Montag, 31. Oktober 2022

Zurück aus Ligurien

Bevor ich nach Ligurien gefahren war, hätte ich nicht erwartet, wie bunt diese Region Norditaliens ist und das auch außerhalb der weltweit sehr bekannten Cinque Terre. Für kleines Geld konnten wir mit der Regionalbahn die ligurische Küste entlangfahren. Dabei war es beinahe egal, an welcher Station wir ausstiegen- jeder der Orte war auf einzigartige Art und Weise sehenswert, mit pittoresken Häuschen, mit verschachtelten Gassen und mit Stränden. Genua selbst war als Ort zum Wohnen gut geeignet, weil die italienische Stadt mit einem schönen Stadtbild, einigen Erlebnissen, gutem Essen und guter Anbindung an die Orte ringsum punkten kann.
 
M. und ich waren über eine Woche dort und hatten den Eindruck, die Möglichkeiten, aktiv zu sein in Stadt und Natur, seien nicht so schnell ausgeschöpft. Wir erleben beide gern sehr viel und schätzen die Abwechslung, was uns diese Reise absolut bieten konnte. M. und ich waren wandern, schwimmen, mit dem Boot unterwegs und konnten viele Sonnenaufgänge oder -untergänge miterleben. Dolce Vita als Motto Italiens verstehe ich dabei nicht nur kulinarisch, sondern allgemein als Lebensgefühl. Ganz besonders in Camogli durften M. und ich dies erleben. Im Zug zurück nach Deutschland wussten wir beide, dass es nicht die letzte Reise sein würde, die wir beide zusammen nach Italien unternehmen würden. Ein wenig von dem Lebensgefühl konnten wir in Form von Lebensmitteln mitnehmen - und natürlich in jede Menge Erinnerungen.


Dolce Vita vegana

Die italienische Küche ist weltweit bekannt und hat im alltäglichen Leben oder vielmehr den alltäglichen Mahlzeiten der europäischen Länder Einzug gehalten. Dies ist allein schon an der Beliebtheit von Pizza und Spaghetti mit Tomatensoße bei Groß und Klein erkennbar. Im Gegensatz zu den deutschen Umsetzungen italienischen Essens ist die italienische Küche viel hochwertiger und minimalistischer an Zutaten - und sogar vom Original her oftmals vegan. Milch im Pizzateig und Ei in Nudeln? Fehlanzeige! In Italien ist die vegane Vielfalt größer, als viele zuerst denken würden. M. und ich gönnten uns in einem Restaurant eine Pizza Marinara, eine neapolitanische Pizza mit dickem Rand und dünnem Boden, die traditionell mit Tomatensoße und Basilikum ohne Käse gebacken wird. Eine ganze Pizza Marinara ist in Italien meistens günstig zu haben, in Ligurien lag der Preis zwischen vier und sechs Euro. Der Geschmack übersteigt den von Fertigpizza zudem noch einmal deutlich. 
Essen, das für Norditalien typisch ist, fanden wir in Form von -natürlich- Focaccia und von Farinata. Farinata besteht aus in Olivenöl gebackenem Teig aus Kichererbsenmehl mit Salz und Wasser. Das Essen hat seinen Ursprung in Genua. Was erst nicht sehr spektakulär klingt und für mich von der Optik auch nicht direkt spektakulär aussah, schmeckt absolut köstlich. M. ließ sich von dieser Entdeckung inspirieren und backte die Farinata nach, nachdem er sich bei unserer Rückkehr einen Pizzaofen anschaffte. Für unterwegs besorgten wir uns ab und zu Piadina, die auch im Supermarkt leicht zu finden sind: Dünnes, italienisches Fladenbrot mit Olivenöl im Teig, das zusammengeklappt und mit Essen gefüllt werden kann. Früher galt es als "Cibi de Strada", also Straßenessen oder Arme-Leute-Essen. Doch wenn ich eines auf meinen Reisen gelernt habe, ist es, dass das Straßenessen gerade am besten schmeckt.    
Nahe des Stadtzentrums von Genua befindet sich der Mercato Orientale, den M. und ich bei unserer Streifzüge durch Genua natürlich nicht außer Acht ließen. In dieser Markthalle befinden sich unterschiedlichste Marktstände mit Lebensmitteln- darunter auch Vieles, das das Herz von vegan lebenden Menschen begehrt: Aromatische Tomaten aus der Region, Knoblauch und Chilischoten in großen Reben zusammengefasst und verschiedenes Gebäck, dessen Namen ich mir nicht bis Deutschland merken konnte. Gebäck gibt es auch zum Frühstück in Italien in Form eines Cornetto, das uns auch häufiger begegnete, wenn wir uns morgen Espressi im Café oder in der Bäckerei bestellten, zum Beispiel an unserem Morgen in Camogli. Cornetti sind mit oder ohne Füllung, "Crema pasticcera" zu finden. Das italienische Essen wusste M. und mich während unserer Reise in jedem Fall sehr zu begeistern und ein wenig davon konnten wir, nach dem Besuch des Feinkostladens in Camogli, auch zu uns nachhause mitnehmen.  




