Samstag, 7. März 2026

Stella Maris Camogli

Nach den Tagen in La Spezia wartete noch ein ganz besonderes Ereignis auf M. und mich, auf das wir uns schon lange freuten: Das Fest Stella Maris, wörtlich "Sternenmeer", bei dem Tausende Kerzen ins Meer gelassen werden. Diese Tradition kommt daher, dass die Mutter Maria durch die Seefahrer auf diese Weise geehrt wurde, und besteht bis heute. Vor drei Jahren waren M. und ich das erste Mal in Camogli gewesen und hatten uns prompt in den Küstenort verliebt. Zu dem Zeitpunkt hatten wir das Stella-Maris-Fest knapp verpasst und auch erst vor Ort von dessen Existenz erfahren. 
Seit dem letzten Mal in Camogli verbinde ich den Ort mit bunten Farben, Meeresluft und italienischer Leichtigkeit. Als wir den Bahnhof erreichten, fühlte sich Camogli für uns sofort wieder vertraut an. Wieder hier zu sein war genauso schön wie damals.

Wir hatten uns eine Unterkunft im Ort selbst gegönnt und diese vorsorglich gebucht, da die Unterkünfte in Camogli rar sind, zur Zeit von Stella Maris vermutlich ganz besonders. Wir mussten nur eine Treppe hinablaufen und waren von der Ferienwohnung aus direkt an der Strandpromenade. 

Den Morgen am großen Tag des Stella-Maris-Fests tranken wir in der gleichen Kaffeebar wie drei Jahre zuvor einen Caffé, diesmal drinnen am Tresen, und spazierten dann über den menschenleeren Steinstrand. Ich lief durch die Brandung und konnte das Feeling, das ich hier vor drei Jahren hatte, wieder aufleben lassen. 

Schon am Nachmittag konnten wir den Auslauf des Dragun, einem etwa zehn Meter langen Ruderboots mit zwei Masten,  aus dem Hafen beobachten. Das bunte Boot wurde aus einem Ruderboot gebaut und spielt in seiner Aufmachung auf die Piratenüberfalle vergangener Zeiten an. Der Dragun gehört weltweit zu den einzigen Schiffen, die als UNICEF-Botschafter ausgezeichnet wurden.

Unsere Etappe nutzten wir, um ein wenig die Seele baumeln zu lassen, nachdem wir die Tage zuvor viel auf Entdeckungstour gewesen waren. M. nutzte die Gelegenheit, sich noch eine Granita zu gönnen. Wir fanden auch kreisrunde Farinata, die wir schon letztes Mal in Ligurien sehr schätzen gelernt hatten.

Wir fanden uns abends am Strand ein, an dem es uns viele Menschen gleich taten und genauso dem Event entgegenfieberten wie wir. Bis zur Dämmerung blieben wir an unserem Platz, den wir am Strand ergattert hatten, und sprangen, solange es noch hell war, zwischendurch immer mal wieder ins angenehm kühle Meer. Mit Einbruch der Dämmerung wurden die schwimmenden Kerzen von Ehrenamtlichen gegen eine Spende ausgeteilt. M. und ich bekamen direkt fünf Stück ausgehändigt. 

Sobald es dunkel war, wurden die Kerzen schwimmen gelassen. Ich war so verzaubert von der Atmosphäre, dass es mir nichts ausmachte, mit meinem Sommerkleid ins noch warme Meer zu laufen und die Kerze in meiner Hand schwimmen zu lassen. Nachdem die Kerzen das Wasser erhellten, kam der Dragún vorgefahren und bot mit einiger bunter Pyrotechnik ein Schauspiel, das dem Abend die Krone aufsetzte. Für mich und M. war der letzte Abend in diesem Urlaub damit ein wunderschöner Abschluss.

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