Schon aus dem Bus aus konnten wir einige Viadukte erspähen, bei denen ich mir leibhaftig ausmalen konnte, dass der dampfende Hogwarts-Express aus "Harry Potter" darüberfuhr.
Der meist bewölkte Himmel trotz mildem Sommerwetter gab das dramatische Feeling dazu, das für die schottische Natur so typisch ist.
Eine Brücke, an der wir morgens hielten, war umhüllt von morgendlichem Nebeldunst, der sie besonders romantisch aussehen ließ. L. und ich kletterten ein Stück die Böschung hinunter, um über die Steine am Ufer zu spazieren.
Der Bus hielt beim Eilean Donan Castle, das auf den Loch Duich gebaut wurde und sehr spektakulär in die umliegende Natur eingebettet ist. Da ist es nicht erstaunlich, dass es für viele Filme als Kulisse gewählt wurde, unter anderem auch wieder für einen James-Bond-Film. Heute ist die Burg der Sitz des schottischen Clans der Macrae und dient gleichzeitig als Museum. L. nutzte die Gelegenheit, die Burg von innen zu besichtigen, während ich den Ausblick übers Wasser genoss und ein wenig am Ufer entlangspazierte. Dabei traf ich auf eine unserer Mitreisenden aus dem Bus, die mir von ihrer kurzen Wanderung am Ufer entlang berichtete und von davon schwärmte, wie sehr die Natur sie beeindruckt hatte. Mir erging es von diesem Ort aus ähnlich.
Wenig später kurvten wir mit dem Bus weiter durch die Highlands. Stundenlang sahen wir hinter den Glasscheiben nur Hügel, grüne Wiesen und spiegelglatte Seen. Die Großstadt wirkte weit weg und hatte uns erst wieder, als wir am Ende des letzten Tages der Highlands-Tour Edinburgh erreichten. Als der Reisebus uns dort absetzte, wirkte die schottische Hauptstadt schon seltsam vertraut auf uns. Wir verbrachten dort eine letzte Nacht in einem Airbnb, bevor wir am Folgetag unsere Reise fortsetzen wollten. Wir waren froh, dass wir die Gelegenheit genutzt hatten, die Tage davor draußen in der Natur zu zelten - was meiner Meinung nach in einer Landschaft wie die Highlands ein besonderes Erlebnis ist, auch wenn es nicht immer so komfortabel wie eine Airbnb-Unterkunft ist. Doch nun freuten wir uns wiederum auch über ein weiches Bett, in dem wir nach den vielen Eindrücken zuvor in einen tiefen Schlaf sanken, bevor die Reise den Tag danach nach Südengland weitergehen sollte.


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