Dienstag, 19. Oktober 2021

Innsbruck- Die Großstadt in den Alpen

 Als M. und ich im ICE über die deutsche Grenze nach Österreich fuhren, bot sich uns ein Bild aus tiefliegenden Wolken an den Berghängen, die sich uns am Anreisetag offensichtlich noch nicht in ihrer ganzen Pracht zeigen wollten. Als Kind war ich auch schon einige Male in den Alpen gewesen und nun bekam ich die Gelegenheit, Innsbruck kennen zu lernen, die Hauptstadt Tirols. Da mein Freund die Berge liebt und wir schon seit Längerem davon sprachen, dass wir die Stadt einmal kennen lernen wollten, hatten wir einige Wochen zuvor den viertägigen Trip gebucht. Meine Freundinnen hatten mir die Wochen davor vorgeschwärmt, wie viele vielsprechende Instagram-Fotos sie von Innsbruck in letzter Zeit gesehen hatten - mit traumhaften Bergaussichten, mit und ohne Schnee sowie einem hübschen Stadtbild- dementsprechend war meine Neugierde groß.

Beim Heraustreten aus dem Bahnhof war das Erste, das ich wahrnahm, die frische und kühle Luft, die ich atmete- dabei befanden wir uns inmitten der Stadt. Für Anfang Oktober erschien mir das Klima zudem geradezu winterlich, als wäre ich vom norddeutschen Herbst direkt in den Tiroler Winter gewechselt. Da war es eine gute Entscheidung gewesen, meine Winterjacke und meinen dicken Schal anzuziehen. Auf dem Weg zum Hotel, bei dem wir unsere Trolleys den Bürgersteig entlang hinter und herzogen, blitzten hinter den Häuserblocks die Berge der Nordkette auf, auch wenn sie zum großen Teil in Wolken gehüllt waren. Zu welcher Seite wir auch blickten, irgendwo gab es Berge. "Wie schön das erst aussehen muss, wenn die Wolken weg sind und der gesamte Berg zu sehen ist", sagte M.. Wir sollten es in den Tagen darauf noch erfahren. 

Mit unserem Hotelzimmer hatten wir Glück, es besaß an zwei Wänden Fenster und wenn wir mit hochgezogenen Rollläden im Bett lagen, konnten wir auf die ruhige Seitenstraße hinaus und auf den hinter den Häusern aufragenden Berg blicken. Natürlich machte ich unzählige Fotos von diesem Ausblick. Als wir durch die Innenstadt liefen, wo sich auch das Goldene "Dachl", ein kleines Dach aus goldenen Dachschindeln, befand, konnten wir viele italienische Restaurants und schmucke Häuser entdecken. 
Das Wasser des Inns, dem Fluss, dem die Stadt ihren Namen verdankt, war aufgrund seiner starken Strömung kristallklar und von der Farbe eisblau. Ein wenig verwundert waren wir nur darüber, dass am Donnerstag um 19 Uhr das Stadtzentrum wie leergefegt wirkte und die ganzen Geschäfte bereits schlossen. Die Menschen, die nun noch unterwegs waren, versammelten sich nun offenbar in den Restaurants und Bars. 

An einem der Folgetage zog ich morgens das Rollo unseres Hotelzimmers hoch und konnte mit M. den Berg bis fast zum Gipfel sehen: Nun war die Gelegenheit, um mit der Bergbahn zur Bergspitze zu fahren. Wir stiegen in der Innenstadt an einer Bergbahnstation ein, deren modern designtes Dach wie ein Gletscher geformt war- die Assoziation mit den Bergen war eindeutig. Wir mussten einmal umsteigen und fuhren das letzte Stück mit einer Seilbahn ganz nach oben. Die Bergbahn raste den Berghang hinauf, durchbrach die weiße Wolkendecke und was wir dann sahen, begeisterte uns wirklich: Über uns befand sich strahlend blauer Himmel und die leicht mit Schnee bedeckten Bergspitzen rund um Innsbruck ragten  aus der watteartigen Wolkenschicht empor. Die Stadt war unter den Wolken kaum sichtbar. Es schien, als hätten wir eine Welt über den Wolken betreten. Die Luft war frisch und klar und am Rande des Wanderweges zum Gipfelkreuz, den wir jetzt hinaufstapften, lag überall Schnee. Dieser war jedoch so gefroren, dass es fast schon Eisklumpen waren. 

