Die Rialto-Brücke in Canale Grande, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten, war von der Dachterrasse des dortigen Luxus-Kaufhauses gut zu beobachten. Das erste Mal auf unserem Trip, als wir mit dem Wasserbus den Canale Grande entlangfuhren, fuhren wir unter der weißen Rialto-Brücke durch, um uns wenig später das jüdische Ghetto anzusehen. Für S. als Studentin der Kultur der Metropole war dieses von großem Interesse. Uns fiel auf, dass das Ghetto, das im 16. Jahrhundert unter Napoleon entstanden und 1796 wieder aufgehoben wurde, eine andere Architektur aufwies als das restliche Venedig: Die Wohnungen schienen viel kleiner zu sein und die Häuser etwas schlichter gebaut.
Zudem herrschte hier nicht so viel Rummel wie an der Rialto-Brücke.
Zu dieser gelangten wir an einem anderen Tag erneut, mit dem Vorhaben, auf die Terrasse des Luxuskaufhauses zu gehen, um den Ausblick über Venedig zu genießen. Vor Ort konnten wir uns den Ausflug auf die Dachterrasse zu einer bestimmten Uhrzeit reservieren, der Eintritt war sogar ein kostenfreies Angebot des Kaufhauses. S. und ich spazierten zuerst durch die vielen Etagen des glamourösen Kaufhauses und gelangten bis ganz nach oben zum Dachgeschoss, in dem schon einige andere Ausflügler/innen warteten. Einige Minuten später gingen wir die Treppe zur Dachterrasse hinauf.
Von hier aus hatten wir nun den Rundumblick über die Dächer Venedigs und konnten die Krümmung des Canale Grandes sehen und die Rialto-Brücke unter uns. Unzählige Dachziegeln, manche davon unebenmäßig und schief, umgaben uns. Ich liebe dieses Unperfekte, Abgerockte, das auf seine individuelle Art schön und einzigartig ist.
Die Sonne schien warm an diesem Nachmittag und war in der Höhe besonders spürbar. S. und ich wanderten einmal rundum über die Dachterrasse und erspähten einige Gebäude ringsum, die wir bisher nur von unten kannten."Ich muss gerade an den Film 'Herr der Diebe' denken", sagte ich zu S.
und holte meine venezianische Maske aus meiner Handtasche, die ich vor
einigen Tagen gekauft hatte. "Der ist immer über die Dächer der Stadt
gelaufen." S. und ich hatten diesen Film, der auf dem gleichnamigen
Kinderbuch von Cornelia Funke basiert, vor einigen Wochen zur
Einstimmung auf den Urlaub geschaut.


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