Samstag, 15. Juli 2023

Ausflug in die Basilikata: Von Brotgenuss und Feuerwerksschuss

Von Bari aus gelangten M. und ich mit einem Zug, der auf einer separaten Zugstrecke fuhr, in die Region Basilikata, die nördlich von Apulien liegt. Unser Ziel war die Höhlenstadt Matera, doch wir legten davor noch einen Zwischenstopp in Altamura ein. Deutschland ist gut im Brotbacken, doch die Italiener in Altamura können es auch: Es gibt in dem kleinen Ort, der weltweit für sein Brot bekannt ist (zu Recht), sogar ein kleines Brotmuseum, in der uns vor Ort erklärt wurde, wie das Brot gebacken wird. Die Rezeptur ist immer vegan und in dem Fall auch regional, weil das Getreide in den Feldern angebaut wird, durch die zuvor unser Zug gefahren war. Somit kamen wir bereits wohlgesättigt und zufrieden mit dem Zug in Matera an.

In Matera sollte an dem Wochenende unseres Aufenthalts das Festa della Bruna gefeiert werden, anlässlich der Schutzpatronin der Stadt, Maria della Bruna. Die Aussicht auf die Sassis, die Höhlensiedlungen im Berg rund um die Stadt und inzwischen UNESCO-Weltkulturerbe, empfand ich als sehr besonders. Genau wie die Altstadt von Matera, deren Bauweise noch wieder ganz anders war als in den Orten, die wir zuvor gesehen hatten. Im Dunkeln, als alles angeleuchtet war, und die Musik von dem Fest zu uns hinüberklang, war Matera ebenfalls wunderschön. Es wundert mich nicht, dass die Stadt als Drehort für so manchen Kinofilm ausgewählt wurde, wie zum Beispiel für "James Bond - No time to die". Auch hier trafen wir auf andere Touris, doch es war ähnlich wie in Alberobello trotz der Feierlichkeiten nicht überlaufen. 

Abends erstrahlten die Plätze der Innenstadt unter gewaltigen, bunten Lichtinstallationen, unter denen M. und ich hindurchspazieren konnten. Die Nacht wurde kurz, denn bereits um drei Uhr nachts standen wir wieder auf, um die frühmorgendliche Prozession auf dem Hauptplatz mitzubekommen, mit der der finale Tag des Festa della Bruna eingeläutet werden sollte. Wir waren erstaunt darüber, wie viele Menschen sich schon zu früher Stunde versammelt hatten und der Rede des Bischofs beiwohnten, von der wir aufgrund unserer noch nicht so ausgeprägten Italienischkenntnisse wenig verstanden. Interessant war es trotzdem.

 Kurze Zeit danach, als die Sonne aufging, zogen mehr und mehr Menschen mit uns zusammen durch die Straßen und hielten zwischendurch an, um auf dafür abgesperrten Plätzen ein Feuerwerk anzuzünden. Nach dem andächtigen Morgen wurde es nun wild und laut. Nach dem ereignisreichen Morgen gönnten M. und ich uns in unserer Unterkunft eine Pause. 

Danach spazierten wir wieder durch die Altstadt Materas, ich ließ mir auch hier den Sonnenuntergang nicht entgehen und verfolgten die Parade durch die Stadt, an deren Ende traditionellerweise von den jungen Menschen der geschmückte Wagen zerstört wird. Zu dem Zeitpunkt, als Letzteres passieren sollte, befanden wir uns allerdings schon bei einem Aussichtspunkt, um das Feuerwerk mitzubekommen, das um Mitternacht von den Sassis aus geschossen wurde. Leider klappte es mit der Pyrotechnik nicht ganz so wie geplant, denn zwischendurch wurde es unterbrochen. Doch trotzdem war es ein Erlebnis, diesen Tag hier verbracht zu haben.

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