Unterwegs in Genua

M. und ich waren während unserer Zeit in Genua viel an der ligurischen Küste unterwegs, um zu wandern und malerische Orte zu erkunden. 
Abends saßen wir oft auf dem kleinen Balkon unseres Hotelzimmers und aßen Kaktusfeigen, die M. bei einem Marktstand neben dem Bahnhof entdeckt hatte. Wir hatten beide noch nie Kaktusfeigen gegessen. Ich aß sie seitdem während der Reise fast jeden Tag, da ich den süßlich-saftigen Geschmack schnell lieben lernte. 
Das änderte sich jedoch, als ich in Bogliasco völlig unbefangen eine Kaktusfrucht von einem Kaktus am Wegesrand pflückte und erst später bemerkte, dass die kleinen pieksigen Stacheln sich nicht so leicht aus meiner Haut entfernen ließen. 
Mein Fazit: Kaktusfrüchte unbedingt probieren, doch lieber vom Markt, weil die Stacheln da größtenteils entfernt wurden, und beim Schälen aufpassen.

Doch an manchen Tagen nutzten wir die Gelegenheit, nicht nur abends in Genua selbst Zeit zu verbringen. Besonders das Centro Storico mit den engen Gassen zwischen Porto Antico und dem Piazza de Ferrari hatte es uns seit dem ersten Abend besonders angetan, weshalb wir immer wieder von der bekannten Fußgängerzone Via Garribaldi durchspazierten, nicht selten mit Focaccia in der Hand. Die Via Garribaldi wurde 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. 
In den engen Gassen fielen uns zudem auch zwischendurch winzig kleine Streetart-Motive ins Auge, kleine, doch ausdrucksstarke Botschaften inmitten der antiken Gebäude zu verschiedenen politischen Themen. Besonders abends mitzubekommen, wie es dämmerte und wie die Stadt in einem apricotfarbenen Abendrot versank, war immer wieder schön. Sowohl von unserem Balkon aus als auch im Centro Storico, wo nach und nach all die Restaurant und Bars öffneten und ein heimeliges Licht nach dem anderen in den immer dunkler werdenden Gassen anging.

Wir gelangten zu einem Park mitten in Genua, in dem ein künstlicher, doch sehr schöner Wasserfall lockte. Der Park Villetta di Negro lag zudem nicht weit von unserer Unterkunft, sodass wir ihn fußläufig erreichten. Hinter dem Wasserfall befand sich eine Art Pavillon, durch den wir hindurchlaufen konnten und somit die innere Seite des Wasserfalls näher in Augenschein nehmen konnten. 
Das Erlebnis ist vielleicht nicht vergleichbar mit einem rauschenden Wasserfall mitten in der Natur, doch ihn einmal gesehen zu haben, war mich auf jeden Fall ein kleines Highlight in der Stadt. 
In dem Park konnten wir ein wenig den Hügel hinauf laufen, von wo aus wir ringsum eine Aussicht auf Genua hatten.

