Montag, 20. August 2018

Adieu, Marrakesch!

Wie ich im Nachhinein sagen kann, hat Marrakesch mich wirklich fasziniert und bezaubert. Mahi Binebine, den ich vor der Reise zitiert habe, hatte Recht: Marrakesch ist eine Stadt der Kontraste, modern und traditionell zugleich. Eine Stadt wie diese habe ich tatsächlich anderswo noch nicht in dieser Form erlebt. Es gibt Oasen wie die Gärten in der Stadt und es gibt anderswo ein Gewusel, das einen anstrengen kann und zugleich faszinierend sein kann, mit den vielen Händlern, den Gewürzen, aufdringlichen Menschen, die einem etwas verkaufen wollen, und zugleich ungemein gastfreundlichen Menschen.

Der Reiseführer, in dessen Büro wir die Tagestour zu den Ouzoud-Wasserfällen buchten, lud uns danach auf einen Pfefferminztee auf seinem Balkon ein und unterhielt sich dort ein wenig mit uns. Das ist hier die Sitte, sobald man ein Geschäft abgeschlossen hat, in dem Fall die Tagestour. J. und ich hatten zuvor ohnehin überlegt, uns irgendwohin noch hineinzusetzen, um Minztee zu trinken, deshalb freuten wir uns sehr über das Angebot.

Von dem Reiseführer, der uns unterwegs ansprach und danach ein Gespräch mit uns im angenehmen Schatten der Koutoubia Moschee anfing, gab uns noch einige Tipps und riet uns, uns nicht von Taxifahrern übers Ohr hauen zu lassen. Ratschläge von Einheimischen höre ich mir meistens am liebsten an. J. und ich schlugen dann auch tatsächlich gute Preise bei den Taxifahrern und anderen Dingen heraus, dank ihres Verhandlungsgeschicks.

Die warmen Farben Marrakeschs waren für mich eine schöne Abwechslung zu dem grauen Beton, den ich in vielen anderen Städten gesehen hatte. Die Stadt stand schon länger auf meiner Liste und ich bin J. dankbar, dass sie eingewilligt hat, mit mir dorthin zu reisen. Nun weiß ich, wie viele unterschiedliche Seiten Marrakesch zu bieten hat, die mich zum Teil sehr beeindruckt haben.

Marrakesch für Anfänger


1. Wer sich ins Flugzeug setzt, hat es gar nicht mal weit, um die orientalische Kultur kennen zu lernen: Marrokko ist nur 4 Flugstunden entfernt. Und doch ist die Stadt ein Tor in eine völlig andere Kultur.

2. Die Stadt bietet etwas für alle Sinne. An den schönen Häusern und Gärten, die kunstvoll und mit Liebe fürs Detail verziert waren, konnten J. und ich uns kaum satt sehen. Nicht umsonst nennt sich Marrakesch "die rote Stadt". Der Jardin de Majorelle ist zudem für seine indigoblauen Elemente bekannt. Auch der Menara Garten mit einem großen Wasserbecken in der Mitte ist auf einem Spaziergang durch die Stadt sehenswert.

3. Die Koutoubia Moschee, die größte Moschee der Stadt, ist wirklich ein Hingucker und war zudem eine gute Orientierung, wenn wir kurz davor waren, uns in den Souks zu verlaufen. Als Nicht-Moslem darf man sie allerdings nicht betreten.

4. Mit Taxifahrern und Straßenhändlern sollte man immer feilschen, denn sie bieten Touristen ihre Dienstleistungen völlig überteuert an, auch wenn uns die Preise immer noch nicht teuer vorkommen. Marrokkanische Dirham sind weniger wert als Euro.

5. Der Verkehr in Marrokko ist gewöhnungsbedürftig, wenn man es aus Deutschland kennt, dass die Autos immer vor roten Ampeln Halt machen. Als Fußgänger muss man sich manchmal regelrecht durch den Verkehr schlängeln.

