
Was ich schon immer einmal vorhatte, in Portugal zu tun, und was sich in dem Land mit den schwungvollen Atlantikwellen sehr lohnen sollte, war das Surfen. Ich bin noch nicht sehr oft surfen gewesen in meinem Leben, doch die paar Mal, die ich es ausprobiert hatte, hatten zutiefst Begeisterung bei mir hinterlassen. Das letzte Mal war es vor einigen Jahren während meiner Ghanareise gewesen, wo ich an den goldenen Stränden Busuas aufs Surfbrett gestiegen war. Nun warten die portugiesischen Wellen auf mich. Auch J. war zu meiner großen Freude bereit, das Surf-Erlebnis zu wagen. Also buchten wir einen Kurs über Get Your Guide und fuhren mit einer Kleingruppe im Auto unseres Surflehrers F. über die rote Brücke von Lissabon ins gegenüberliegende Costa Caparica. Costa Caparica ist eine Halbinsel, die gegenüber von Lissabon liegt und einen beliebter Surfspot darstellt. F. plauderte wie ein Wasserfall, fragte uns, was wir bisher während unserer Reise erlebt hatten und gab uns gleich ein paar Tipps mit auf dem Weg.

Vor Ort erwartete uns ein ellenlanger, weißer Sandstrand. J., die Strände über alles liebt, war ganz außer sich vor Begeisterung: "Guck mal, wie schön das hier ist!". Jede*r Teilnehmende des Surfkurs erhielt einen Neoprenanzug, in den wir hineinschlüpften, und ein Board. Da wir noch Anfänger*innen waren, waren unsere Boarde ziemlich groß. F. schickte uns zuerst in die Wellen, damit wir uns ein wenig an das Wasser an unserem Körper gewöhnen konnten, und dann gab es eine Trockenübung an Land. Unsere Boarde lagen im Sand, wir bäuchlings darauf. Wir ruderten mit den Armen, stützten uns dann mit den Armen am Board ab und zogen unseren Oberkörper nach oben, um dann in die stehende Position zu springen. "One, two, three", rief F. immer wieder und wiederholte das Ganze mit uns. "Wie beim Militär", lachten J. und ich nachher.
Schließlich klemmten wir unsere Surfbretter unter unsere Arme und sprangen in die Wellen. Wieder und wieder paddelten wir von einem Stück weiter hinten im Wasser auf unserem Surfboard Richtung Ufer und versuchten, aufzustehen, sobald die Welle uns erfasste. Jedes Mal, wenn es mir gelang, aufzustehen, wenn auch etwas wacklig, und mit der schäumenden Gischt Richtung Strand zu sausen, überkam mich ein Flow-Gefühl. In dem Moment vergaß ich, wie anstrengend es war, was wir hier taten. F. winkte uns zwischenzeitlich immer wieder in seine Richtung, da die Strömung dafür sorgte, dass wir abtrieben.
Am Abend waren wir uns einig, dass das Surfen unsere Kräfte sehr gefordert hatte und wir danach ziemlich ausgepowert waren, doch unheimlich viel Spaß gebracht hatte. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Gelegenheit, wieder aufs Surfbrett zu steigen.
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