Zum ersten Mal in dieser Saison kam ich dazu, meine Handschuhe anzuziehen. Mein insgeheimer Wunsch, auf diesem Trip etwas Schnee zu erleben, hatte sich soeben erfüllt. Als ich den Wind im Gesicht spürte und mit M. auf die Landschaft um uns herum blickte, wusste ich wieder, warum ich das Reisen liebte: Ich empfand es immer wieder als Geschenk, die Schönheit unseres Planeten zu erleben und mich immer wieder aufs Neue von ihr überraschen zu lassen. Insgesamt hatte ich vergessen, seit ich als Kind in den Alpen Urlaub gemacht hatte, wie schön die Alpen waren.

Eine Ebene tiefer fand M. sogar einen Eisbrocken, der von der Form verblüffend stark einem Rentier oder Reh ähnelte. Die Wolken wanderten die ganze Zeit, sodass wir auf unserem Spaziergang plötzlich mitten in einer Wolke standen und ringsum fast nichts mehr sehen konnten außer uns beiden, was ein faszinierendes Gefühl war. Als wir zurück zur Bergbahnstation gelangt waren, war es in der Sonne so warm, dass wir unseren Mittags-Snack auf einem Stein sitzend verdrücken konnten. Die Wolkendecke über dem Tal hatte sich inzwischen so weit verzogen, dass wir freie Sicht auf Innsbruck hatten. Erschöpft, doch zufrieden fuhren wir wieder ins Tal hinunter. 

Donnerstag, 9. September 2021

Auf Schienen zurück nachhause

Nach den letzten Tagen unserer Reise, die wir in Barcelona zum Abschluss noch einmal ausgekostet hatten, wurde es Zeit,  nach Deutschland zurückzukehren. Von Barcelona aus ging es über Paris wieder in unser Heimatland.
Einen Monat lang waren wir nun unterwegs gewesen, in verschiedensten Zügen wie dem deutschen ICE, dem französischen TGV und mehreren spanischen Schnellzügen. Wir hatten wunderschöne Berglandschaften, lebendige Städte und türkisblaues Meer (Barcelona) gesehen und einen Monat lang warmes Wetter, strahlend blauen Himmel und Sonnenschein gehabt. 
Ich bin unglaublich dankbar dafür, dass wir all dies auch trotz Corona erleben durften und es uns überhaupt möglich war, diese Zugreise mit mehreren Etappen zu unternehmen. Nach mehreren Monaten im Lockdown und der trotzdem vorhandenen Sehnsucht, andere Orte zu entdecken, hatte ich der Reise erst recht entgegengefiebert und konnte mit vielen wertvollen Eindrücken wieder nachhause zurückkehren.

Wenn wir Gibraltar mit berücksichtigten, hatten wir insgesamt seit unserer Abreise aus unserer Heimatstadt die gleiche Strecke wie von Hamburg nach Peking zurückgelegt. Der Gedanke erscheint mir heftig, da mir die Gesamtstrecke gar nicht so lang vorkam, was vielleicht daran liegt, dass wir sie aufgeteilt hatten. Jedenfalls hat mir unsere Interrail-Reise gezeigt, dass ich es sehr schätze, per Zug zu reisen, und dass mir diese Art des Reisens wie auch M. am meistens zusagt, vielmehr, als ins Flugzeug, ins Auto oder in den Bus zu steigen. Ich bin mir sicher, dass noch einige Zugreisen von uns folgen werden, von denen ich auf diesem Blog berichten kann. 
Bis bald auf diesem Blog, liebe Leser*innen!

Sonntag, 5. September 2021

Vegane Paella & Co: Vegan in Spanien


Während unserer Reise versorgten wir uns hauptsächlich in Supermärkten. Am besten gefielen uns die großen, gut ausgestatteten Mercadonas, die wesentlich mehr Auswahl boten als die Supermercados und Supermercats. Letztere konnten wir an jeder Straßenecke finden, jedoch ähnelten sie eher einem Kiosk und boten nicht so viel frische Waren wie die Mercadonas. 