6. Die Menschen sind entspannt. So entspannt, dass man bei der Kasse im Supermarkt auch mal zehn Minuten wartet, während zwei Leute vor einem dran sind. Als Tourist/in hilft es auch sehr, sich ebenso zu entspannen.

7. Ein Hennatattoo kann ein hübsches Andenken an die Zeit in Marrakesch sein. Ganz unabhängig davon, ob man sich Glück in der Liebe wünscht oder nicht.

8. Ausflüge in die Natur um die Stadt lohnen sich absolut, wie zum Beispiel unsere Tour zu den Ouzoud-Wasserfällen. Eine Reisetour lässt sich an fast jeder Ecke in Marrakesch buchen und feilschen kann man dabei auch noch (was J. erfolgreich getan hat).

9. Für mich war es ein Highlight, auf einer Dachterrasse mit Blick auf den Djaama el Fna einen Minztee zu trinken und dabei über Gott und die Welt zu plauschen, während die Sonne glutrot hinter den Häusern verschwindet und nach und nach die Lichter an den Händlerständen angehen. Ich könnte Stunden dort sitzen und Marrakesch betrachten.

Vegan in Marrakesch

Wie steht es mit veganer Ernährung in einer Stadt wie Marrakesch, mögen einige von Euch jetzt fragen. In unserem Hotel gab es Halbpension, das heißt, Frühstück und Abendessen bekamen wir dort jeden Tag. Das Frühstück war alles andere als typisch marrokkanisch, mit überzuckert aussehenden Croissants und Kuchen, wenn man mal von der salzigen Hirsesuppe in einem Topf absah. Ich spähte in den Topf inmitten des Frühstücksbuffets und versuchte, herauszufinden, ob es Porridge sein sollte, und wenn ja, ob er mit Kuhmilch gemacht wurde. "That's soup", erläuterte mir der Kellner auf meine Nachfrage, und die sei nur mit Wasser gekocht. Dass der Hirsebrei tatsächlich als Suppe verstanden wurde, begriff ich, nachdem ich den salzigen Geschmack auf der Zunge schmeckte.
Von nun an kippte ich immer Marmelade oder Rote Grütze mit hinein.

Unterwegs machten J. und ich einen Supermarkt ausfindig, in einer extrem modernen Straße, in der ich fast ein wenig über den hiesigen H&M schockiert war (für mich passte der überhaupt nicht in die Atmosphäre dieser Stadt, doch muss ich bedenken, wie modern Marrakesch an gewissen Ecken wieder sein kann). Die Stadt ist voller Kontraste, das lernte ich hier. In dem Supermarkt besorgten wir uns ein wenig Obst. Bei unserem ersten Besuch auf dem Djaama el Fna probierten wir auch einen Orangensaft, der wirklich extrem lecker schmeckte (viel besser als im Hotel beim Frühstück).

Das Abendessen wurde auf unseren Wunsch hin für uns vegan vorbereitet, nach einiger Verständigung mit dem Kellner am ersten Abend, und damit waren wir meistens zufrieden. Es gab Gurken- und Tomatensalat mit Zwiebeln für mich, Reis mit Rosinen, gekochtes Gemüse und geröstete Kartoffelscheiben mit Soße. Die Gewürze schmeckten manchmal sehr ungewöhnlich, aber nicht schlecht. Damit war ich gut versorgt. Mein Highlight zum Nachttisch waren Wassermelonen, sodass ich einen Abend fast enttäuscht war, als der Kellner uns Schokopudding (mit Sahne, Milch, vielleicht sogar Gelatine) servieren wollte.