 

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Baden in Bogliasco

Von Bocadasse aus spazierten M. und ich zu einer Bahnstation, von der aus uns die Bahn innerhalb weniger Minuten nach Bogliasco brachte. Wie auch Camogli gehört Bogliasco zum Küstenstreifen des Golfo Paradiso. Der Name wird diesem übrigens gerecht, wie ich finde, denn die ligurische Küste ist wahrhaftig paradiesisch. 

In Bogliasco gibt es eine antike Römerbrücke, die zwischen den bunten Häusern hervorragt, wie sich schon beim Durchqueren mit dem Zug gut erkennen lässt. Zudem gibt es weitere Brücken nahe des Strandes, wovon wir eine überquerten.

Nahe am Wasser entdeckten M. und ich beim Blick von der Straße aus einen "Lost Place", eine abgeblätterte Fassade mit Dachterrasse, die einmal einen Gastronomiebetrieb oder etwas Ähnliches gewesen war. Hierbei konnten M. und ich spekulieren, was sich dort einmal abgespielt haben mochte. 

Auf dem Weg stießen wir auf einen Obsthändler, dem wir zwei pralle, verhältnismäßig große Nektarinen abkauften. Diese stammten direkt von vor Ort und waren somit unter der italienischen Sonne gereift. Beim Essen kam ich zu dem Schluss: Es war die beste Nektarine, die ich je in meinem ganzen Leben gegessen habe. M. war da ähnlicher Ansicht. Leider war der Obstverkäufer weg, als wir einige Zeit später beschlossen, zu seinem Stand zurückzukehren. 

Der Strand und die kleinen Einbuchtungen in den Felsen eignen sich in Bogliasco gut zum Baden, sodass M. und ich an diesem Nachmittag ins Meer sprangen. Auch hier war wieder Steinstrand und das Wasser hatte eine angenehme Temperatur. Es war hier auch niemand in Reichweite, der so etwas wie "Medusa! Medusa", schrie, was "Qualle" bedeutet, wie meine Freundin L. mir nach ihrem letzten Italienurlaub erklärt hatte. Daher hatte ich diesmal auch keine Bedenken, dass sich in unmittelbarer Nähe Feuerquallen tummeln könnten.

Durch das warme Wetter waren M. und ich nach dem Schwimmen im Nu wieder trocken. Ein leichter Sommerregen rieselte auf uns hinab. Es war das erste Mal, dass es während unserer Woche in Ligurien regnete. Dieser dauerte auch nicht sehr lange an. Als wir mit dem Zug in Genua wieder ankamen, hatte es schon längst aufgehört.

Bocadasse im Sonnenaufgang

Wie bestimmt aus zahlreichen meiner Blogbeiträge hervorgegangen ist, liebe ich Sonnenuntergänge und -aufgänge. Dies bewog mich und M., wie so oft an einem der Morgende noch im Dunkeln aufzustehen und von unserem Hotel aus zum Stadtteil Bocadasse in Genua zu laufen. Das ehemalige Fischerdorf zeichnet sich wie viele Orte an der ligurischen Küste durch bunte Häuser aus und ist dennoch wieder anders als das, was M. und ich zuvor in der Umgebung gesehen hatten.

Von der Seite, auf der die Abtei San Giuliaono steht, konnten wir auf das Dorf mit seinem Kieselstrand blicken. Als die Sonne dahinter aufging, war es ganz still in Bocadasse und kaum Menschen waren unterwegs. Ich kann nun nachvollziehen, warum es heißt, hier sei die Zeit stehen geblieben, vor allem, nachdem wir zu so früher Stunde hier angekommen waren. In den kleinen Gassen zwischen den Häusern waren Kakteen angepflanzt und Steintreppen mit Liebe zum Detail errichtet.

Danach war es an der Zeit für einen Espresso. Ich hatte unser Espresso-Ritual inzwischen sehr lieben gelernt. In Bocadasse selbst hatten die Bäckereien und Cafés noch nicht geöffnet, sodass M. und ich wieder ein wenig in Richtung Stadt gingen. Zufällig stießen wir auf eine kleine Bäckerei, die auch vegane Cornetti, Blätterteighörnchen nach ligurischer Art mit Pistaziencreme, im Angebot hatte. Auch hier hätten wir zuerst beim äußeren Betrachten des Ladens nicht damit gerechnet, dass hier etwas Veganes zu finden sei außer unseren Espressi. In Ligurien hatten wir damit bisher immer ziemliches Glück gehabt. 


