Montag, 28. November 2022
Mit Bus und Bahn zurück nach Deutschland
Azulejos und Streetart
Vegan in Lissabon: Pastel del Nata & Co
Da unsere Unterkünfte über Kochmöglichkeiten verfügten, kauften wir den Urlaub über im Supermarkt ein und konnten uns an der üppigen Auswahl an veganen Produkten erfreuen. Es gab eine große Auswahl an verschiedenen Pflanzendrinks. Darunter schätzten wir besonders eine Sojamilch mit Kakao, einen "Schokodrink", den wir unser öfter besorgten. Die Tiefkühlabteilungen waren auch mit vielen veganen Gemüsepfannen zum Aufkochen und pflanzlichen Alternativen versehen.
Mitten im Zentrum hatten wir vegane Pastel del Nata in einem Laden, der ausschließlich diese herstellte, gekostet. Ich bin kein Fan von süßen Sachen (außer Obst, das geht für mich immer), doch einmal Pastel del Nata essen war quasi Pflichtprogramm in Lissabon. In dem kleinen Laden konnten wir über den Tresen schauen und uns mit kleinen Kuchentellern, auf die unsere Pastel del Nata getan wurde, an einen Tisch vor der kleinen Pastelaria setzen. "Na, was sagst du?", wollte J. wissen und machte ein Foto von den Gebäckteilen auf unserem Tisch: Einer der Pastel del Nata sah durch seine Bräunung aus, als würde er mich wie ein Smiley lächeln. Als ich hineinbiss, hatte ich einen süßlich-klebrigen Geschmack auf der Zunge; es erinnerte mich an eine Mischung aus Pudding und Marzipan. "Sehr süß", erwiderte ich, "Man kann es mal probieren, doch ich finde es schon sehr süß." Für viele Schleckermäulchen und Naschkatzen sind die Pastel del Nata jedoch genau das Richtige, würde ich vermuten. Außerhalb von dem Laden, in dem J. und ich welche kauften, gibt es noch viele weitere, die das Traditionsgebäck vegan anbieten. Und überhaupt kann die portugiesische Hauptstadt mit viel veganer Vielfalt punkten.
Samstag, 26. November 2022
Torre de Belém
Anschließend spazierten J. und ich noch ein wenig durch Belém und wollten allmählich zurück zu unserer Unterkunft in Alfama. Nicht nur J.'s Handyakku war leer, sondern auch mein Smartphone war durch die Navigation mit Google Maps sehr strapaziert worden. Es ging kurzerhand aus. Doch wir wussten, wo wir waren und konnten an einer Bushaltestelle nachsehen, welchen Bus wir zurück zu unserer Unterkunft nehmen konnten. Bis der Bus kam, hatten wir allerdings noch über 15 Minuten Zeit, weshalb ich ein wenig über den Bürgersteig trödelte und die Karte des Falafel-Imbisses gegenüber der Busstation inspizierte.
Auf den ersten Blick konnte ich erkennen, dass Vieles vegan gekennzeichnet war: Pita-Brote mit verschiedenen Füllungen wie Tofu, Falafel sowie Sandwiches und diverse Snacks, für deren Füllungen es pflanzliche Varianten gab. "Was hältst du davon, wir holen uns hier etwas zu essen statt dass wir im Airbnb essen?", schlug ich J, vor und sie war einverstanden. Die Bestellung ging ziemlich schnell, sodass wir genügend Zeit hatten, am Straßenrand bei der Bushaltestelle in der angenehm milden Abendluft zu sitzen zu essen. Unsere Pitabrote schmeckten köstlich. "Ich mag so was auch viel lieber, als in ein schickes, teures Restaurant zu gehen", stellte ich wieder einmal fest, "Ich mag das einfache Essen."
Wie wir uns in Alfama verliefen
Donnerstag, 24. November 2022
Surfen im Atlantik
Schließlich klemmten wir unsere Surfbretter unter unsere Arme und sprangen in die Wellen. Wieder und wieder paddelten wir von einem Stück weiter hinten im Wasser auf unserem Surfboard Richtung Ufer und versuchten, aufzustehen, sobald die Welle uns erfasste. Jedes Mal, wenn es mir gelang, aufzustehen, wenn auch etwas wacklig, und mit der schäumenden Gischt Richtung Strand zu sausen, überkam mich ein Flow-Gefühl. In dem Moment vergaß ich, wie anstrengend es war, was wir hier taten. F. winkte uns zwischenzeitlich immer wieder in seine Richtung, da die Strömung dafür sorgte, dass wir abtrieben.
