Seien wir ehrlich- besonders freuten M. und ich uns bei unserem Besuch in Gibraltar auf die wilden Affen, die auf der Spitze des bekannten Felsen hausten. Bei der Seilbahnstation im Tal erhielten wir ein Ticket, das uns erlaubte, den Naturpark auf dem Felsen zu betreten. Wir entschieden uns jedoch, den Berg nicht mit der Seilbahn hinaufzufahren, sondern ihn über die Mediterranian Steps zu erklimmen. Auf diesem Weg ging es über den in kreideweißen Stein gehauenen Weg steil den Berg hinauf. Zwischendurch kamen wir an ein paar Ausgucken und Bunkern mit Aussicht auf das Meer vorbei, in denen früher Kanonen platziert worden waren. In der aufsteigenden Sonne und aufgrund des herausfordernden Aufstieges kamen wir durchgeschwitzt, doch voller Vorfreude auf das, was wir sehen würden, an der Spitze an. Zu dem ehemaligen Militärstützpunkt fanden wir auf dem Berg auch ein Museum.
Als wir uns dem kleinen Skywalk mit Glasboden näherten, sahen wir die ersten Berberaffen. Der Skywalk war nicht ganz so beeindruckend, wie Adrenalinjunkies es sich vielleicht erhoffen würden, doch ein schöner Aussichtspunkt war es allemal. Auf dem weiteren Weg über den Gipfel begegneten wir vielen weiteren Affen. Meine vorherige Recherche hatte ergeben, dass Vorsicht geboten sei, weil sich die frechen Affen gern an den Handtaschen und Rucksäcken der Besucher*innen zu schaffen machen. Es wird vermutet, dass sie irgendwo ein Sammelsurium an geklauten Handys verborgen haben.
Zum Glück war der Griff vom Reißverschluss meiner Handtasche ohnehin kaputt, sodass auch durch fingerfertige Affenhände nicht so leicht zu öffnen war. Unsere Wertsachen hatten wir gut verpackt. Ein kleiner Affe sprang mir sogar auf die Schulter und fing an, in meinen Haaren herumzuspielen. Als er danach anfing, an meinem Netzoberteil herum zu zupfen, versuchte M., ihn davon abzuhalten, was dem Affen gar nicht gut gefiel. Auf Tuchfühlung gingen die Affen mehrmals; einer setzte sich M. einfach auf den Schoß. Scheu waren die Tiere definitiv nicht, und waren die zahlreichen Menschen, in deren Taschen sie Essen vermuteten, gewohnt. Sobald M. den Reißverschluss seines Rucksacks öffnete, als wir im Schatten saßen und etwas trinken wollten, waren gleich mehrere Affenaugenpaare auf ihn gerichtet.Als weiteres Highlight konnten wir noch die unterirdische Welt des Felsen entdecken, in dem sich die märchenhaften St. Michaels Caves verbergen. Dort finden regelmäßig Konzerte statt, außerhalb davon kann man als Besucher*in zwischen den bunt angeleuchteten Tropfsteinformationen hindurchlaufen und die Struktur des durch Wasser geformten Gesteins bestaunen.


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