig, der begleitend zu einem Video, in dem unsere kleine "Expedition" ins Eismeer vorgeführt wurde, uns dazu aufrief, mitzukommen. M. und ich ließen uns von seiner Begeisterung anstecken, da er mit Dreiecks-Hut und Degen völlig in seiner Rolle aufging.

Kurz darauf wurden alle Besucher/innen unserer Gruppe mit warmen Jacken und roten Handschuhen ausgestattet. Der Käpt'n schenkte uns die Getränke in dem Raum aus, dessen Wände und Decken voller Eis waren.
 M. und ich tranken einen Sambuca aus einem Becher, das komplett aus Eis bestand. Das eiskalte Bier, das ich danach bekam, befand sich ebenfalls in einem großen Gefäß aus Eis. Dafür, dass hier so kalte Temperaturen herrschten, wurde uns nicht so schnell kalt. Der Raum stellte dabei einen ziemlichen Kontrast zu dem warmen Wetter draußen dar.
Es gab in dem Raum eine Eisbär-Skulptur komplett aus Eis, ein Steuerrad, hinter das wir uns stellen konnten, und Bartische, die auf einem riesigen Eisklotz positioniert waren.
Die Stimmung war so gut, dass wir die Zeit vergaßen. "Ihr seid immer noch da", merkte der Käpn't beim Bierzapfen lachend an. "Die anderen aus eurer Gruppe sind schon alle wieder draußen."

Tatsächlich hielten wir beide es ziemlich lange aus, ohne zu frieren, während inzwischen wieder eine neue Gruppe an Gästen in die Icebar gekommen war. Wenig später gingen wir zum Eingang und holten unser Erinnerungsfoto ab, um dann wieder in die warme Nachtluft Amsterdams zu treten. Der Regen hatte aufgehört.

NDSM Werft

Amsterdam besteht nicht nur aus Grachten, den alten Gebäuden im Zentrum und aus Coffeeshops. M. und ich fuhren mit der Fähre durch den Hafen nach Amsterdam-Noord, um das andere Ufer mit dem dahinterliegenden Viertel zu erkunden. Dort befand sich das Gelände der NDSM-Werft, in der sich jede Menge Graffiti-Walls, an denen das Sprühen legal ist, und Künstlerateliers in der riesigen Halle der ehemaligen Schiffswerft.
M. und ich liefen noch ein ganzes Stück, ehe wir das Industrieviertel durchquert hatten und das Werftgelände erreichten.

Auch am hellichten Tag konnten wir hier Künsterler/innen beobachten, die an den Containern mit ihren Sprühdosen ihrer Kreativität freien Lauf ließen. Auf dem Platz vor der Halle waren mehrere Container aufgestellt worden, an denen riesige Streetart-Kunstwerke prangten. Neben Mogli und dem Bären Balu konnte ich Bilder von Piraten ausmachen, viele Gesichter, viel knallbunte Schrift und zudem einen Amsterdam-Schriftzug.

In der Halle selbst hatten sich Künstler/innen wohl in Architektur ausprobiert. M. fotografierte mich hier vor einer Wand, die aus einer riesigen Collage bestand, als wären die Bilder alle aus Zeitschriften zusammengeschnitten worden. Wer vor der Streetart posiert, auch in bunter Kleidung, kann davon ausgehen, farblich ein Teil des Ganzen zu werden und auf Fotos erst auf den zweiten Blick erkannt zu werden.

Auf unserem Weg zum Fährenanleger am Wasser entdeckten wir noch ein halb versenktes Klein-Flugzeug und ein U-Boot, das halb aus dem Wasser ragte. Letzteres lag nicht weit vom "Botel", einem riesigen Schiff mit Zimmern an Bord zum Vermieten, das in Amsterdam ankert.

Was Wohnmöglichkeiten angeht, wurde hier zusätzlich zu den Hausbooten, die wir schon gesehen hatten, offenbar noch eins draufgesetzt: Alte Bahnwaggons, die am Ufer standen und offensichtlich zu einer Behausung hergerichtet worden waren, hatte das Viertel auch zu bieten. Würde ich nicht schon einen Zirkuswagen besitzen und drei Jahre darin gelebt haben, hätte ich mir spätestens dort die Inspiration dazu holen können. :)