Am Abend waren wir uns einig, dass das Surfen unsere Kräfte sehr gefordert hatte und wir danach ziemlich ausgepowert waren, doch unheimlich viel Spaß gebracht hatte. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Gelegenheit, wieder aufs Surfbrett zu steigen.
Sintra
Auf der anderen Seite des Tejo
An einem winzigen Stück Strand, falls sich dieser überhaupt als Strand betiteln lässt, lag etwas Großes Glibberiges im Sand, bei dem ich genauer hinsehen musste, um es zu erkennen. "Das sind ja monströse Quallen", stellte ich fest. Möglicherweise handelte es sich bei den riesigen Tieren sogar um Feuerquallen. Zum Glück hatten wir an diesem Abend nicht vor, hier zu baden.
Einen Fahrstuhl gab es auch auf dieser Seite des Wassers, den J. und ich zusammen mit anderen Passant*innen hinauffuhren. Im Gegensatz zu dem Fahrstuhl, der zur Jesusstatue führt, war dieser kostenfrei. Von der Plattform aus hatten wir einen sehr weiten Blick über den Tejo und konnten tief hinabschauen. Es war sehr windig hier oben. Allmählich sank die Sonne immer tiefer. Uns wurde bewusst, dass wir an diesem einen Tag eine Menge erlebt hatten."Da hinten scheint eine Grünfläche zu sein", sagte ich, wieder unten angekommen, "Vielleicht können wir uns da einmal hinsetzen." Gesagt, getan. Wir setzten uns auf einen grünen Hügel am Ufer des Tejo, zu unserer Linken konnten wir die rote Brücke ausmachen und hinter uns hatte sich ein Sänger mit einem Standmikrofon platziert, sodass wir seiner Musik lauschen konnten. Wir waren absolut zufrieden, hier zu sein, und beschlossen, erstmal nicht so schnell aufzustehen. "Ich hätte nicht gedacht, dass es sich so sehr lohnt, auf die andere Seite zu fahren", sagte J.. Das fand ich auch.
Zu Fuß durch Lissabon
Nachdem wir uns einige Zeit die Sonne aufs Gesicht hatten scheinen lassen, spazierten wir weiter durch die hügeligen Straßen Lissabons. Wir spazierten durch eine pinke Straße, die unter einer kleinen Straßenbrücke durchführte, und mit bunten Regenschirmen überdacht war: Quietschbunt war hier das Motto. Bei unserem Rundgang begegnete uns auch die bekannte gelbe Straßenbahn, die immer wieder hinter irgendwelchen Kurven auftaucht und sich durch die schmalen Gassen zwängt. In der Innenstadt reihen sich Cafés und Pastel-del-Nata-Läden aneinander. Ich konnte einen rein veganen Laden mit Pastel del Nata ausfindig machen, vor dem J. und ich draußen sitzen und das traditionelle Gebäck kosten konnten.
Ziemlich schnell gelangten wir zu Fuß auch in das ursprüngliche, charmante Viertel Alfama, in dem sich eine Burg, das "Castello" befand, und jede Menge Aussichtspunkte, sogenannte Miradouros, zu finden waren. Es sind nicht einfach nur Aussichtspunkte, sondern Plätze, deren Architektur sich durch durch viel Liebe zum Detail auszeichnet und an denen viele Menschen zusammenkommen - natürlich auch zahlreiche Tourist*innen.Der Miradouro Santa Luzia mit den weißblauen Kacheln und den hellen Säulen gefiel mir sofort. J. und ich konnten über die Dächer von Alfama bis hin zum Meer blicken und die gespielte Lifemusik sorgte für gute Stimmung. Dass es sehr voll war, hielt uns nicht davon ab, die Atmosphäre vor Ort zu genießen.





















