Sehr begeisterte mich darunter das Dorf Casamassima, das durch seine blaue Altstadt begeistert. Wir erlebten den Ort als bislang noch sehr unbekannt und hatten auch erst nach intensiver Recherche erfahren, dass er überhaupt existiert. Als wir dort ankamen, verliebte ich mich sofort in das blaue Gassenlabyrinth mit den Blumen, schmucken Treppen und zahlreichen Details. Immer wenn wir um die Ecke gingen, erwartete uns eine weitere Treppe mit bepflanzten Blumenkübeln oder ein blaues Fahrrad oder eine Bank mit einem italienischen Spruch darauf. Auch das Obst, das wir unterwegs in einer Frutteria in Casamassima kauften, gehörte zu den köstlichsten und saftigsten, die ich gegessen habe. Der Verkäufer packte uns sogar freundlicherweise noch ein paar weitere Früchte extra mit ein, nachdem wir bezahlt hatten.
Da wir in Bari bisher nur einen Abend verbracht hatten, fuhren M. und ich dort noch ein paar weitere Male hin. Schließlich gab es dort so viel zu entdecken, dass es sich lohnte, dort noch etwas mehr Zeit zu verbringen. In der Altstadt war es tagsüber wesentlich ruhiger, während abends dort das Leben in der Gastronomie tobte. Wir entdeckten unter anderem den hübsch bepflanzten Häuserübergang in einer Gasse mittendrin, zu dem eine Legende existiert: Laut der wurde er innerhalb einer einzigen Nacht von dem Vater eines liebenden Mannes gebaut, damit er zu seiner Liebsten auf der anderen Straßenseite gelangen konnte, deren Eltern gegen diese Liebe waren.M. und ich fanden in der Altstadt noch die beliebte Orecchiette-Straße, die offizielle und belebteste Straße in der Altstadt, in der die dort lebenden Hausfrauen vor den Häusern Orecchiette herstellen. Wir ließen uns die Gelegenheit nicht entgehen, noch weitere Tüten Orecchiette zu kaufen. Als Kaffeeliebhaberin konnte ich noch eine weitere regionstypische Kaffeespezialität ausfindig machen: Espressino. Espressino ist eine Mischung aus Espresso und aufgeschäumter Milch mit etwas Kakao drinnen, die ich im traditionellen Café Vergagno mit Sojamilch am Tresen schlürfen konnte. Dieses Kaffeegetränk war absolut nach meinem Geschmack.
In Polignano a Mare fanden wir einen paradiesischen Steinstrand, der in einer Bucht zwischen den Felsen lag. Das Wasser leuchtete an diesem Morgen in einem tiefen Blau und lud dazu ein, hineinzuspringen oder mit den Füßen hineinzugehen, wie ich es tat. Als sehr besonders empfand ich die Aussicht von der Klippe zu der gegenüberliegenden Klippe, auf die die Altstadt gebaut war. Ein paar Tage später würde hier auch ein legendäres, öffentliches Klippenspringen stattfinden. In der Altstadt war wesentlich mehr los als an den anderen kleineren Orten, die wir bisher ringsum von Bari aus besucht hatten. Es gab einige hübsche Terrassen auf den Klippen, von denen aus wir aufs Meer hinausblicken konnten. Ein Vintage-Laden reihte sich zudem nach dem anderen in den weißen Gassen.



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