Das beste Essen genossen wir bei unserer Tagestour in einem Restaurant auf einer Terasse auf einem Felsen im Gebirge, mit Blick auf die Ouzoud-Wasserfälle. Meinen Lieblingsnachtisch in diesem Land - saftige Wassermelonenscheiben- gab es auch hier. Für die anderen gab es keine Tajine, sondern einfach nur Fleischspieße als Hauptgang. "Wir hatten definitiv das bessere Essen", sagte ich zu J. Als wir später die Gerippe der Ziegen beim Kochstand des Restaurants sahen, an denen noch die vollständigen Köpfe der Tiere hingen, waren wir leicht schockiert und empfanden Mitleid (in Deutschland, wo es so was in noch viel größeren Mengen gibt, werden solche Anblicke bewusst von der Öffentlichkeit ferngehalten). Umso überzeugter waren wir nun von dem leckeren, veganen Essen, das wir essen durften.
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Die Wasserfälle von Ouzoud

J. und ich saßen ganz vorne im Reisebus, voller Erwartungsfreude, neben dem Fahrer, während die Landschaft neben der Landstraße an uns vorüberzog. Überall sahen wir silbergrüne Olivenbäume, Ziegen, winkende Kinder und danach sehr viel Gebirge. Mit weiteren Touristen aus Brasilien, Spanien und England strebten wir heute ein Ziel an, für das wir um acht Uhr morgens das Hotel verlassen hatten: Die Wasserfälle von Ouzoud.

Über zwei Stunden kurvten wir durch die Landstraßen Marrokkos und durch das Atlasgebirge. Allein der Anblick der bergigen Landschaft faszinierte mich.
In den nächsten Stunden führte uns M., der Tourguide, zu Fuß durch das Gebirge. Unterwegs trafen wir auf eine weitere Reisegruppe und einige Affen, die sich dort versammelt hatten, voller Erwartung auf Futter. Ich war begeistert beim Anblick der Tiere und zückte direkt mein Smartphone. Aus ihren fast menschlich wirkenden Augen blinzelten die Primaten uns an. J. und ich bekamen jeweils eine Erdnuss in die Hand gedrückt. Die Affen, sicherlich schon gut genährt durch den Touristenandrang, fackelten nicht lange und griffen mit ihren Händen nach der Nuss.

Bei einer zwischenzeitlichen Rast bekamen wir die Gelegenheit, in einer Lagune in kristallklarem Wasser zu baden, inmitten der Felsen. Das war genau meins. Als J. und ich im Wasser saßen und ich die Libellen beobachtete sowie die Felsenspringer aus unserer Truppe, die sich von einem Felsvorsprung ins Wasser stürzten, war ich höchstzufrieden. Da störte es auch gar nicht, dass meine Haare durch einen besonders gewagten Sprung triefend nass wurden. "Es ist schöner als die Ostsee", sagte J. zu mir. Und das will etwas heißen bei ihr.

Nach ausgiebigem Plantschen und weiterem Fußmarsch erreichten wir sie: Die Ouzoud-Wasserfälle. In aller Größe erstreckten sie sich vor uns und ergossen sich tosend in das Tal vor uns. Keine Postkarte und kein Foto, das ich geschossen habe, reicht an diesen Blick heran. Nun wussten J. und ich, dass sich der Weg gelohnt hatte. Mohammed führte uns ins Tal, zum Fuß des Wasserfalls. Bei einer Bootstour kamen wir den rauschenden Wassermassen besonders nahe, als der Bootsmann dicht heranruderte. Ein Sprühregen aus der Richtung des Wasserfalls legte sich auf mein Gesicht und meine Arme- es war einfach nur beeindruckend.
Im Tal tummelten sich viele Menschen, sowohl Touristen als auch Einheimische. Viele schwammen in dem Naturpool vor dem Wasserfall oder sprangen in unterschiedlichsten Schrauben von Felsvorsprüngen.

Beim Mittagessen, bei uns vegetarische Tajine (Kartoffeln und Gemüse in einer öligen Soße) genossen J. und ich die paradiesische Atmosphäre des Tals.
M. erklomm mit uns weiter den Berg, als wir satt waren, und zeigte uns den Wasserfall aus unterschiedlichsten Perspektiven. Ich empfand ihn aus allen Höhen als imposant, ebenso die Aussicht auf die weitläufigen Berge des Atlas-Gebirges.

