Montag, 31. Juli 2023

Saranda: Sonne, Sand und Meer in Albanien

Von Ostuni aus ging es mit der Trenitalia nach Brindisi, das wenige Minuten entfernt ist und über einen Hafen verfügt, von dem aus uns eine weitere Fährenfahrt erwartete: Diesmal nach Korfu. Von der griechischen Insel aus war unser Ziel Saranda in Albanien nur eine weitere halbe Stunde Fährenfahrt entfernt. Auf Korfu kamen wir bereits im Sonnenaufgang an und konnten in den noch fast menschenleeren Gassen der Hauptstadt Kerkyra verweilen. Ich konnte mich sehr für die orangefarbenen Häuser und die warmen Farben der griechischen Stadt begeistern. Auch M. konnte sich für die Atmosphäre auf der griechischen Insel erwärmen. Die Fährenfahrt von Brindisi aus war vergleichsweise entspannt gewesen dank der verstellbaren Sessel, auf denen leichtes Dösen sogar gut möglich war. Trotzdem war ich todmüde, als wir unser Gepäck bei der Gepäckaufbewahrungsstation in Kerkyra wieder abholten. Von der kurzen Fährenfahrt mit einem kleinen Boot nach Saranda bekam ich wenig mit, da ich an M.'s Schulter einnickte. 

Der Checkout am Hafen von Saranda lief wesentlich schneller ab als gedacht und so erklommen wir kurz darauf den Weg an der Straße den Berg hinauf, auf dem unsere Unterkunft lag. Der anstrengende Aufstieg lohnte sich: Als wir in unserem geräumigen, sauberen Apartment ankamen, das zudem eine Terrasse mit Blick auf die Stadt und auch ein Stück aufs Meer besaß, war ich überaus zufrieden, dort zu sein. Vor der Eingangstür tollten in den nächsten Tagen immer wieder zwei Katzenbabys herum, die sich uns und unserem Apartment neugierig näherten. Wir schliefen erst einmal gründlich aus, kochten uns Essen und machten uns die Folgetage daran, Saranda ausgiebiger zu erkunden.

Tagsüber brannte meistens die Sonne, weshalb wir uns besonders in den Abendstunden draußen bewegten. Zu diesem Zeitpunkt war an der Strandpromenade auch am meisten Action. Wir konnten türkische Eisverkäufer dabei beobachten, wie sie Tricks vor staunenden Kinderaugen mit dem Eisstab vollführten. Es sah aus, als würden sie quasi mit dem Eis jonglieren, was mir jedes Mal ein Lächeln entlockte. An der Promenade reihten sich Badestrände, Cafés, Strandbars und sogar auch ein kleiner Jahrmarkt mit Riesenrad zwischen Palmen. Beleuchtete Piratenschiffe mit dem Gesicht des furchterregenden Piraten Davy Jones aus "Fluch der Karibik" stachen uns aus der abendlichen Beleuchtung der Strandpromenade ins Auge. Ich nutzte den frühen Abend unter anderem dazu, am Badestrand plantschen zu gehen und die Taucherbrille aus Monopoli zu nutzen. Das Wasser war zwar trüber als dort, doch ich konnte trotzdem einige Fische und Unterwasserpflanzen erspähen.

Noch mehr Strand fanden wir in Ksamil, dem Nachbarort von Saranda vor. Zum Glück hatten wir es inzwischen geschafft, albanische LEK in einer Wechselstube umzutauschen, nachdem sich das Abhaben mit Kreditkarte am Geldautomaten als sehr schwierig und teuer erwiesen hatte. Im Bus wurde nämlich durch einen Jugendlichen während der Fahrt das Busfahrgeld, was umgerechnet etwa einen Euro kostete, eingesammelt.

Es wurde zunehmend heiß und M. und ich hatten Mühe, einen guten Platz zwischen der Masse an Badegästen zu finden, der schattig und zugleich keine astronomische Gebühr kostete. Das karibisch blaue Wasser empfand ich als wunderschön, doch das Gewusel durch die vielen Menschen machte es uns nicht ganz so leicht, einen Platz zum Entspannen zu finden. Doch irgendwann hatten wir Glück. Oberhalb einer Strandbar fanden wir einen Picknicktisch, der etwas abgelegen im Schatten lag und von dem aus wir zwischen Baumzweigen auf das Meer und die dahinterliegenden Berge blicken konnten. Ich holte M. und mir ein paar Getränke aus der Strandbar, in der die jungen Servicekräfte mir mit großer Freundlichkeit begegneten. Es sah so aus, als hätten wir nun unsere kleine Oase gefunden. Danach konnten wir mit neuer Energie weiterziehen und die hawaiianisch anmutenden Skulpturen vor den Strandbars oder die Skulptur einer riesigen blauen, aus dem Wasser ragenden Hand entdecken. Strandbars mit tropischen Skulpturen aus Bast fanden wir in den Strandgegenden Albaniens öfter vor: Auch in Saranda gab es Bars und Cafés, die auf eine ähnliche Art und Weise kreativ gestaltet waren. Doch am liebsten erinnere ich mich an den Platz an dem versteckten Holztisch zurück, unserer Oase, die wir in Ksamil zufällig gefunden hatten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen