Mit meinem Backpacker-Rucksack auf dem Rücken stand ich vor der Unterkunft mitten in Lissabon und sog die milde spätsommerliche Luft ein. Meine Jacke hatte ich seit dem Zwischenstopp in Paris nicht mehr anziehen müssen, da sich das Klima während meiner Reise stark verändert hatte. J., die den Schlüssel für unser Apartment abgeholt hatte, kam mir mit einem breiten Lächeln entgegen. In unserem Apartment stärkten wir uns erstmal mit einer Schüssel Couscous und luden unsere Sachen ab, während es draußen allmählich dämmerte.
Wir hatten erst lange nach einer preiswerten Unterkunft suchen müssen und hatten nun jedoch Glück gehabt: Unser Apartment verfügte über ein Wohnzimmer mit Esstisch, ein Badezimmer, eine Küche und ein separates Schlafzimmer. Zudem war es gut an die Innenstadt Lissabons angebunden und kostete pro Nacht keine hundert Euro für uns beide zusammen. Wenig später spazierten wir noch ein wenig durch die Umgebung, in der sich die Menschen inzwischen in zahlreichen Cafés und Bars an der Straße tummelten.

Die Innenstadt erkundeten wir dann tags darauf. Wir hatten uns ein Metroticket gekauft, das sich aufladen lässt. Eine Fahrt mit beliebigem Umsteigen kostet 1,50 Euro. Nahe des nostalgischen Fahrstuhls Santa Justa stiegen wir aus und liefen durch die mit zahlreichen Kacheln, "Azulejos", verzierten Gassen zum Wasser hinunter. In der Ferne konnten wir die rote Brücke sehen, die über den Tejo führt. An der Uferpromenade gab es mehrere Liegestühle, auf denen wir uns mit einem Getränk in der Hand niederließen. Wir waren definitiv wieder im Sommer angekommen, obwohl es bereits fast Oktober war.
Nachdem wir uns einige Zeit die Sonne aufs Gesicht hatten scheinen lassen, spazierten wir weiter durch die hügeligen Straßen Lissabons. Wir spazierten durch eine pinke Straße, die unter einer kleinen Straßenbrücke durchführte, und mit bunten Regenschirmen überdacht war: Quietschbunt war hier das Motto. Bei unserem Rundgang begegnete uns auch die bekannte gelbe Straßenbahn, die immer wieder hinter irgendwelchen Kurven auftaucht und sich durch die schmalen Gassen zwängt. In der Innenstadt reihen sich Cafés und Pastel-del-Nata-Läden aneinander. Ich konnte einen rein veganen Laden mit Pastel del Nata ausfindig machen, vor dem J. und ich draußen sitzen und das traditionelle Gebäck kosten konnten.

Ziemlich schnell gelangten wir zu Fuß auch in das ursprüngliche, charmante Viertel Alfama, in dem sich eine Burg, das "Castello" befand, und jede Menge Aussichtspunkte, sogenannte Miradouros, zu finden waren. Es sind nicht einfach nur Aussichtspunkte, sondern Plätze, deren Architektur sich durch durch viel Liebe zum Detail auszeichnet und an denen viele Menschen zusammenkommen - natürlich auch zahlreiche Tourist*innen.
Der Miradouro Santa Luzia mit den weißblauen Kacheln und den hellen Säulen gefiel mir sofort. J. und ich konnten über die Dächer von Alfama bis hin zum Meer blicken und die gespielte Lifemusik sorgte für gute Stimmung. Dass es sehr voll war, hielt uns nicht davon ab, die Atmosphäre vor Ort zu genießen.
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