Henna als Andenken


Am vorletzten Abend beschloss ich, mir ein Hennatattoo als Andenken machen zu lassen. Ich entschied mich spontan dafür, als J. und ich auf dem Djaama el Fna herumschlenderten.
Hennatattoos fand ich schon immer wunderschön, deshalb erinnert die Farbe meines Sonnentattoos auf meinem Oberarm auch an eine Hennabemalung. In Marrakesch bekam ich die Gelegenheit, meine linke Hand verzieren zu lassen.

Wir handelten den Preis bei der Hennamalerin auf vierzig Dirham herunter und ich bestand darauf, orange Hennapaste zu nehmen statt der schwarzen, in der gewöhnlich Giftstoffe enthalten sind. Einheimische hatten uns bereits verraten, dass für Touristen die Preise für die Hennabemalung übertrieben hochgeschraubt werden (wie viele der Preise hier, wenn es um Touristen geht). So wurde gefeilscht, was das Zeug hielt, und wir einigten uns, bevor ich den Stand verlassen konnte.

Die Hennamalerin schaute uns aus ihren schönen Augen an, das einzige, was wir von ihrem Gesicht sahen, umhüllt von einer Burka, und machte sich ans Werk. Sie mache das seit dreißig Jahren, berichtete sie, und streute mir noch eine gründliche Portion Glitzer auf das gemalte Muster. Die Erde sollte ich drei Stunden später abwaschen.

Auch J. beschloss danach, ihre linke Hand als Andenken für zuhause verzieren zu lassen, nachdem sie noch ein wenig in dem Heft mit den angebotenen Motiven geblättert hatte. Mit dem Ergebnis waren wir sehr zufrieden. Zwei Wochen sollte die Farbe halten, also hatten wir noch einige Tage etwas davon. Die Frau teilte uns mit, dass die Verzierungen Glück in der Liebe bringen sollten. So einen Nebeneffekt zu einer schönen Bemalung kann ich nur gut heißen

Djaama el Fna

Der Djaama el Fna ist der beliebteste und bekannteste Platz von Nordafrika, lese ich im Reiseführer. Früher war er der Platz der Gehängten, wo über Schwerstverbrecher gerichtet wurde, heute ist es der Platz der Gaukler. Zu Recht, denn wir konnten am späten Abend einige Artisten beobachten, die Saltos und Handstand präsentieren, umringt von einem Kreis aus Schaulustigen.
Ich war ganz aus dem Häuschen, auch hier im entfernten Orient mein Hobby von zuhause, Artistik, erleben zu können.
Als J. und ich über den Platz schlenderten, konnten wir Trommler entdecken, Märchenerzähler, die bei einer orientalischen Lampe im Schneidersitz Geschichten erzählten, und Schlangenbeschwörer. An allen Seiten priesen Händler ihre Ware an und versuchten, uns von dem Kauf zu überzeugen. Souvenirs und ein paar Postkarten hatten wir jedoch bereits. Sie riefen noch lange hinter uns her, während wir uns den Weg durch das Gewusel bahnten. Ich liebte es, vor allem um diese Zeit. J. und ich hatten vorsorglich ein Taxi genommen, um abends hier sein zu können.

