In unserem Reisebus kurvten wir stundenlang in Richtung Glencoe, eine der spektakulärsten von Schottland. Das Wetter war sommerlich warm, doch niemals heiß. Von Regenwetter und Ungemütlichkeit gab es bisher keine Spur. Dabei passierten wir das Glencoe-Tal, das aus einem uralten Vulkan entstanden ist und dessen Landschaft durch diesen geprägt ist. Es erscheint sogar in einigen Filmen wie dem James-Bond-Teil "Skyfall". Während der Fahrt lernten wir, dass die Landschaft der schottischen Highlands durch die Eiszeit geprägt wurde, indem Gletscherwasser über das eisbedeckte Land floss und dabei tiefe Furchen hinterließ, die die Seen und Täler hervorriefen. Mir fiel auf, dass die Namen auf der Ortschilder immer seltener auf Englisch geschrieben waren, sondern auf Gälisch wie zum Beispiel "Gháidhealtachd", wobei es mir bis heute ein Rätsel ist, wie sich die Namen korrekt aussprechen lassen.
Der Busfahrer klärte uns darüber auf, dass zwischen 1762 und 1882 die ortansässige Bevölkerung, die in Clans lebte, durch England vertrieben wurde und viele Highlander*innen inzwischen in die USA ausgewandert sind. Daher sind die Highlands heute zu großem Teil unbesiedelt und weisen wenig Waldgebiete auf. Wir lernten in einem kleinen Freileichtmuseum eine traditionelle schottische Behausung, ein "Black House" kennen, das nach dem Vorbild von früher nachgebaut worden war. Von innen wirkte das Haus sehr dunkel und minimalistisch; insgesamt wirkte das Ganze sehr ursprünglich.
Am ersten Abend der Bustour fuhren wir in der Dämmerung über eine Autobrücke auf die in den Highlands liegende Isle of Skye im Nordwesten Schottlands.
Der Ausblick auf die Lochs, die in der untergehenden Sonne geheimnisvoll schimmerten, bot einen Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten Tage erwarten sollte.



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