Donnerstag, 13. Oktober 2022

Isle of Skye

L. und ich fanden die Landschaft der Highlands schon ab dem Durchqueren des Glencoe-Tals faszinierend. Doch die Isle of Skye toppte noch einmal alles, was wir auf der bisherigen Tour an Natur gesehen hatten. 

Ich hatte mir schon lange vorgenommen, dass zukünftig noch mehr Naturlandschaften zu erleben, so sehr mich Städte auch reizen. Städte können wunderschön, bunt und aufregend sein, viel Action bieten, doch was mich beim Reisen insgesamt am meisten entspannt oder zutiefst beeindruckt hat , waren Erlebnisse in der Natur.

Wir fuhren zu verschiedensten Plätzen in der Natur auf der Isle of Skye. Gefühlt alle paar Minuten hielt unser Reisebus an, damit wir uns den nächsten spektakulären Ort anschauen konnten. Einen Wasserfall konnten L. und ich auch bei den Mealt Falls am Kilt Rock ausfindig machen, als wir von einem Aussichtspunkt auf einer Klippe hinabblickten, was mich wieder in freudige Aufregung versetzte. Wir besuchten zudem ein kleines Haus mit einer Ausstellung von Steinen aus der Jura-Zeit. Unter den Steinen gab es auch den Abdruck eines Dinosaurier-Fußes und es wurde uns erklärt, dass vor Millionen von Jahren der Tyrannosaurus Rex in der Vulkanlandschaft gelebt habe. Als die Frau, die uns durch die Ausstellung führte, einen versteinerten Dino-Knochen mit bloßen Händen hochhielt, waren L. und ich etwas erstaunt mit dem Gedanken im Kopf, dass so etwas in großen Museen vielfach hinter Glas gesichert gewesen. Ich konnte mir gleichzeitig gut vorstellen, dass riesige Dinosaurier durch die bizarre Landschaft der Isle of Skye gestapft waren.

Den Old Man of Storr, eine 48 Meter hohe Felsnadel, erlebten wir auch während der Strecke, die in ihrer Formation ziemlich einzigartig schien. Zwischendurch schien die Julisonne wieder angenehm warm, sodass L. und ich uns in der Mittagspause mit einem Black Tea, natürlich nicht ohne Hafermilch, auf eine Terrasse setzten, von der aus wir die Hügellandschaft im Blick hatten. Von dort aus ging es weiter zu verschiedenen Felsformationen, Berghängen mit Blick auf die spiegelglatte See. Auch die "Black Houses", die nachgebauten Häuser der früheren Highlander, begegneten uns wieder, deren Besichtigung sich L. nicht entgehen ließ.  Unser Guide und Busfahrer verkündete uns, er wolle mit uns noch so viel von der Insel mitnehmen wie möglich, da für den späten Nachmittag Regen angekündigt sei. 

Ich liebe normalerweise mildes Wetter und warmen Sonnenschein. Doch der eine Nachmittag auf der Isle of Skye hat mir gezeigt, dass es auch Orte gibt, die im Nebeldunst und bei leichtem Regen gerade wunderschön sind. L. und ich sind uns im Nachhinein einig, dass dies eines der Highlights bei unserem Ausflug über die Isle of Skye war. 
Als wir aus dem Bus ausstiegen, um bei "The Quirang", die Natur mit malerischen Wanderwegen und Felsformationen zu bestaunen, fing es an, zu regnen. Doch die Landschaft wirkte dadurch nicht etwa trist. Das Grün der Hügel wirkte farbintensiver und satter als zuvor und die aufkommenden Nebelschwaden über den Lochs und den Bergen verliehen dem Ganzen eine geheimnisvolle Atmosphäre. Wir waren beide ganz aus dem Häuschen, als wir die Pfade auf den Klippen entlangliefen und der Wind in unseren Ohren immer lauter wurde, uns es jedoch in dem Moment egal war, dass wir nass wurden. Das Feeling an diesem Ort bei Regen war einfach beeindruckend. 
Als wir uns später die Fotos ansahen, stellten wir fest, dass sich die Schönheit von "The Quirang" nicht auf Fotos festhalten ließ, sondern sich uns in dem Moment offenbart hatte, als wir direkt vor Ort gewesen waren. 

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