Dienstag, 25. Oktober 2022

Portofino

Von der Bucht in San Fruttuoso stiegen M. und ich in ein Boot nach Portofino. Den Ort, der von zahlreichen Reisenden angepriesen wird, wollte ich unbedingt kennen lernen. Die kleine italienische Gemeinde, in der reiche Urlauber*innen ihre Yachten stehen haben (M. und ich stellten Überlegungen an, was diese kosten mochten), zeichnet sich durch knallgelbe Villen inmitten der grünen Natur am Berghang aus. Das Wasser davor ist so klar, dass sich hier selbst im Hafen die Fische gut beobachten lassen. 

Als M. und ich im Hafen saßen, tunkte ich meine nackten Füße in das Wasser und sah verschiedenen Fischen dabei zu, wie sie in meiner Nähe umherschwammen. Die Natur, in die Portofino eingebettet ist, kann sich wirklich sehen lassen und auch der Blick, den ich bei der Einfahrt in den Hafen hatte, bot keine schlechte Aussicht.

Mit der Atmosphäre in der belebten Innenstadt Portofinos wurden wir jedoch nicht so ganz warm während unseres Aufenthalts. Die Einkaufsstraße Via Roma war von luxuriösen Läden wie Gucci, Prada etc. und hochpreisiger Luxusgastronomie geprägt. Dies konnte M. und mich, die das einfache, italienische Essen schätzen und keine Markenkleidung kaufen, daher nicht reizen. Allein die Flasche Wasser, die M. kaufte, kostete hier gefühlt ein kleines Vermögen. Nachdem wir an diesem Tag wieder viele Eindrücke gesammelt hatten, entschieden wir uns gegen Abend, die nächste Fähre zurück nach Rapallo zu nehmen und nach Genua zurückzukehren.

Wanderung nach San Fruttuoso

Nach dem Morgen in Camogli ging es für mich und M. wieder in die Berge. Es gibt eine Wanderstrecke zwischen Camogli und dem Kloster in der Bucht von San Fruttuoso, die wir uns vorgenommen hatten. San Fruttuoso ist lediglich per Wanderung oder Schiff erreichbar, Straßen führen nicht dorthin.
Der morgendliche Espresso im Magen gab M. und mir die Energie für den Aufstieg, der über mehrere Treppen und an einzelnen, abgelegenen Grundstücken vorbeiführte. Auf diesen Grundstücken könnten wir einiges an Gewächsen wie Kiwibäume und Auberginenpflanzen entdecken. M. stellte fest, dass es das erste Mal war, dass er einen leibhaftigen Kiwibaum sah. 

Mit der Zeit wurde der Weg immer steiniger und einsamer, auch die Hinweisschilder, die darauf hindeuteten, dass der kommende Weg herausfordernd werden könnte, nahmen zu. Was genau für eine Herausforderung vor uns lag, ahnten wir noch nicht. Es ging abwechselnd durch Wälder und dann wieder außen am Berg entlang, von wo aus wir in der Tiefe das türkisfarbene Wasser der ligurischen Küste glitzern sehen konnten. Da der Weg, der uns nach San Fruttuoso führen sollte, schwer erkennbar war, hielten wir uns an die roten Pfeile, die auf Steine und Bäume gemalt waren. Manchmal passierten wir Wegabschnitte, an denen wir uns an Eisenketten festhielten, um über die steilen Felsen zu gelangen. Für mich war es mit meiner Handtasche über die Schulter teilweise herausfordernd, doch Stück für Stück gelangten wir über den Berg. 

