Donnerstag, 5. August 2021
Hola Barcelona!
Mittwoch, 4. August 2021
Paris
Unser Abend in Paris wurde viel länger als geplant, sodass wir die Seine entlang und an der Notre-Dame letztendlich bis zum Eiffelturm liefen. So konnten wir auch einen Blick auf den im Dunkeln golden glitzernden Eiffelturm erhaschen. Beim Näherkommen an den Eiffelturm stellten wir fest, dass er von einem Schutzwall umgeben war, der fest installiert war. Die Wiese unter dem Eiffelturm, über die ich die vergangenen Male gelaufen war, war nun nicht mehr vorhanden. Daher betrachteten M. und ich das Bauwerk lieber aus ein wenig Entfernung. Bei der Notre-Dame erging es uns ähnlich, auch die bekannte Kirche war umgeben von einem Wall, sodass nur ein Stück aus der Entfernung von ihr zu sehen war. Es wirkte, als würden sich in Paris zurzeit viele Baustellen befinden. Wir waren so lange unterwegs, dass wir noch das letzte Funkeln des Eiffelturms für diese Nacht mitbekamen, als wir uns auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft befanden.
Insgesamt fiel mir an diesem Abend auf, dass die Gassen Paris nicht mehr so gepflegt wie in meiner Erinnerung waren, und es offensichtlich keine Seltenheit war, dass die Menschen an die Hauswände urinierten. In Paris war ich schon einige Male in meinem Leben gewesen. Und jedes Mal hatte ich einen anderen Eindruck davon. Wenn wir zu einem Ort zurückkehren, an dem wir schon waren, hat es immer etwas mit der Jahreszeit, der aktuellen Situation und unserer individuellen Perspektive zu tun, wie wir den Ort wahrnehmen. Als Kind wirkte die Stadt auf mich laut und aufregend, später lernte ich sie durch die märchenhafte Brille Disneylands kennen und ansonsten hatte ich es, besonders im Frühling, sehr charmant in Erinnerung. Diese Nacht zeigte sich Paris mir von seiner großstädtischen und unperfekten Seite und doch empfanden wir es als aufregenden Auftakt am ersten Abend unserer Reise zur Einstimmung auf den Monat, der vor uns lag, nachdem wir mehrere Stunden mit dem Zug aus dem deutschen Norden hierhergelangt waren.
Am Tag schlenderten M. und ich über den Montmartre, wo wir einige Maler*innen und Künstler*innen auffinden konnten, und blickten auf der Aussichtsplattform vor der hübschen weißen Kirche Sacre Coeur über die Stadt. Zu Fuß liefen wir den Hügel wieder hinunter und statteten dem Arc de Triomphe, dem Triumphbogen einen Besuch ab. Um ihn herum befindet sich ein Kreisel, in den mehrere Straßen münden, und dementsprechend ist der Verkehr dort ein Spektakel für sich- hupende Autos und Rollerfahrer*innen düsen hier in hoher Geschwindigkeit vorbei, was etwas chaotisch aussieht.
Neben diesen typischen Sehenswürdigkeiten, die nahezu kein*e Paris-Urlauber*in auslassen wird, besuchten M. und ich die Freiheitsstatue in Paris. Wer jetzt an New York denkt (über die Freiheitsstaue dort habe ich auch vor zwei Jahren geschrieben), liegt damit gar nicht so falsch, denn diese war ursprünglich auch ein Geschenk Frankreichs. Die kleine Schwester der großen Freiheitsstatue, die bei Weitem nicht so bekannt ist, verbirgt sich hinter einem Spazierweg in einem Park, der von der Seine umgeben ist. Wer einmal eine Freiheitsstatue sehen möchte, muss demnach gar nicht so weit reisen.Am Folgetag brachen M. und ich zu dem Bahnhof Gare du Lyon auf, um in den Zug nach Spanien zu steigen. Gare du Lyon ist ein nostalgischer Bahnhof, dessen Turm mit der großen Uhr und die hellen Farben ein wirklich schöner Anblick ist. Wir waren bereit für Barcelona, unser nächstes Ziel.
Sonntag, 1. August 2021
Interrail durch Spanien
Nach langer Zeit im Lockdown und dem Abschluss meines Studiums entwickelte sich bei meinem Freund M. und mir der Plan, einmal mit einem Interrail-Ticket zu verreisen. Dieses Ticket ermöglicht jungen Menschen in einem bestimmten Zeitraum mit einer bestimmten Anzahl von Reisetagen mit Fernzügen durch Europa zu reisen. Da wir beide aus ökologischen Gründen das Fliegen meiden, insbesondere auf Strecken innerhalb Europas, gehörten Züge ohnehin zu unseren liebsten Fortbewegungsmitteln.
