Samstag, 15. Oktober 2022
Mailand: Zwischen Kathedrale und Luxusgeschäften
Verona
Schon auf der Fahrt zu unserem Hotel konnten wir aus dem Fenster des Busses einen Blick auf das beleuchtete Amphitheater erhalten, in dem regelmäßig Opern unter freiem Himmel stattfinden. Das Amphitheater liegt im Zentrum der Stadt, sodass wir an den folgenden Tagen dort immer wieder vorbeikommen sollten. Am letzten Abend bekamen wir sogar die Gelegenheit, ein wenig der Musik zu lauschen, die aus dem Inneren des Amphitheaters drang. Die meisten kennen Verona als Schauplatz von Shakespeares Liebesdrama "Romeo und Julia". Es gibt in der Altstadt ein Wohnhaus aus dem 14. Jahrhundert, das als "Haus der Julia" gilt, auch wenn die Geschichte um Romeo und Julia frei erfunden ist. Der Hype um das Liebespaar lockt viele Tourist*innen nach Verona. Dort gibt es einen Balkon, bei dem die Geschichte, dass Julia darauf auf ihren Romeo gewartet hat, leibhaftig vorstellbar wird. Zudem gibt es in dem kleinen Hof, in dem sich zahlreiche Menschen mit ihren Kameras tummeln, eine Statue von Julia. Der Hof war an sich ziemlich charmant und so versteckt, dass Z. und ich zuerst daran vorbeiliefen. Eine Wand schillerte komplett in rot, da sie über und über mit Liebesschlössern in Herzform behangen war. Die anderen Wände waren mit Hinweisen versehen, dass keine Schriftzüge draufgekritzelt werden dürften und die Bauten der Stadt respektiert werden sollten.
Daher gab es die Wand, die auch aus dem Hollywoodfilm "Briefe an Julia" vorkommt, nicht mehr. An diese waren früher mehrere Liebesbriefe oder Wünsche, die im Bezug auf Liebe an Julia gerichtet wurden, gepinnt. Z. und ich spazierten durch die Innenräume des Hauses, die uns Shakespeares Theaterstück durch ein paar alte Roben sowie ausgestellte Exemplare des Drehbuchs greifbar machen sollten, und durften dabei auch einmal auf den Balkon der Julia treten.
In Verona verbrachten Z. und ich viel Zeit damit, durch die roten, in warmen Farben gehaltenen Gassen der Stadt zu laufen und in süßen Straßencafés zu sitzen. Zwischendurch war es so warm, dass wir einfach im Schatten verweilten und langsam durch die Stadt treiben ließen. Die romantische Atmosphäre lädt auch dazu ein, an manchen Aussichtspunkten, wie oben auf dem Hügel über der Stadt, bei einem kalten Getränk zu sitzen und auf die roten Dachziegeln und das Labyrinth aus Gassen, durch die gerade mal so ein Auto hindurchpasst, hinunterzuschauen. Norditalien ist zudem der Ursprung des beliebten Focaccias. Da ich sogar in einem Supermarkt welches finden konnte, das als vegan gekennzeichnet war (Achtung: Das Originalrezept ist nämlich mit Schweineschmalz!), ernährte ich mich während unseres Urlaubs hauptsächlich davon. Es gab Variationen mit Zwiebeln, Tomaten oder Oliven, sodass ich mich durch die verschiedenen Sorten durchprobierte. Z. war ebenfalls sehr neugierig auf die italienische Küche. In einem veganen Restaurant in der Nähe des Flusses bestellte sie sich das erste Mal, seit wir hier waren, zum Abendessen Nudeln. Das waren dann auch die Speisen, die ich in Norditalien überall finden konnte und an die ich mich gut erinnern kann: Pasta und Focaccia.Nach Bella Italia
Freitag, 14. Oktober 2022
Eine Nacht in Köln
Vegan in Großbritannien
Action in Brighton
Wir fanden am Nachmittag einen Pavillon direkt am Meer, der einem Disneyfilm hätte entsprungen sein können. L. wird dieser besonders im Gedächtnis bleiben, denn als wir dort verweilten, sprach uns ein aus Schottland stammender Mann an und forderte sie zum Tanzen auf. Vielleicht hatte er geahnt, dass sie in ihrer Freizeit gern Paartänze einübt, und hatte nun Glück. Der Pavillon eignete sich aber auch wirklich als Ort zum Tanzen, fand ich. Brighton: Nostalgisches Feeling am Meer
Die Stadt Brighton hatten L. und ich für unsere Route zurück gewählt. Wir nahmen in Edinburgh den Zug und stiegen in London um, wovon aus wir etwa eine Stunde hinab zur Südküste Englands nach Brighton fuhren. Brighton ist ein Stadt, die mit ihrem historischen Pier, dem langen Steinstand und einer bunten, kreativen Streetart-Szene noch ganz anders ist als die Orte, die wir kurz zuvor in Schottland erlebt hatten.
Auf dem Weg zur Unterkunft zückte ich bereits mehrfach meine Handykamera, weil eine fotogene Häuserreihe nach der anderen zu entdecken war und wir an jede Menge wunderschönen Streetart-Motiven, besonders zum Thema Klimaschutz, vorbeikamen. Dazu passte es auch, dass ich später ein großes Angebot an veganen Speisen vorfinden sollte.
Wir hatten fußläufig vom Pier entfernt ein Zimmer in einer Airbnb-Unterkunft gemietet. Es ist unschwer zu erraten, was wieder bei uns auf dem Nachttisch stand: Ein Wasserkocher mit Black Tea anbei. Unser Vermieter erwies sich als etwas zurückhaltend und schloss sich in seinem Zimmer ein, nachdem er uns hineingelassen und uns unser Zimmer gezeigt hatte. Er bestand zudem darauf, uns unsere Hündin vorzustellen, die daraufhin gemächlich angetrottet kam. Ein bisschen schmunzeln musste ich schon über diese etwas kuriose Begegnung.
















