Von nun an kippte ich immer Marmelade oder Rote Grütze mit hinein.
Unterwegs machten J. und ich einen Supermarkt ausfindig, in einer extrem modernen Straße, in der ich fast ein wenig über den hiesigen H&M schockiert war (für mich passte der überhaupt nicht in die Atmosphäre dieser Stadt, doch muss ich bedenken, wie modern Marrakesch an gewissen Ecken wieder sein kann). Die Stadt ist voller Kontraste, das lernte ich hier. In dem Supermarkt besorgten wir uns ein wenig Obst. Bei unserem ersten Besuch auf dem Djaama el Fna probierten wir auch einen Orangensaft, der wirklich extrem lecker schmeckte (viel besser als im Hotel beim Frühstück).
Das Abendessen wurde auf unseren Wunsch hin für uns vegan vorbereitet, nach einiger Verständigung mit dem Kellner am ersten Abend, und damit waren wir meistens zufrieden. Es gab Gurken- und Tomatensalat mit Zwiebeln für mich, Reis mit Rosinen, gekochtes Gemüse und geröstete Kartoffelscheiben mit Soße. Die Gewürze schmeckten manchmal sehr ungewöhnlich, aber nicht schlecht. Damit war ich gut versorgt. Mein Highlight zum Nachttisch waren Wassermelonen, sodass ich einen Abend fast enttäuscht war, als der Kellner uns Schokopudding (mit Sahne, Milch, vielleicht sogar Gelatine) servieren wollte. Das beste Essen genossen wir bei unserer Tagestour in einem Restaurant auf einer Terasse auf einem Felsen im Gebirge, mit Blick auf die Ouzoud-Wasserfälle. Meinen Lieblingsnachtisch in diesem Land - saftige Wassermelonenscheiben- gab es auch hier. Für die anderen gab es keine Tajine, sondern einfach nur Fleischspieße als Hauptgang. "Wir hatten definitiv das bessere Essen", sagte ich zu J. Als wir später die Gerippe der Ziegen beim Kochstand des Restaurants sahen, an denen noch die vollständigen Köpfe der Tiere hingen, waren wir leicht schockiert und empfanden Mitleid (in Deutschland, wo es so was in noch viel größeren Mengen gibt, werden solche Anblicke bewusst von der Öffentlichkeit ferngehalten). Umso überzeugter waren wir nun von dem leckeren, veganen Essen, das wir essen durften.
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