Die meisten Schlangenbeschwörer hatten wir schon bei Tag gesehen, am Anfang unseres Urlaubs. Da gab es Anacondas, die zusammengerollt neben den Beschwörern lag, und schwarze Kobras mit aufgestelltem Nackenschild. Die Händler winkten uns heran, in der Hoffnung, dass wir ein Foto mit den Schlangen machten, gegen einige Dirham. Grundsätzlich finde ich es sehr faszinierend, mich mit Schlangen zu beschäftigen, sie anzufangen oder sie mir um den Hals zu legen. Dazu war ich bereits in Singapur gekommen, als ich mir während meiner Asienreise eine Anaconda um den Hals gelegt hatte. Doch über die Tiere auf dem Djaama el Fna hatte ich zu viele unschöne Geschichten gehört, nach denen die Tiere nicht gut behandelt und zuviel Stress ausgesetzt werden. J. und ich hatten nicht vor, das zu unterstützen, deshalb erblickten wir die Schlangen nur aus der Ferne. Auch an den Ständen mit angeketteten Affen gingen wir schleunigst vorbei.

Wir hatten den Tipp bekommen, uns in der Dämmerung auf eine der Dachterrassen rund um den Platz der Gaukler zu setzen und mitzuerleben, wie die Sonne untergeht und sich der Djaama el Fna immer mehr mit Menschen füllt, sowohl mit Einheimischen als auch Touristen. Deshalb suchten J. und ich uns eine Dachterrasse, auf der noch vergleichsweise wenig los war, und bestellten uns einen Minztee. Dieser wurde uns in orientalisch verzierten Teekannen serviert, ganz passend zu der Umgebung. Hinter der Koutoubia-Moschee ging dann mit der Zeit die Sonne unter, während J. und ich plauderten und das Gewusel auf dem Platz beobachteten.

Am Himmel flog eine Schar schwarzer Vögel entlang und erinnerte von der Anordnung an eine Schlange. Bei Einbruch der Dunkelheit gingen nach und nach die Lichter auf dem Platz an und die Atmosphäre wirkte märchenhaft auf mich.

Sonntag, 19. August 2018

Jardin de Majorelle

Marrakesch ist für seine Gärten bekannt, in denen tropische Gewächse zuhause sind. J. und ich brachen schon nach dem Frühstück auf.
Um meine Haare zu schützen, band ich mir ein Tuch um die Haare. In der heißen Sonne gingen wir wieder durch die zahlreichen Gassen und Straßen der Stadt, in denen ich wie so oft gar nicht wusste, wo ich zuerst hinschauen sollte bei all den Farben, Gewächsen und dem lebhaften Straßenverkehr.

Le Jardin de Majorelle ist eine französische Ruheoase im bunten Treiben Marrakeschs. Vor allem für Touristen, wie ich feststellen konnte, überall hörten wir Gesprächsfetzen auf Spanisch, Französisch oder Englisch, zwischen hochgewachsenen Kakteen, Farnen und Bambus. Auch Familien mit Kindern waren hier, sogar auch T., der Fluggast, den ich gebeten hatte, mit J. den Platz zu tauschen. Wir nutzten die Zeit, um kurz über unsere Marrakesch-Erlebnisse zu plaudern und Tipps auszutauschen.

Inmitten der Bäume, Teiche und tropischen Gewächse auf der Fläche von etwa viertausend Quadratmetern befanden sich ein kobaltblaues Häuschen sowie weitere bunt bemalte Elemente wie Tontöpfe und Pavillons. Besonders stechen das kräftige Blau und intensive Gelb heraus.
Benannt ist der Garten nach dem französischen Maler Jacques Majorelle, der ihn 1923 anlegte, mit tropischen Gewächsen, die er überall auf der Welt ausfindig gemacht hatte. Während Majorelles Kunst inzwischen nicht mehr in aller Munde ist, ist sein Garten eine beliebte Attraktion bis heute, aufgekauft und restauriert von Yves Saint Laurent.
Das Blau, das J. und ich dort entdecken konnten, nennt sich auch Majorelle-Blau, benannt nach seinem Schöpfer.

