Die italienische Küche ist weltweit bekannt und hat im alltäglichen Leben oder vielmehr den alltäglichen Mahlzeiten der europäischen Länder Einzug gehalten. Dies ist allein schon an der Beliebtheit von Pizza und Spaghetti mit Tomatensoße bei Groß und Klein erkennbar. Im Gegensatz zu den deutschen Umsetzungen italienischen Essens ist die italienische Küche viel hochwertiger und minimalistischer an Zutaten - und sogar vom Original her oftmals vegan. Milch im Pizzateig und Ei in Nudeln? Fehlanzeige! In Italien ist die vegane Vielfalt größer, als viele zuerst denken würden. M. und ich gönnten uns in einem Restaurant eine Pizza Marinara, eine neapolitanische Pizza mit dickem Rand und dünnem Boden, die traditionell mit Tomatensoße und Basilikum ohne Käse gebacken wird. Eine ganze Pizza Marinara ist in Italien meistens günstig zu haben, in Ligurien lag der Preis zwischen vier und sechs Euro. Der Geschmack übersteigt den von Fertigpizza zudem noch einmal deutlich.
Essen, das für Norditalien typisch ist, fanden wir in Form von -natürlich- Focaccia und von Farinata. Farinata besteht aus in Olivenöl gebackenem Teig aus Kichererbsenmehl mit Salz und Wasser. Das Essen hat seinen Ursprung in Genua. Was erst nicht sehr spektakulär klingt und für mich von der Optik auch nicht direkt spektakulär aussah, schmeckt absolut köstlich. M. ließ sich von dieser Entdeckung inspirieren und backte die Farinata nach, nachdem er sich bei unserer Rückkehr einen Pizzaofen anschaffte. Für unterwegs besorgten wir uns ab und zu Piadina, die auch im Supermarkt leicht zu finden sind: Dünnes, italienisches Fladenbrot mit Olivenöl im Teig, das zusammengeklappt und mit Essen gefüllt werden kann. Früher galt es als "Cibi de Strada", also Straßenessen oder Arme-Leute-Essen. Doch wenn ich eines auf meinen Reisen gelernt habe, ist es, dass das Straßenessen gerade am besten schmeckt. Nahe des Stadtzentrums von Genua befindet sich der Mercato Orientale, den M. und ich bei unserer Streifzüge durch Genua natürlich nicht außer Acht ließen. In dieser Markthalle befinden sich unterschiedlichste Marktstände mit Lebensmitteln- darunter auch Vieles, das das Herz von vegan lebenden Menschen begehrt: Aromatische Tomaten aus der Region, Knoblauch und Chilischoten in großen Reben zusammengefasst und verschiedenes Gebäck, dessen Namen ich mir nicht bis Deutschland merken konnte. Gebäck gibt es auch zum Frühstück in Italien in Form eines Cornetto, das uns auch häufiger begegnete, wenn wir uns morgen Espressi im Café oder in der Bäckerei bestellten, zum Beispiel an unserem Morgen in Camogli. Cornetti sind mit oder ohne Füllung, "Crema pasticcera" zu finden. Das italienische Essen wusste M. und mich während unserer Reise in jedem Fall sehr zu begeistern und ein wenig davon konnten wir, nach dem Besuch des Feinkostladens in Camogli, auch zu uns nachhause mitnehmen.


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