Montag, 31. Juli 2023
Durch die albanischen Berge nach Gjirokaster
Saranda: Sonne, Sand und Meer in Albanien
Samstag, 15. Juli 2023
Ostuni, die weiße Stadt Apuliens
über Bari, als wir von Matera aus nach Ostuni weiterreisten. Der Bahnhof lag etwas außerhalb der weißen Stadt, weshalb wir mit unseren Koffern erst einmal vierzig Minuten zu Fuß in der Sonne die Straße den Berg hinauflaufen mussten.
, wusste ich, dass es sich gelohnt hatte, hierherzureisen.
Ausflug in die Basilikata: Von Brotgenuss und Feuerwerksschuss
In Matera sollte an dem Wochenende unseres Aufenthalts das Festa della Bruna gefeiert werden, anlässlich der Schutzpatronin der Stadt, Maria della Bruna. Die Aussicht auf die Sassis, die Höhlensiedlungen im Berg rund um die Stadt und inzwischen UNESCO-Weltkulturerbe, empfand ich als sehr besonders. Genau wie die Altstadt von Matera, deren Bauweise noch wieder ganz anders war als in den Orten, die wir zuvor gesehen hatten. Im Dunkeln, als alles angeleuchtet war, und die Musik von dem Fest zu uns hinüberklang, war Matera ebenfalls wunderschön. Es wundert mich nicht, dass die Stadt als Drehort für so manchen Kinofilm ausgewählt wurde, wie zum Beispiel für "James Bond - No time to die". Auch hier trafen wir auf andere Touris, doch es war ähnlich wie in Alberobello trotz der Feierlichkeiten nicht überlaufen.
Abends erstrahlten die Plätze der Innenstadt unter gewaltigen, bunten Lichtinstallationen, unter denen M. und ich hindurchspazieren konnten. Die Nacht wurde kurz, denn bereits um drei Uhr nachts standen wir wieder auf, um die frühmorgendliche Prozession auf dem Hauptplatz mitzubekommen, mit der der finale Tag des Festa della Bruna eingeläutet werden sollte. Wir waren erstaunt darüber, wie viele Menschen sich schon zu früher Stunde versammelt hatten und der Rede des Bischofs beiwohnten, von der wir aufgrund unserer noch nicht so ausgeprägten Italienischkenntnisse wenig verstanden. Interessant war es trotzdem.
Kurze Zeit danach, als die Sonne aufging, zogen mehr und mehr Menschen mit uns zusammen durch die Straßen und hielten zwischendurch an, um auf dafür abgesperrten Plätzen ein Feuerwerk anzuzünden. Nach dem andächtigen Morgen wurde es nun wild und laut. Nach dem ereignisreichen Morgen gönnten M. und ich uns in unserer Unterkunft eine Pause.
Danach spazierten wir wieder durch die Altstadt Materas, ich ließ mir auch hier den Sonnenuntergang nicht entgehen und verfolgten die Parade durch die Stadt, an deren Ende traditionellerweise von den jungen Menschen der geschmückte Wagen zerstört wird. Zu dem Zeitpunkt, als Letzteres passieren sollte, befanden wir uns allerdings schon bei einem Aussichtspunkt, um das Feuerwerk mitzubekommen, das um Mitternacht von den Sassis aus geschossen wurde. Leider klappte es mit der Pyrotechnik nicht ganz so wie geplant, denn zwischendurch wurde es unterbrochen. Doch trotzdem war es ein Erlebnis, diesen Tag hier verbracht zu haben.Unterwegs in Apulien
Sehr begeisterte mich darunter das Dorf Casamassima, das durch seine blaue Altstadt begeistert. Wir erlebten den Ort als bislang noch sehr unbekannt und hatten auch erst nach intensiver Recherche erfahren, dass er überhaupt existiert. Als wir dort ankamen, verliebte ich mich sofort in das blaue Gassenlabyrinth mit den Blumen, schmucken Treppen und zahlreichen Details. Immer wenn wir um die Ecke gingen, erwartete uns eine weitere Treppe mit bepflanzten Blumenkübeln oder ein blaues Fahrrad oder eine Bank mit einem italienischen Spruch darauf. Auch das Obst, das wir unterwegs in einer Frutteria in Casamassima kauften, gehörte zu den köstlichsten und saftigsten, die ich gegessen habe. Der Verkäufer packte uns sogar freundlicherweise noch ein paar weitere Früchte extra mit ein, nachdem wir bezahlt hatten.