Der weitere Weg, der den Berghang hinunterging, war von Gestrüpp gesäumt, sodass wir uns an einigen Stellen ducken mussten. "Ich sehe den nächsten roten Pfeil nicht", stellte ich nach einiger Zeit des Laufens oder eher Kletterns fest. "Dann lass uns sehen, ob wir ihn finden", sagte M. "Oder wir müssen umkehren." Zunächst hoffte ich, nicht umkehren zu müssen, und schaute beim Weitergehen links und rechts, ob irgendwann doch noch eine Wegmarkierung auftauchte. Doch es kam keine, stattdessen sah ich ringsum nur Gestrüpp. Die Sonne brannte währenddessen vom Himmel und unser Wasservorrat ging stetig zur Neige, ebenso wie meine Energie und gute Laune. Der Weg sah noch lange nicht aus wie ein Weg. Zum Glück war M. noch motivierter als ich und schlug vor, umzukehren. Somit kraxelten wir den Berg wieder hoch und gelangten zurück zu der letzten Eisenkette, an der wir uns ein Stück den Abhang entlang gehangelt hatten. Wir waren nun schon einige Stunden unterwegs und San Fruttuoso hinter dem nächsten Berg laut unserer Einschätzung. 

Wir hatten Glück, dass auf dem weiteren Weg einige Plätze mit wunderschönen Aussichten auf uns warteten, eingebettet zwischen Bergen und Meer. Weit in der Ferne schaukelten bilderbuchhaft einige Boote in der Bucht, die von hier oben winzig erschienen.
Auf dem weiteren Weg war es M., der erschöpft war und unter der Mittagssonne litt, auch wenn wir einige kurze Pausen im Schatten der Bäume einlegten und Focaccia knabberten. Zugleich war meine Laune wieder besser, nachdem wir uns wieder auf dem richtigen Weg befanden, und damit auch meine Energie wieder hergestellt. Der Weg führte rauf und runter über Stock und Stein; sportlich gefordert waren wir damit für heute definitiv. Wir beschlossen, unsere Pausen nicht zu lang zu machen und unsere momentane Energie eher dafür zu nutzen, den restlichen Weg nach San Fruttuoso zu bewältigen. Dort, so war der Plan, würden wir erst einmal entspannen. Ein Wanderer und eine Wanderin kamen uns aus der entgegengesetzten Richtung entgegen. Sie lächelten uns gut gelaunt an und teilten uns mit, dass es ab nun nur noch bergab ginge, um in die Bucht von San Fruttuoso zu gelangen. Wir bedankten uns und zogen weiter. "Die Armen", sagte M., "Ob sie sich darüber im Klaren sind, was für eine Herausforderung nun vor ihnen liegt?". Wir wussten es nicht.

Mittags erreichten wir San Fruttuoso und gönnten uns erst einmal kalte Getränke, die es dort in einem Café zu kaufen gab. Für mich gab es in dem Moment nichts Besseres als eiskaltes, frisches Wasser, wie so oft nach einer langen Wanderung. Kurz danach suchten wir uns einen Platz auf einen der Felsen neben dem Strand. Die Strände in der Bucht zogen ziemlich viele Badegäste an, die es sich hier bequem gemacht hatten, sodass ich es vorzog, mich auf einem der Felsen auszubreiten. M. genoss eine Abkühlung in dem klaren Wasser und ich überlegte, es ihm gleichzutun, als er erfrischt wieder aus dem Wasser stieg. San Fruttuoso ist dafür bekannt, dass auf dem Meeresboden eine riesige Jesusstatue als Andenken an einen verunglückten Taucher steht, die ihre Hände zur Wasseroberfläche erhoben hat. Für Taucher*innen ist diese ein Highlight in dieser Bucht und auch beim Schnorcheln und Schwimmen an der Wasseroberfläche soll es möglich sein, sie zu erkennen. Für manche erscheint der Gedanke an die Statue unter Wasser etwas unheimlich, ich fand es faszinierend. Vielleicht würde ich beim Schwimmen in dem klaren Wasser einen Blick darauf erhaschen?
Als jedoch am Strand ein Aufschrei einer Frau ertönte, die sich im Wasser an einer Feuerqualle verletzt hatte, verwarf ich diesen Gedanken sofort wieder. 
Lieber genoss ich noch ein wenig den Blick auf die malerische Bucht.