Donnerstag, 25. Juli 2019

Over the edge

Weitläufige Aussichten sind etwas, das M. und ich lieben. Somit planten wir einen Ausflug auf die Plattform des Lookout-Tower, von der aus man einen weiten Blick über die Stadt hat. Zudem gibt es dort die Möglichkeit, auf  "Over the edge", der höchsten Schaukel Europas, zu schaukeln. "Das müssen wir unbedingt machen", sagte ich zu M.. Somit holten wir am Eingang die Tickets und stiegen in den Fahrstuhl. Darin gab es zum Einstieg eine Lightshow in bunten Farben, die sich während der Fahrt beim Blick nach oben durch den gläsernen Fahrstuhl beobachten ließ. Sie spielte sich jedoch nur für wenige Sekunden über unseren Köpfen ab, dann öffneten sich die Fahrstuhltüren bereits.

Auf der Plattform konnten M. und ich einmal ringsum gehen und die Stadt von allen Seiten betrachten. Erst hier wurde mir klar, dass Amsterdam nicht weit vom Meer liegt, worauf ich zuvor noch gar nicht gekommen war. Zu unseren Füßen lag der Hafen, den wir mit einer Fähre durchquert hatten, um zum Lookout-Tower zu gelangen. Diese Fähre fährt kostenlos und nimmt alle mit, Fahrradfahrer/innen, Fußgänger/innen und ihre Hunde.
Wenig später stellten wir uns bei den Schaukeln an, die wir vom Erdboden aus schon gesehen hatten, bevor wir auf den Turm gelangt hatten. Von hier oben nahm der Blick nach unten noch eine ganze andere Dimension an. Auf der Plattform gab es auch ein rundes Glas, das im Boden eingebaut war und den Blick in etwa hundert Meter Tiefe freigab. Als M. sich daraufstellte, bekam ich ein mulmiges Gefühl. Als ich selbst auf dem Glas stand, erging es mir ebenso.
"Das ist verdammt hoch", sagte ich zu M., als wir bei der Schaukel Schlange standen. Gleichzeitig war ich richtig gespannt, wie es sich anfühlen würde, in 100 Metern über dem Erdboden zu schaukeln. 
Kurz darauf saßen wir in dem roten Schaukelgestell und bewegten uns über den Rand. Vor uns war nichts als strahlend blauer Himmel mit ein paar weißen Wolken. Amsterdam lag zu unseren Füßen, die in der Luft baumelten, und die Wasseroberfläche glitzerte. Sanft bewegte sich die Schaukel hin und her und der Wind fuhr durch meine Haare. Es war gar nicht so sehr mit dem Adrenalinrausch in Achterbahnen vergleichbar, wie ich zuerst erwartet hatte, sondern eher idyllisch und schön, wennauch sehr aufregend. M. neben mir war genauso begeistert wie ich, hier zu sitzen. Es dauerte nicht lange, da war es auch schon wieder vorbei; die Schaukel wurde heruntergelassen und wir hatten wieder festen Boden unter den Füßen. Doch ich wusste, ich würde dieses schöne Erlebnis so schnell nicht vergessen.

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