Abends saßen wir oft auf dem kleinen Balkon unseres Hotelzimmers und aßen Kaktusfeigen, die M. bei einem Marktstand neben dem Bahnhof entdeckt hatte. Wir hatten beide noch nie Kaktusfeigen gegessen. Ich aß sie seitdem während der Reise fast jeden Tag, da ich den süßlich-saftigen Geschmack schnell lieben lernte.
Das änderte sich jedoch, als ich in Bogliasco völlig unbefangen eine Kaktusfrucht von einem Kaktus am Wegesrand pflückte und erst später bemerkte, dass die kleinen pieksigen Stacheln sich nicht so leicht aus meiner Haut entfernen ließen.
Mein Fazit: Kaktusfrüchte unbedingt probieren, doch lieber vom Markt, weil die Stacheln da größtenteils entfernt wurden, und beim Schälen aufpassen.
Doch an manchen Tagen nutzten wir die Gelegenheit, nicht nur abends in Genua selbst Zeit zu verbringen. Besonders das Centro Storico mit den engen Gassen zwischen Porto Antico und dem Piazza de Ferrari hatte es uns seit dem ersten Abend besonders angetan, weshalb wir immer wieder von der bekannten Fußgängerzone Via Garribaldi durchspazierten, nicht selten mit Focaccia in der Hand. Die Via Garribaldi wurde 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
In den engen Gassen fielen uns zudem auch zwischendurch winzig kleine Streetart-Motive ins Auge, kleine, doch ausdrucksstarke Botschaften inmitten der antiken Gebäude zu verschiedenen politischen Themen. Besonders abends mitzubekommen, wie es dämmerte und wie die Stadt in einem apricotfarbenen Abendrot versank, war immer wieder schön. Sowohl von unserem Balkon aus als auch im Centro Storico, wo nach und nach all die Restaurant und Bars öffneten und ein heimeliges Licht nach dem anderen in den immer dunkler werdenden Gassen anging.
Wir gelangten zu einem Park mitten in Genua, in dem ein künstlicher, doch sehr schöner Wasserfall lockte. Der Park Villetta di Negro lag zudem nicht weit von unserer Unterkunft, sodass wir ihn fußläufig erreichten. Hinter dem Wasserfall befand sich eine Art Pavillon, durch den wir hindurchlaufen konnten und somit die innere Seite des Wasserfalls näher in Augenschein nehmen konnten.
Das Erlebnis ist vielleicht nicht vergleichbar mit einem rauschenden Wasserfall mitten in der Natur, doch ihn einmal gesehen zu haben, war mich auf jeden Fall ein kleines Highlight in der Stadt.
In dem Park konnten wir ein wenig den Hügel hinauf laufen, von wo aus wir ringsum eine Aussicht auf Genua hatten.



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