Nachdem die Coronaregelungen es mit dem aufkommenden Sommer wieder zuließen, entschieden wir uns für den Juli als Monat, in dem wir unsere Reise durch Spanien machen wollten. Zahlreiche Pläne und Planänderungen später (Portugal fiel kurz vor Beginn der Reise wieder raus, nachdem sich die Coronazahlen dort wieder negativ entwickelten) packten wir Koffer und Backpackerrucksack. Beim Bahnhof hatten wir die Zugreservierungen vorgenommen, die in Ländern wie Spanien und Frankreich vonnöten sind und in den Gesamtkosten für die Interrailreise mit beachtet werden müssen.
An einem regnerischen Morgen stiegen wir in die U-Bahn unserer Heimatstadt, einen negativen PCR-Test im Gepäck, und freuten uns auf einen Monat voller Abenteuer, Sonnenschein und neuer Eindrücke in der Ferne. Ich verspürte wieder das Kribbeln im Bauch und die Vorfreude darauf, mit M. nun eine längere Reise anzutreten.
In meiner Jugend war ich schon öfters in Spanien gewesen, jedoch meistens in den Inselregionen, wie Mallorca und den Kanarischen Inseln. Diesmal sollte ich als Zugreisende noch viel intensiver und näher kennen lernen. In den nächsten Blogbeiträgen möchte ich euch auf diese Reise mitnehmen, liebe Leser*innen, die für uns einige Überraschungen bereithalten sollte.
Sonntag, 6. September 2020
Elsässisch für Anfänger
Am Morgen unserer Abreise begaben M. und ich uns im strömenden Regen zu unserer Flixbus-Station. Die Tage davor hatten wir Glück mit dem Wetter gehabt- es war immer angenehm warm gewesen, doch nicht zu heiß. Es dauerte keine fünfzehn Minuten, dass wir kurz darauf im Flixbus über die Brücke nach Deutschland hinüberfuhren und Frankreich bereits wieder verlassen hatten.Insgesamt waren die Tage Straßburg eine schöne Auszeit, vor allem war es unser erster Urlaub, seitdem die Corona-Krise begonnen hatte. In der elsässischen Stadt ist der deutsche Einfluss stark
zu spüren, was schon an den Straßenschildern erkennbar ist. Unter dem französischen Namen steht immer noch ein Name auf Altdeutsch. Mit Deutsch kommt man hier tatsächlich genauso gut weiter wie mit Englisch. Als ich in einem Restaurant an der Theke etwas auf Englisch bestellen wollte, stellte sich heraus, dass der Mitarbeiter perfekt Deutsch sprach, worüber ich im ersten Moment etwas erstaunt war. Ich konnte auch beobachten, dass sich an den Glasscheiben mancher Läden Aufkleber mit der Aufschrift "Wir sprechen Deutsch" befanden- und das waren nicht wenige.
Für einen Kurztrip empfanden wir Straßburg als sehr passend. Der Charme der Stadt besteht in den alten Häusern, den Gassen, durch die wir schlendern können und der liebevollen Gestaltung der Stadt. Jedoch ist Straßburg keine Stadt, in der sich viel unternehmen lässt und in der Actionliebhaber auf ihre Kosten kämen, sodass es völlig ausreichend ist, ein paar Tage dort zu verbringen und das französische Flair zu erleben.
Als w
ir nach leckerem veganen Essen suchten, stellten wir fest, dass die hier angebotenen Süßteilchen
hier besonders beliebt sind, mehr noch als das pikante Essen, das wir in den veganen Restaurants und Imbissen auffinden konnte. M. ließ sich beispielsweise einen Biskuit-Muffin mit süßer Creme obenauf schmecken. Darüber hinaus konnten wir neben der elsässischen Küche einiges an internationaler Küche, wie es in den meisten Städten üblich ist, in Straßburg finden. Öfters genossen wir es jedoch, fernab von Restaurants unter freiem Himmel zu essen, beispielsweise eine Portion Obstsalat, während wir am Wasser saßen.
Das Europaviertel
Einen weiteren Kontrast konnten wir in dem Europaviertel Straßburgs ausfindig machen.
Dort befinden sich der Europäische Gerichtshof und das Europa-Parlament. M. und ich liefen dafür von unserer Unterkunft zu Fuß dorthin und durchquerten dabei eine lange Straße, in der sich ein Konsulat an das andere reihte. Darunter befand sich beispielsweise die russische Botschaft.
Rund um das Europa-Parlament gab es noch ein paar Spots zu entdecken. Sogar ein Stückchen Berliner Mauer mit einem französischen Schriftzug konnten wir durch die Stäbe eines Zauns erkennen.