Wir flanierten zwischen Palmen, Brunnen, Pavillons und Kakteen in den erstaunlichsten Formen entlang und nahmen zwischendurch auf einer Bank Platz, um zu entspannen. Ich entdeckte auch ein paar Katzen, die sich am Wegesrand in der Sonne fläzten. Im Gegensatz zu den Straßenkatzen außerhalb der Mauern dieses Gartens schienen die Katzen, die hier durch den Garten streiften, ein angenehmes Leben zu führen.

Ankunft in der roten Stadt


 Vor einer Woche erreichten J. und ich Marrakesch. Wie auf unseren letzten Trips bekamen wir es hin, nebeneinander zu sitzen, obwohl uns unterschiedliche Sitzplätze zugeteilt worden waren. Mein Sitznachbar war auf meine Bitte hin so nett, mit J. den Platz zu tauschen.
Der Flieger verspätete sich um eine halbe Stunde, doch die Menschen in Marrokko sind wesentlich entspannter als zuhause. Damit hatte ich bereits gerechnet.
Der Fahrer wartete auf uns, mit einem Schild, auf dem mein Name stand. “Ich war noch nie so froh, deinen Namen zu lesen“, sagte J.. Schon aus dem Transfer konnte ich mich an der Stadt mit den ockerfarbenen Flachdachbauten kaum satt sehen. Es gibt in Marrakesch Palmen, die die Straßen säumen, unter Reklameschildern werden Kakteen angepflanzt und die Straßenlaternen sind mit orientalischen Schnörkeln verziert.

Nach dem Einchecken ins Hotel blickte ich aus dem Fenster und sah das Theatre Central mit der sandfarbenen Kuppel auf der gegenüberliegenden Straßenseite und wusste jetzt schon, dass die “rote Stadt“, wie Marrakesch auch genannt wird, mir jetzt schon gefiel.

Theatre Central
Am gleichen Abend erkundeten wir ein wenig die Umgebung, bevor es dunkel wurde.
Die warme Luft (vermutlich aus der Sahara) schlug uns entgegen, als wir das Hotel verließen. Der Verkehr war laut, überall hupten Autos (teilweise auch wegen uns) und mit Verkehrsregeln nahm man es hier wohl nicht so ganz genau. Wenn wir nach dem Weg fragten, erwiesen sich die Menschen als sehr hilfsbereit und viele sprachen sogar gutes Englisch.

Die Temperatur lag hier bei über dreißig Grad, jedoch hatten mich die ungewöhnlich hohen Temperaturen bei mir zuhause zumindest schon ein wenig auf die Hitze hier vorbereitet. Abends war es besonders angenehm und ich nutzte die Gelegenheit, in den Hotelpool zu springen.

Montag, 6. August 2018

Marrakesch

Ghana soll dieses Jahr nicht meine einzige Reise nach Afrika bleiben: Meine beste Freundin J. und ich beschlossen kurz nach meiner Rückkehr aus Ghana, für sieben Tage nach Marrokko zu reisen: In die farbenfrohe, orientalische Stadt Marrakesch. In einer Woche werden wir unsere Reise starten.
Marrakesch steht ebenso auf meiner Liste der Orte, die ich unbedingt bereist haben möchte. Wenn ich an Marrakesch denke, denke ich an eine märchenhafte Atmosphäre aus 1001 Nacht, an Bazare, auf denen bis zum Gehtnichtmehr gefeilscht wird, an exotische intensive Gewürze und eine märchenhafte, farbenvielfältige Stadt, entrückt von Zeit und Geschichte. Ich bin gespannt, ob sich dieses Bild von Marrakesch so erfüllen wird - Reisen bedeutet auch immer, sich überraschen zu lassen und auf das Unbekannte einzulassen.

Mahi Binebine, der heute bekannteste Maler Marrokkos, schrieb einmal
: "Ja, so ist Marrakesch nunmal, mein Herz. Eine alte Hexe, deren Seele sich mit den Zeitläufen wandelt. Weltoffen und doch verschlossen, betörend und beängstigend zugleich. Eine Stadt wie diese gibt es kein zweites Mal."