Da wir in Bari bisher nur einen Abend verbracht hatten, fuhren M. und ich dort noch ein paar weitere Male hin. Schließlich gab es dort so viel zu entdecken, dass es sich lohnte, dort noch etwas mehr Zeit zu verbringen. In der Altstadt war es tagsüber wesentlich ruhiger, während abends dort das Leben in der Gastronomie tobte. Wir entdeckten unter anderem den hübsch bepflanzten Häuserübergang in einer Gasse mittendrin, zu dem eine Legende existiert: Laut der wurde er innerhalb einer einzigen Nacht von dem Vater eines liebenden Mannes gebaut, damit er zu seiner Liebsten auf der anderen Straßenseite gelangen konnte, deren Eltern gegen diese Liebe waren.M. und ich fanden in der Altstadt noch die beliebte Orecchiette-Straße, die offizielle und belebteste Straße in der Altstadt, in der die dort lebenden Hausfrauen vor den Häusern Orecchiette herstellen. Wir ließen uns die Gelegenheit nicht entgehen, noch weitere Tüten Orecchiette zu kaufen. Als Kaffeeliebhaberin konnte ich noch eine weitere regionstypische Kaffeespezialität ausfindig machen: Espressino. Espressino ist eine Mischung aus Espresso und aufgeschäumter Milch mit etwas Kakao drinnen, die ich im traditionellen Café Vergagno mit Sojamilch am Tresen schlürfen konnte. Dieses Kaffeegetränk war absolut nach meinem Geschmack.
In Polignano a Mare fanden wir einen paradiesischen Steinstrand, der in einer Bucht zwischen den Felsen lag. Das Wasser leuchtete an diesem Morgen in einem tiefen Blau und lud dazu ein, hineinzuspringen oder mit den Füßen hineinzugehen, wie ich es tat. Als sehr besonders empfand ich die Aussicht von der Klippe zu der gegenüberliegenden Klippe, auf die die Altstadt gebaut war. Ein paar Tage später würde hier auch ein legendäres, öffentliches Klippenspringen stattfinden. In der Altstadt war wesentlich mehr los als an den anderen kleineren Orten, die wir bisher ringsum von Bari aus besucht hatten. Es gab einige hübsche Terrassen auf den Klippen, von denen aus wir aufs Meer hinausblicken konnten. Ein Vintage-Laden reihte sich zudem nach dem anderen in den weißen Gassen.Freitag, 14. Juli 2023
Alberobello: Übernachtung im Trullo-Haus
Donnerstag, 13. Juli 2023
Bari: Das Tor zu Apulien
Nachdem wir die Koffer in die Unterkunft gebracht hatten und es schon allmählich zu dämmern begann, schlug uns auf den Straßen der Duft von Focaccia und von Pizza entgegen. Focaccia Barese, Focaccia mit eingebackenem Gemüse, ist vegan, da es in dieser Region ohne Schmalz, dafür mit Olivenöl, zubereitet wird. In der Altstadt konnten wir wieder Gassen in hellen Farben, mit verschiedenen Blumen und anderen Pflanzen sowie einiges an Streetfood wie Sgagliozze, frittierter Maisgrieß, entdecken.