Hausboote

Was M. noch vor mir an Amsterdam faszinierend fand, waren die Hausboote, die es hier überall gibt. Überall in den Grachten lagen sie, meist über und über mit Grün bepflanzt und einen besonderen Charme versprühend. Auf unseren Spaziergängen durch die Gassen an den Grachten entlang fanden wir sogar eine Straße, in der sich ein Hausboot hinter das andere reiht. Es gab hier ein Hausboot-Museum, in dem man gegen Eintritt ein Hausboot von innen besichtigen kann. Wir entschlossen uns jedoch, stattdessen die Straße weiter entlangzuschlendern und uns anzusehen, wie die Decks der Boote gestaltet wurden: Mit Pflanzen, Gartenmöbeln, sogar Hollywoodschaukeln und Solarplatten. 
Die Briefkästen der Boote befanden sich meistens am Übergang zum Land, teilweise fanden wir sogar schön verzierte Pforten vor dem Übergang zu den Booten. In anderen Ecken Amsterdams waren Hausboote teilweise gar nicht als welche erkennbar, da sie komplett die Form eines kleinen Häuschens besaßen, mit Spitzdach, Terrasse und Zaun, und so dicht aneinanderlagen, dass sich das Wasser darunter kaum noch erahnen ließ. Ich empfand diese Art, zu wohnen und zu leben, als sehr inspirierend.

Vegane Restaurants in Amsterdam

Auf dem Amsterdam-Trip war ich nicht die einzige, die die Stadt nach veganen Möglichkeiten abcheckte. Den Experten für gute vegane Restaurants hatte ich direkt an meiner Seite. M. machte jeden Tag für uns über seine App "Happy Cow" die veganen Restaurants in der Stadt für uns ausfindig- und das waren nicht wenige. Offensichtlich waren wir in einem veganen Paradies gelandet und hatten uns genau die richtige Stadt für unseren ersten gemeinsamen Urlaub herausgesucht.
Unter anderem gingen wir in die Vegan Junkfood Bar. Dort bekamen wir schwarz gefärbte Burger mit praller Füllung, zu der veganer Käseund Käsesticks

In einem Restaurant, in dem wir einen Nachmittag zum Mittagessen einkehrten, lag in einer Seitenstraße. "Hier fühlt es sich so an, als würde ich beim Hinausgehen direkt zum Strand und in ein exotisches Gebiet gelangen", sagte M., während wir an unseren Kokos-Milchshakes nippten und die bemalten Wände betrachteten, auf denen handgemalte Bilder zu sehen waren. An der Wand neben unserem Tisch stand "We are the Wifi", ein Hinweis darauf, dass die Restaurantbesucher/innen sich lieber mit ihrem Gegenüber beschäftigen sollten als mit ihrem Smartphone. M. und ich wurden diesem Satz absolut gerecht.

Auch in den Supermärkten waren die rein pflanzlichen Alternativen genauso vielfältig wie in Deutschland: Wir besorgten uns zum Frühstück Sojajoghurt und Soja-Quark und fanden auch verschiedene Tofu-Sorten zum Snacken für unser Picknick im Vondelpark.

M. hatte gehört, dass in Amsterdam Stroopwafels (wie auch immer man es ausspricht) gibt und die hier sehr landestypisch sind. Stroopwafels sind weiche Doppelkekse, die durch Karamell zusammengehalten werden und sehr süß schmecken. In zahlreichen Läden, an denen wir vorbeikamen, wurde damit geworben. Wir wollten daraufhin herausfinden, ob es auch vegane Stroopwafels gibt und scannten somit in den Läden die Zutatenlisten. In einem Supermarkt wurden wir tatsächlich fündig und nahmen eine Packung für unser Picknick mit. M. deckte sich am letzten Tag ausreichend mit Stroopwafels ein, um die Daheimgebliebenen bei seiner Rückkehr damit zu erfreuen.
Eins konnte ich nach Besuch der veganen Restaurants feststellen: Ich habe selten auf meinen Reisen so üppig und lecker gegessen wie hier.

Over the edge

Weitläufige Aussichten sind etwas, das M. und ich lieben. Somit planten wir einen Ausflug auf die Plattform des Lookout-Tower, von der aus man einen weiten Blick über die Stadt hat. Zudem gibt es dort die Möglichkeit, auf  "Over the edge", der höchsten Schaukel Europas, zu schaukeln. "Das müssen wir unbedingt machen", sagte ich zu M.. Somit holten wir am Eingang die Tickets und stiegen in den Fahrstuhl. Darin gab es zum Einstieg eine Lightshow in bunten Farben, die sich während der Fahrt beim Blick nach oben durch den gläsernen Fahrstuhl beobachten ließ. Sie spielte sich jedoch nur für wenige Sekunden über unseren Köpfen ab, dann öffneten sich die Fahrstuhltüren bereits.

