Samstag, 7. März 2026

Der schiefe Turm von Pisa

Bevor M. und ich in La Spezia waren, hatten wir noch ein kleines Highlight auf dem Weg dorthin: Pisa.

"Und hast du schon Flashback zu früher?", fragte mich M. auf dem Weg zum schiefen Turm von Pisa. Tatsächlich war ich vor zwanzig Jahren das letzte Mal hier gewesen, als ich Kind war und mit meiner Familie meine Tante besucht hatte, die in die Toskana ausgewandert war. Sogar noch ein Souvenir, einen schiefen Turm im Miniatur-Format, hatte ich davon zuhause, das M. und ich in einer Wohnung länger als Deko auf dem Küchentisch stehen hatten. "Noch gar nicht so sehr", beantwortete ich M.'s Frage. "Auch wenn ich die Erinnerung daran noch im Kopf habe."

Der Piazza dei Miracoli, auf dem sich der schiefe Turm befindet, war voll mit Menschen, für Tourist*innen war das schließlich auch der beliebteste Spot der Stadt. Seit 1987 ist der schiefe Turm sowie der gesamte Piazza Miracoli UNESCO-Weltkulturerbe. Seinen Namen hat er nicht von ungefähr: Da der Untergrund aus Lehm, Sand, Schlamm dem Flussdelta von Pisa entstammt und nachgiebig war, sackte eine Seite des Turms rascher ab als die andere. Auch, als wir davor standen, wirkte der Turm extrem schief - was ihn so berühmt macht und möglicherweise ein Beispiel dafür ist, wie sehr das Unperfekte gefeiert wird. Das gerade stehende Baptisterium neben dem schiefen Turm ist schließlich genauso prächtig und präsent von der Architektur wie der schiefe Turm - und doch gilt die weltweite Aufmerksamkeit Letzterem. 

Nachdem wir den Platz um den schiefen Turm etwas erkundet hatten, schlenderten wir durch die Gassen der Stadt wieder in Richtung Bahnhof. Pisa selbst war für uns nicht so spannend wie der Piazza dei Miracoli. Als Zwischenstopp war Pisa daher perfekt. Dem schiefen Turm einen Besuch abzustatten, hatte sich spontan ergeben, als ich beim Aufruf des Fahrplans der Trenitalia, dem italienischen Bahnsystem, festgestellt hatte, dass wir auf dem Weg von Florenz nach La Spezia in Pisa umsteigen konnten. Nach einigen Stunden Pisa nahmen wir den Zug nach La Spezia, unserer nächsten Etappe.

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