Als Brotaufstrich kauften wir meisten Hummus, Guacomole aus Avocado und Tomate ein sowie Salsa-Soßen, die sehr häufig mit veganer Rezeptur zu finden waren. Vorteilhaft war es, dass in den meisten Supermärkten die veganen Produkte gekennzeichnet waren. Zudem gab es wenig Supermärkte, die keinen Sojajoghurt anboten. Ich fand sogar Sorten, die ich in Deutschland bisher nicht gefunden hatte, und nutzte die Gelegenheit, sie zu probieren.

Auch an veganen Restaurants mangelte es uns nicht. Im Viertel Barceloneta in Barcelona besuchten wir einen Abend die Vegan Sangria Bar, in der es unter anderem vegane Paella gab. Diese war sogar mit meeresfrüchteähnlichen Fleischalternativen dekoriert. Aus einem früheren Besuch in Spanien assoziierte ich Paella mit einer riesigen schwarzen Kochschale, an deren beiden Seiten sich Henkel befanden, so angefüllt mit dem Reisgericht, dass zwei Personen davon üppig essen konnten. Als uns dann für ein sehr kleiner Kochtopf vorgesetzt wurde, in Vorspeisengröße, war ich ein wenig enttäuscht. Daraufhin holte ich mir bei einem Imbiss ein Pitabrot mit Falafel und Mario fand eine neapolitanische Steinofenpizza, sodass wir diesen Abend dennoch satt und zufrieden wurden. 

Vegane Restaurants gibt es generell viele. Vor allem in Barcelona ist die Auswahl nicht gering. Dort stießen wir sogar auf einige vegane Supermärkte, in denen wir interessiert stöberten. Witzigerweise wurden wir auf einen Penny-Markt Nähe des Plaza Catalunyas aufmerksam, in dem wir im Veganer-Paradies schwelgen konnten. Hier konnten wir vegane Nuggets, Tortilla, Mozzarella, Nussgetränke und sogar ganze Kokosnüsse zum Trinken finden. Die Kokosnuss wurde unser Abschiedsgetränk auf der Reise, das wir uns am letzten Abend am Infinity-Pool unseres Hotels genossen.

Auf ein Neues, Barcelona

Als wir nach unserem aufregenden Trip nach Gibraltar nach Barcelona zurückkehrten, um dort die letzten Tage der Reise zu verbringen, wirkte die lebendige Stadt auf uns allzu vertraut.
Was wir an dem ersten Abend vor allem brauchten, war eines: Ein Waschsalon. Die Reiseautorin Waltraud Hable hat einmal geschrieben, für Langzeitreisende könnte es allein schon ein Erlebnis sein, in einem fremden Land in einen Waschsalon zu gehen; es müssten nicht immer die hochangepriesenen Sehenswürdigkeiten oder gebuchten Trips sein. Und ich kann nun sagen: Sie hat Recht. Ich war bisher auch noch nie in einem Waschsalon, nicht einmal in Deutschland. M. schaltete die Waschmaschine an und wir hatten etwa eine halbe Stunde Zeit, uns die Küssende Wand anzusehen, die ein paar Ecken entfernt lag. Zur Erklärung: Die Küssende Wand ist ein riesiges Bild von zwei sich küssenden Lippen an einem Wall, die aus einer Vielzahl von mit Fotos bedruckten Kacheln zusammengesetzt wurden.

M. und ich nutzten die letzten Tage in Barcelona noch einmal aus, um all das zu erleben, worauf wir Lust hatten. Wir verbrachten einen Tag damit, in die verrückten Museen des Big Fun Museums zu gehen, in dem uns wir mit riesigen Gegenständen gegenseitig fotografieren konnten oder durch ein Haus liefen, das komplett auf dem Kopf stand und den Eindruck vermittelte, wir würden kopfüber an der Decke kleben. Das Meer ließen wir uns auch nicht entgehen, indem wir einen Tag am Strand verbrachten und eine Katamaran-Fahrt buchten. Bei der Katamaran-Fahrt bestand das Highlight darin, dass sich auf dem Deck Lücken befanden, über die feste Netze gespannt waren, durch die das türkisfarbene Wasser sichtbar war. Dies ist bei Weitem nicht so adrenalinfördernd, wie es vielleicht klingen mag; für uns wirkte der Ausflug ganz entspannt. Besonders gefiel es mir, am letzten Tag vor dem Abreisetag morgens zum Stadtstrand bei dem Viertel Barceloneta zu laufen, wo gerade die Sonne zwischen den Palmen aufging, und dort das Frühstück zu genießen. 