Zudem gab es Skulpturen zur Erklärung de
r Menschenrechte durch Europa und Wandtafeln, auf denen die Grundsätze Europas auf Französisch und auf Englisch aufgelistet waren.
Als wir das Europa-Parlament ein Stück umrundet hatten und in eine Straße mit farblich einheitlichen Wohnhäusern einbogen, bot sich uns wieder ein kontrastreiches Bild, das M. sogleich mit seiner Handykamera festhielt: Wenn man zwischen den terrakottafarbenen Wohnhäusern und deren Grundstücken hindurchsah, ragte dahinter das gläserne Europa-Parlament auf. Es kam uns so vor, als prallten zwei Welten aufeinander.
Park de l'orangerie
Direkt gegenüber von dem Europa-Parlament liegt der Park de l'Orangerie,
Straßburgs ältester Park. Der Park hat seinen Namen daher, dass hier
nach der französischen Revolution Orangenbäume gepflanzt wurden.
M.
und ich hatten belegte Baguettes eingepackt, mit denen wir uns an den
großen Teich in dem Park setzten. Es dauerte nicht lange, dass wir
Besuch von einer sehr hungrigen und sehr anhänglichen Wasserschildkröte
bekamen. Mit großem Appetit verschlang sie zwei Salatblätter, die wir
ihr zuwarfen.
Als
ich wenig später noch ein Stückchen Pfirsich ins Wasser warf, war sie
leider nicht schnell genug, sodass sich ein Fisch es blitzschnell
schnappte und dann wieder im dunklen Wasser verschwand. Offensichtlich
lebte einiges in diesem Teich.
Der Park an sich hat ein paar künstliche Wasserfälle, eine tropischen Garten zu bieten sowie einen romantischen, weißen Pavillon.
An hübsche
n Fotomotiven ist hier
einiges zu finden. Bei dem Teich, an dem wir unser Picknick machten, gab es die Möglichkeit, Ruderboote
zu mieten. M. und ich zogen es jedoch vor, durch den Park zu laufen.
Die Gelegenheit, uns sportlich zu betätigen, bekamen wir trotzdem. In
dem Park konnten wir einen Fitness-Spot mit Geräten zum Krafttraining
finden, die wir direkt ausprobierten. An den Geräten war alles anhand
von Bildern erklärt und nicht in französischer Sprache, sodass M. sich
fast wie in Deutschland fühlte, wie er sagte. Um ein wenig Zeit in der Natur zu verbringen nach dem Erkunden der Gassen in der Altstadt Straßburgs war dieser Park genau das Richtige.
Petit France
Petit France - "Kleines Frankreich" wörtlich übersetzt- ist ein Viertel in Frankreich mit kleinen malerischen, windschiefen Häusern am Wasser, zwischen denen die Wege teilweise mit schmucken Brücken verbunden sind. Die Ill fließt durch dieses Viertel, dessen Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen. Während das Viertel zu der Zeit eher unbeliebt und voller finsterer Gestalten wie Banditen gewesen sein soll (wozu M.'s Assoziation eines der Häuser mit dem Wilden Westen passt), ist Petit France heute ein Besuchermagnet und eine Augenweide.Mit Straßburg wird das Bild der Fachwerkhäuser am Wasser am meisten verbunden und auch ich habe es mit der elsässischen Stadt assoziiert, bevor ich hierhergekommen bin.
Ein beliebter Punkt sind die gedeckten Brücken, von denen inzwischen gar nicht mehr alle gedeckt sind. Der Name rührt noch aus früheren Zeiten, wo die Brücken als Wehr dienten, gegenüber von den Wehrtürmen und damit als Schutz. M. und ich konnten von einer Plattform, die auf der Wehrbrücke lag, auf Petit France blicken. Die hübschen Häusern lassen sich von diesem Aussichtspunkt jedoch nicht so gut betrachten wie bei einem Rundgang durch die Gassen, weshalb Letzteres mir noch besser gefallen hat.
An einem Abend
besuchten M. und ich bei Einbruch der Dunkelheit das Viertel und sahen uns die beleuchteten Häuser und den angestrahlten Wehr bei den gedeckten Brücken an. Am Wasser und zwischen den Häusern befanden sich zahlreiche Straßencafés und Restaurants, in denen sich viele Menschen tummelten. Auch am Wasser hatten sich einige junge Menschen versammelt, um den lauen Abend hier ausklingen zu lassen. Sehr beeindruckend sind die Spiegelungen im Wasser, die sich zu dieser Zeit beobachten lassen.