Auf der Plattform konnten M. und ich einmal ringsum gehen und die Stadt von allen Seiten betrachten. Erst hier wurde mir klar, dass Amsterdam nicht weit vom Meer liegt, worauf ich zuvor noch gar nicht gekommen war. Zu unseren Füßen lag der Hafen, den wir mit einer Fähre durchquert hatten, um zum Lookout-Tower zu gelangen. Diese Fähre fährt kostenlos und nimmt alle mit, Fahrradfahrer/innen, Fußgänger/innen und ihre Hunde.
Wenig später stellten wir uns bei den Schaukeln an, die wir vom Erdboden aus schon gesehen hatten, bevor wir auf den Turm gelangt hatten. Von hier oben nahm der Blick nach unten noch eine ganze andere Dimension an. Auf der Plattform gab es auch ein rundes Glas, das im Boden eingebaut war und den Blick in etwa hundert Meter Tiefe freigab. Als M. sich daraufstellte, bekam ich ein mulmiges Gefühl. Als ich selbst auf dem Glas stand, erging es mir ebenso.
"Das ist verdammt hoch", sagte ich zu M., als wir bei der Schaukel Schlange standen. Gleichzeitig war ich richtig gespannt, wie es sich anfühlen würde, in 100 Metern über dem Erdboden zu schaukeln. 
Kurz darauf saßen wir in dem roten Schaukelgestell und bewegten uns über den Rand. Vor uns war nichts als strahlend blauer Himmel mit ein paar weißen Wolken. Amsterdam lag zu unseren Füßen, die in der Luft baumelten, und die Wasseroberfläche glitzerte. Sanft bewegte sich die Schaukel hin und her und der Wind fuhr durch meine Haare. Es war gar nicht so sehr mit dem Adrenalinrausch in Achterbahnen vergleichbar, wie ich zuerst erwartet hatte, sondern eher idyllisch und schön, wennauch sehr aufregend. M. neben mir war genauso begeistert wie ich, hier zu sitzen. Es dauerte nicht lange, da war es auch schon wieder vorbei; die Schaukel wurde heruntergelassen und wir hatten wieder festen Boden unter den Füßen. Doch ich wusste, ich würde dieses schöne Erlebnis so schnell nicht vergessen.

Die Grachten von Amsterdam


Mein Freund M. und ich fuhren diesen Monat gemeinsam in die Niederlanden, um dort unseren Urlaub in Amsterdam zu verbringen. Die Stadt mit den Grachten, den windschiefen Fachwerkhäusern und bunten Fahrrädern, von denen es mehr als Einwohner/innen gibt, hat mich so sehr begeistert, dass ich mich entschieden habe, auch hierüber ein paar Blogeinträge zu verfassen. Amsterdam ist von Deutschland aus gut erreichbar und hat einiges zu bieten, weshalb die Stadt einen Trip absolut wert ist.


Per Zug reisten wir in die Stadt und checkten in dem Hotel ein, das direkt am Vondelpark liegt- einer hübschen Parkanlage voller Wasserfontänen, Pavillons und Wiesenflächen zum Ausspannen. Dort sollten wir die Tage darauf noch picknicken.
Nachdem wir unser Gepäck abgeliefert hatten, spazierten wir an den Grachten entlang, die sich durch das ganze Zentrum Amsterdams ziehen.

Dabei kamen uns fast genauso viele Fahrradfahrer/innen wie Fußgänger/innen entgegen. Zudem fiel uns auf, dass auf Fahrradwege offenbar viel Wert gelegt wurde, und mussten uns zwischen den Autos, Fahrrädern und zahlreichen Fußgänger/innen orientieren.
Es machte Spaß, sich ein wenig in den belebten Gassen zu verlaufen, die kleinen bunten Läden zu entdecken und alle paar Kreuzungen über eine Brücke zu laufen. Bei den Fachwerkhäusern bekam man den Eindruck, dass manche so schief waren, dass sie sich über den schmalen Gassen fast berührten. M. versuchte, dies auf Fotos festzuhalten, was sich jedoch als schwierig herausstellte.

Während wir durchs Zentrum spazierten, stießen wir auch auf den Bloemenmarkt, einer Gasse voll mit Blumenhändlern, die in Stadt sehr beliebt ist. Ein Stand, dessen Decken voll mit frischen und pastellfarbenen Blumen behängt war, gab ein schönes Bild ab und gefiel mir besonders. Amsterdam und Blumen- das hängt für mich einfach zusammen, da in der Stadt viel Wert auf bunte Bepflanzung gelegt wird. Fast an jeder Brücke im Zentrum hingen Blumenhängen an der Brüstung. Sogar die Hausboote, die wir während des Trips sahen, waren oftmals über und über bepflanzt.
Schon am ersten Tag konnten M. und ich zu Fuß die Stadt ausgiebig entdecken.