M. und ich erfüllten uns zudem den Wunsch, den Tibidabo zu besteigen, den Berg, den wir bei unserem Aufenthalt von der Fensterfront unseres Hotels sehen konnten und auf dem sich das Tibidabo Castell, eine schmucke Kirche, befand sowie der Freizeitpark mit dem Riesenrad. Als wir oben waren, konnten wir, nachdem wir ein Stück um die Kirche herumgelaufen waren, sogar die Berge von Montserrat in weiter Ferne erkennen.

Unterwegs mit Zügen und Fernbussen

Als ich an einem der Tage in Gibraltar von dem Affenfelsen aus zu der Küste Nordafrikas blicken konnte, die zum Greifen nah erschien, wurde mir erst bewusst, wie weit wir es mit unserem Interrailpass und einer Fahrt mit dem Fernbus geschafft hatten. Noch nie war ich so dicht an einem anderen Kontinent gewesen, ohne in den Flieger zu steigen. M. und ich hatten bisher von Deutschland aus ganz Frankreich und Spanien bis zur südlichen Küste durchquert.
Gleichzeitig kamen die Bahnfahrten relativ entspannt vor, da wir diese aufgeteilt hatten und immer ein paar Tage während unserer Reise an einem Ort blieben. Zudem waren wir die meiste Zeit mit Schnellzügen unterwegs, sodass wir nie länger als sieben oder acht Stunden zu unserer nächsten Etappe unterwegs waren.

An die Bahnreisen hatten wir uns schnell gewöhnt, selbst daran, dass wir unsere Masken für lange Zeit am Stück aufbehalten mussten. Mediterrane und bergige Landschaften, die in Andalusien von Olivenbäumen gespickt waren, zogen an uns vorbei. Die Busfahrten nach Gibraltar und von dort aus zurück nach Sevilla verliefen zwar wesentlich holpriger, vor allem, als wir bei Tarifa in Südspanien durch bergiges Gelände sausten, doch insgesamt lohnte sich auch dieser Trip.

Ich ließ, wenn ich nicht gerade ein Buch las oder etwas anderes tat, während der Fahrt oft meine Gedanken schweifen und dachte daran, was wir in den Tagen zuvor an dem Ort, von dem wir losgefahren waren, erlebt hatten. So konnte ich die Zeit des Stillsitzens nutzen, um die vielen vorherigen Eindrücke zu verarbeiten. Zugleich war ich voller Vorfreude auf den nächsten Ort und war bei jedem Losfahren darauf gespannt, was uns als Nächstes erwartete. 

Catalanian Bay und der letzte Tag in Gibraltar

 

Nachdem wir einen Tag lang den Affenfelsen in Gibraltar erkundet hatten, wollten M. und ich am folgenden Tag zum Fuß des Berges gehen und uns ein morgendliches Bad im Meer gönnen. Der Strand der Catalanian Bay besticht durch die Reihe bunter Häuser, über denen der Felsen aufragt. Wir waren schon morgens da, sodass außer uns nur ein paar Möwen über den Sand liefen. Das Wasser fühlte sich eiskalt an, doch wir hatten viel Spaß, sobald wir uns hineingewagt hatten. Ich muss zugeben, ich liebe einsame Strände, an denen sich kaum Menschen tummeln. 

An diesem Morgen hatte ich nur leider das Pech, dass ich auf ein Petermännchen trat, einem giftigen Fisch mit Stacheln auf dem Rücken, der sich in der Ruhe nah zum Ufer getraut hatte. Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt noch nie etwas von diesem Fisch gehört. Ich sollte es erst erfahren, nachdem ich feststellte, dass der Stich an meinem Fuß krampfartige Schmerzen hervorrief und keinesfalls daherkommen konnte, dass ich auf eine scharfkantige Muschel getreten war, wie ich zuerst dachte. Nachdem der Krankenwagen mich ins örtliche Krankenhaus gebracht hatte, wurde mir dort eine Infusion verabreicht, die sich zum Glück als sehr wirksam herausstellte. Meine Freundinnen daheim googelten den Fisch und stellten fest, dass es Petermännchen auch in der Ostsee gibt. An sich passiert solch ein Zwischenfall wohl sehr selten, doch theoretisch kann es fast überall in Europa passieren, wo sich das Meer befindet. Ich riet ihnen, bei ihrem nächsten Urlaub unbedingt eine Reisekrankenversicherung mitzunehmen, nachdem sie sich in meinem Fall bewährt hatte.