Dort begegneten wir auch noch am selben Abend einigen Orecchiette-Damen, Hausfrauen, die in den Gassen vor ihrem Haus Orecchiette-Nudeln herstellen und verkaufen. Man kann ihnen dabei zuschauen, wie sie die Pasta zubereiten. M. und ich kauften eine Tüte Orecchiette und freuten uns jetzt schon darauf, sie am nächsten Tag zu essen.Gegessen wurde an diesem Abend erstmal Pizza und zwar von Da Michele, dem Laden, in dem wir in Neapel am Maradona-Tisch gesessen hatten. Eine Filiale des Pizzabäckers gibt es auch in Bari, wie wir feststellten. Wir nahmen uns jeweils eine Marinara im Pappkarton mit und setzten uns ans Wasser, bevor wir sie genüsslich schlemmten: Nun waren wir wieder offiziell im Land des Essens angekommen. In Bari schien an diesem Abend allgemein viel los zu sein: Konzerte fanden statt; irgendwo in der Innenstadt hatte sich ein Chor zum Singen platziert. Die ganze Stadt schien zu vibrieren.
Dubrovnik
Die Gastgeberin N., die uns in unserer Unterkunft empfing, sprach zu unserer Überraschung perfekt Deutsch, da sie selbst einige Jahre in unserer Heimatstadt gelebt hatte. Kurz danach erkundeten wir die Altstadt, die vor Menschen nur so überquellen zu schien. Die Nachmittagssonne brannte uns im Nacken und die Luft war unheimlich schwül, sodass wir nicht die Energie hatten, uns allzu lange hier aufzuhalten. In der Nähe unserer Unterkunft, unweit der Altstadt, fanden wir einen Supermarkt, in dem wir uns mit Essen eindecken konnten. Die Auswahl war ähnlich wie in Split und zu den etwa gleichen Preisen wie dort.
Ein wenig milderes Wetter erwartete uns tags darauf, als wir mit einem Boot aus dem alten Hafen Dubrovniks zur nahe gelegenen Insel Lokrum hinüberfuhren. Lokrum ist ein kleines Inselparadies aus schroffer Steilküste, tropisch anmutenden Parks, Felshöhlen am Wasser und umherspazierenden Pfauen. Besonders süß fanden wir es, die Pfauenküken zu beobachten, die um die Pfauenmutter herumstaksten. Zwischendurch regnete es ganz leicht, was uns in dem schwülen Klima sehr angenehm vorkam. So konnten wir entspannt die Gemäuer und Ruinen, die auf der Insel verteilt waren, erkunden. Als "Totes Meer" wurde ein mit Salzwasser gefüllter See auf der Insel bezeichnet, der mit den ockerfarbenen Felsen ringsum auch eine Augenweide für mich darstellte.
In den Tagen danach erkundeten wir die Gassen von Dubrovnik und erklommen die Stufen in Richtung des Bergs Srd. Sobald wir uns ein paar Schritte in die Nebengassen begeben hatten, fühlte ich mich augenblicklich wohler als auf den überfüllten, wenig schattigen Hauptwegen der Altstadt, so schön die weiße Altstadt auch sein mochte. Rundherum gab es auch immer wieder schöne Plätze, von denen wir die Steilküste hinunterblicken, die Festung in der Dämmerung betrachten oder in malerischen Buchten verweilen konnten.
An einem der letzten Tag nahmen wir morgens vom neuen Hafen dieFähre zur Insel Lopud, die uns aufgrund ihres schönen Strands mit Karibik-Flair empfohlen wurde. Als ganz so schön und karibisch empfand ich den Strand zwar nicht, an dem wir abseits der Menschenmengen einen Platz auf einem Felsen im Schatten fanden, doch Lopud hatte auch noch anderes für uns zu bieten. Zum Beispiel das Café ein Stück über dem Strand, das eine Oase mit vielen liebevoll gestalteten Details mitten im Grünen darstellte. Ich war sehr zufrieden, als ich meinen Kaffee in einer Korbschaukel trinken konnte und M. mir mit einem Bier gegenüber saß. "Eigentlich müsste ich hier gar nicht mehr weg die nächsten Stunden", sagte ich und M. lachte. Die nächsten Stunden hatten wir dann allerdings doch noch ein bisschen etwas zu entdecken auf Lopud: einen botanischen Garten mit Dschungelfeeling und ein paar abgelegene Plätze nah beim Hafen, bei denen wir auf Felsen sitzen und die Füße ins Meerwasser tunken konnten. Um uns herum sonnten sich ein paar kleine Krabben, die wir schon häufiger in Kroatien gesehen hatten.
