Freitag, 14. Oktober 2022
Von Brücken und Burgen in den Highlands
Donnerstag, 13. Oktober 2022
Loch Ness: Auf den Spuren von Nessie
Isle of Skye
Portree
Am ersten Abend der Bustour fuhren wir in der Dämmerung über eine Autobrücke auf die in den Highlands liegende Isle of Skye im Nordwesten Schottlands. In Portree angekommen war der Busfahrer so nett, uns in der Nähe des Campingplatzes abzusetzen, auf dem wir die nächsten beiden Nächte verbringen wollten. Ich förderte das Zelt aus den Untiefen meines Backpacker-Rucksacks und baute mit L. im Nu unser Nachtlager auf. Es war so klein und leicht, dass ich fast vergessen hatte, es durch fast ganz Großbritannien bis hierher transportiert zu haben. Als wir vor Reisebeginn eine Unterkunft in Portree gesucht hatten, waren wir erst einmal schockiert gewesen, dass es zum Einen kaum freie Unterkünfte gab und zum Anderen vor uns auf dem Laptop Preise aufploppten, denen nach wir mehrere hundert Euro umgerechnet pro Nacht hätten zahlen müssen. Bei intensiver Recherche erfuhr ich, dass Portree an sich nicht so viele Unterkünfte zu bieten hat und viele Tourist*innen, die im Sommer anreisen, sich normalerweise Monate vorher um einen Schlafplatz bemühen müssen. Doch wir hatten einen andere Lösung gefunden.
Mittwoch, 12. Oktober 2022
Quer durch die schottischen Highlands
In unserem Reisebus kurvten wir stundenlang in Richtung Glencoe, eine der spektakulärsten von Schottland. Das Wetter war sommerlich warm, doch niemals heiß. Von Regenwetter und Ungemütlichkeit gab es bisher keine Spur. Dabei passierten wir das Glencoe-Tal, das aus einem uralten Vulkan entstanden ist und dessen Landschaft durch diesen geprägt ist. Es erscheint sogar in einigen Filmen wie dem James-Bond-Teil "Skyfall". Während der Fahrt lernten wir, dass die Landschaft der schottischen Highlands durch die Eiszeit geprägt wurde, indem Gletscherwasser über das eisbedeckte Land floss und dabei tiefe Furchen hinterließ, die die Seen und Täler hervorriefen. Mir fiel auf, dass die Namen auf der Ortschilder immer seltener auf Englisch geschrieben waren, sondern auf Gälisch wie zum Beispiel "Gháidhealtachd", wobei es mir bis heute ein Rätsel ist, wie sich die Namen korrekt aussprechen lassen.
Im Pub
Arthur's Seat und Salisbury Crags
Später ging es dann weiter in die Natur nahe der Innenstadt. Von Calton Hill aus hatten wir den Arthur's Seat schon bewundern können, den Hausberg , der eineinhalb Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist. Von ihm aus hatten wir einen Blick über die ganze Stadt bis hin zu der Brücke über den Firth of Forth und zu den südlichen Highlands. Bei Letzteren sollte es nun nicht mehr lange dauern, sie zu Gesicht zu bekommen. Arthur's Seat besteht aus erstarrter Lava und ist somit vulkanischen Ursprungs wie viele andere Landschaften in Schottland. L. und ich packten auf einer Wiese am unteren Berghang unsere Sandwiches aus und stärkten uns damit für den Aufstieg. An unserer Seite lagen die Salisbury Crags, ein Gesteinsmassiv, das schroff neben dem Hausberg aufragte. Vom Berggipfel aus konnten wir wenig später auf sie hinunterblicken. Auf der Plattform auf dem Gipfel war einiges los. Wir waren nicht die einzigen, die diesen Platz für uns entdeckt hatten. Dafür, auf den Felsen zu sitzen und weit schauen zu können, lohnte sich der Aufstieg definitiv.
Ich hatte gelesen, dass es am Hang von Arthur's Seat Ruinen geben sollte, die sehenswert sein sollten. Obwohl wir an diesem Tag rund um den Berg wanderten, konnten wir sie jedoch nicht finden. Erst als wir bei unserer Rückkehr nach Edinburgh nach unserer Highlands-Tour auf dem Weg zu einer Unterkunft nahe des Bergs waren, konnten wir die Ruinen aus der Ferne erspähen.
Wir wanderten dort direkt hin, nachdem wir unser Gepäck ins Studentenwohnheim gebracht hatten, wo wir uns für die letzte Nacht in Edinburgh eingemietet hatten. Zwar hatten wir eigentlich nicht das richtige Schuhwerk mit Sandalen und meinen Gummistiefeln bis zu den Knöcheln, doch der Weg ging nicht so weit den Berg hinauf. Daher ließen wir uns davon nicht abhalten.
Als wir fast bei den Ruinen angelangt waren, trafen wir auf ein reisendes Paar, bei dem die Frau einen Trolley über den steinigen Weg hinter sich herschleppte. Im Vergleich zu unserem Schuhwerk sah das noch wesentlich anstrengender aus. Zwar hatte ich meinen Koffer auch schon dabei gehabt, als ich die Niagarafälle besucht hatte, doch ich hatte es bisher noch nicht erlebt, dass jemand mit Koffer wandern ging. Somit fanden wir es ganz witzig, das zu beobachten. Die Ruinen selbst waren ein Hingucker und ließen erahnen, was für eine Burg vorher an dem Platz gestanden haben mochte. Ein Durchgang war noch vollständig erhalten, durch den wir auf das Tal hinabschauen konnten.
