Den Tag erholte ich mich in unserem Hotelzimmer in La Línea de la Conception und wurde von M. mit Eiskaffee und leckerem Essen versorgt. Ich war zuversichtlich, die Reise so wie geplant fortsetzen zu können. Einen Tag später sollte es ohnehin mit dem Reisebus zurück nach Sevilla gehen, wo wir noch einmal nächtigen wollten, bis es wieder zurück nach Barcelona gehen sollte. Nun freuten M. und ich uns darauf, bald wieder in Barcelona sein zu können, das uns schon ein wenig vertraut erschien und schon bei den ersten gemeinsamen Tagen dort sehr gefallen hatte.

Samstag, 4. September 2021

Die Affenfelsen von Gibraltar

Seien wir ehrlich- besonders freuten M. und ich uns bei unserem Besuch in Gibraltar auf die wilden Affen, die auf der Spitze des bekannten Felsen hausten. Bei der Seilbahnstation im Tal erhielten wir ein Ticket, das uns erlaubte, den Naturpark auf dem Felsen zu betreten. Wir entschieden uns jedoch, den Berg nicht mit der Seilbahn hinaufzufahren, sondern ihn über die Mediterranian Steps zu erklimmen. Auf diesem Weg ging es über den in kreideweißen Stein gehauenen Weg steil den Berg hinauf. Zwischendurch kamen wir an ein paar Ausgucken und Bunkern mit Aussicht auf das Meer vorbei, in denen früher Kanonen platziert worden waren. In der aufsteigenden Sonne und aufgrund des herausfordernden Aufstieges kamen wir durchgeschwitzt, doch voller Vorfreude auf das, was wir sehen würden, an der Spitze an. Zu dem ehemaligen Militärstützpunkt fanden wir auf dem Berg auch ein Museum. 

Als wir uns dem kleinen Skywalk mit Glasboden näherten, sahen wir die ersten Berberaffen. Der Skywalk war nicht ganz so beeindruckend, wie Adrenalinjunkies es sich vielleicht erhoffen würden, doch ein schöner Aussichtspunkt war es allemal. Auf dem weiteren Weg über den Gipfel begegneten wir vielen weiteren Affen. Meine vorherige Recherche hatte ergeben, dass Vorsicht geboten sei, weil sich die  frechen Affen gern an den Handtaschen und Rucksäcken der Besucher*innen zu schaffen machen. Es wird vermutet, dass sie irgendwo ein Sammelsurium an geklauten Handys verborgen haben.

Zum Glück war der Griff vom Reißverschluss meiner Handtasche ohnehin kaputt, sodass auch durch fingerfertige Affenhände nicht so leicht zu öffnen war. Unsere Wertsachen hatten wir gut verpackt. Ein kleiner Affe sprang mir sogar auf die Schulter und fing an, in meinen Haaren herumzuspielen. Als er danach anfing, an meinem Netzoberteil herum zu zupfen, versuchte M., ihn davon abzuhalten, was dem Affen gar nicht gut gefiel. Auf Tuchfühlung gingen die Affen mehrmals; einer setzte sich M. einfach auf den Schoß. Scheu waren die Tiere definitiv nicht, und waren die zahlreichen Menschen, in deren Taschen sie Essen vermuteten, gewohnt. Sobald M. den Reißverschluss seines Rucksacks öffnete, als wir im Schatten saßen und etwas trinken wollten, waren gleich mehrere Affenaugenpaare auf ihn gerichtet. 

Eine Affendame leistete uns während unserer Pause Gesellschaft, indem sie sich einfach zwischen uns setzte. Wir konnten zudem Affen beobachten, die sich auf die langsam den Berg hinauffahrenden Autos mit Touristengruppen setzten.

Als weiteres Highlight konnten wir noch die unterirdische Welt des Felsen entdecken, in dem sich die märchenhaften St. Michaels Caves verbergen. Dort finden regelmäßig Konzerte statt, außerhalb davon kann man als Besucher*in zwischen den bunt angeleuchteten Tropfsteinformationen hindurchlaufen und die Struktur des durch Wasser geformten Gesteins bestaunen.