Wie ich in Mostar bosnischen Kaffee probierte
Während der Busfahrt klärte uns unsere Guide über die Geschichte des ehemaligen Jugoslawiens auf, zu dem sowohl Bosnien als auch Kroatien sowie einige weitere heutige Länder wie Montenegro, Serbien und der Kosovo gehören. Ich war erstaunt, zu hören, dass die Länder, in denen M. und ich zurzeit unterwegs waren, somit nicht älter als zwanzig Jahre waren- als jünger an Jahren als wir beide! Unserer Guide, einer Kroatin, war dabei anzumerken, dass sie dem Thema nicht gerade neutral gegenüber stand und die Geschichte aus der kroatischen Sichtweise erzählte. In jedem Fall lernte ich an diesem Tag einiges Neues und die blinden Flecken, die meine Landkarte im Kopf bisher innerhalb Südosteuropas hatte, verflüchtigten sich wieder ein wenig.
In Mostar erwartete uns buntes Treiben rund um die bekannte Brücke. Diese war wirklich ein Juwel. Obwohl ich schon Fotos von ihr gesehen hatte, war mir vor dieser Reise nicht in den Sinn gekommen, sie zu besuchen. Als ich davor stand, wusste ich, dass es sich gelohnt hatte, hierherzukommen: Mostar war absolut ein kleines Erlebnis für sich. Von der Brücke sprangen geübte Turmspringer in das kalte Wasser und gingen vorher herum, um ein wenig Geld einzusammeln. Je mehr Geld man ihnen gab, desto mehr Tricks vollführten sie für das Publikum rund um die Brücke. Im Vergleich zu Kroatien wirkte Bosnien auf mich wesentlich ärmer, was auch daran liegt, dass es nicht Teil der EU ist. Die Preise sind wesentlich günstiger, die muslimisch geprägte Kultur ist spürbar und leider begegneten wir rund um die Brücke auch bettelnden Kindern.Ich hatte mir fest vorgenommen, einmal traditionellen bosnischen Kaffee zu probieren. In einem Café an der Brücke nahe am Wasser war wenig los, erstaunlich wenig für diese Ecke, und ich war begeistert, als uns jeweils ein Tisch-Service mit silberfarbenen, verzierten Kaffeekännchen gebracht wurde. Wie es hier üblich ist, bekamen wir auch ein Stück türkischen Honig dazu, ließen diesen allerdings liegen, weil wir uns nicht sicher waren, ob dieser immer rein pflanzlich ist.
Nach den Stunden in Mostar wartete ein weiteres Highlight auf uns, für das ich mich sehr begeistern konnte: Die Kravicer Wasserfälle. Im Gegensatz zu den Krkna-Wasserfällen war es hier noch erlaubt, schwimmen zu gehen. Das ließ ich mir nicht entgehen: Das Wasser war ziemlich frisch, schließlich war es vorher den Wasserfall hinabgeströmt, doch ein bisschen Erfrischung vor der wunderschönen Kulisse war durchaus drin. Auch hier waren einige Menschen, die sich am Ufer tummelten, doch das Wasser an sich war nicht so voll, wie man vielleicht hätte denken können. Wir hatten nur eine Stunde an den Wasserfällen zur Verfügung, doch ich nutzte sie, um sie vollends zu genießen. Auf dieser Reise hatten wir bereits viele Wasserfälle gesehen, doch auch diese fand ich wieder auf ihre eigene Art schön und die Reise wert.
























