Sonntag, 5. September 2021

Unterwegs mit Zügen und Fernbussen

Als ich an einem der Tage in Gibraltar von dem Affenfelsen aus zu der Küste Nordafrikas blicken konnte, die zum Greifen nah erschien, wurde mir erst bewusst, wie weit wir es mit unserem Interrailpass und einer Fahrt mit dem Fernbus geschafft hatten. Noch nie war ich so dicht an einem anderen Kontinent gewesen, ohne in den Flieger zu steigen. M. und ich hatten bisher von Deutschland aus ganz Frankreich und Spanien bis zur südlichen Küste durchquert.
Gleichzeitig kamen die Bahnfahrten relativ entspannt vor, da wir diese aufgeteilt hatten und immer ein paar Tage während unserer Reise an einem Ort blieben. Zudem waren wir die meiste Zeit mit Schnellzügen unterwegs, sodass wir nie länger als sieben oder acht Stunden zu unserer nächsten Etappe unterwegs waren.

An die Bahnreisen hatten wir uns schnell gewöhnt, selbst daran, dass wir unsere Masken für lange Zeit am Stück aufbehalten mussten. Mediterrane und bergige Landschaften, die in Andalusien von Olivenbäumen gespickt waren, zogen an uns vorbei. Die Busfahrten nach Gibraltar und von dort aus zurück nach Sevilla verliefen zwar wesentlich holpriger, vor allem, als wir bei Tarifa in Südspanien durch bergiges Gelände sausten, doch insgesamt lohnte sich auch dieser Trip.

Ich ließ, wenn ich nicht gerade ein Buch las oder etwas anderes tat, während der Fahrt oft meine Gedanken schweifen und dachte daran, was wir in den Tagen zuvor an dem Ort, von dem wir losgefahren waren, erlebt hatten. So konnte ich die Zeit des Stillsitzens nutzen, um die vielen vorherigen Eindrücke zu verarbeiten. Zugleich war ich voller Vorfreude auf den nächsten Ort und war bei jedem Losfahren darauf gespannt, was uns als Nächstes erwartete. 

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