Die Gastgeberin N., die uns in unserer Unterkunft empfing, sprach zu unserer Überraschung perfekt Deutsch, da sie selbst einige Jahre in unserer Heimatstadt gelebt hatte. Kurz danach erkundeten wir die Altstadt, die vor Menschen nur so überquellen zu schien. Die Nachmittagssonne brannte uns im Nacken und die Luft war unheimlich schwül, sodass wir nicht die Energie hatten, uns allzu lange hier aufzuhalten. In der Nähe unserer Unterkunft, unweit der Altstadt, fanden wir einen Supermarkt, in dem wir uns mit Essen eindecken konnten. Die Auswahl war ähnlich wie in Split und zu den etwa gleichen Preisen wie dort.
Ein wenig milderes Wetter erwartete uns tags darauf, als wir mit einem Boot aus dem alten Hafen Dubrovniks zur nahe gelegenen Insel Lokrum hinüberfuhren. Lokrum ist ein kleines Inselparadies aus schroffer Steilküste, tropisch anmutenden Parks, Felshöhlen am Wasser und umherspazierenden Pfauen. Besonders süß fanden wir es, die Pfauenküken zu beobachten, die um die Pfauenmutter herumstaksten. Zwischendurch regnete es ganz leicht, was uns in dem schwülen Klima sehr angenehm vorkam. So konnten wir entspannt die Gemäuer und Ruinen, die auf der Insel verteilt waren, erkunden. Als "Totes Meer" wurde ein mit Salzwasser gefüllter See auf der Insel bezeichnet, der mit den ockerfarbenen Felsen ringsum auch eine Augenweide für mich darstellte.
In den Tagen danach erkundeten wir die Gassen von Dubrovnik und erklommen die Stufen in Richtung des Bergs Srd. Sobald wir uns ein paar Schritte in die Nebengassen begeben hatten, fühlte ich mich augenblicklich wohler als auf den überfüllten, wenig schattigen Hauptwegen der Altstadt, so schön die weiße Altstadt auch sein mochte. Rundherum gab es auch immer wieder schöne Plätze, von denen wir die Steilküste hinunterblicken, die Festung in der Dämmerung betrachten oder in malerischen Buchten verweilen konnten.
An einem der letzten Tag nahmen wir morgens vom neuen Hafen dieFähre zur Insel Lopud, die uns aufgrund ihres schönen Strands mit Karibik-Flair empfohlen wurde. Als ganz so schön und karibisch empfand ich den Strand zwar nicht, an dem wir abseits der Menschenmengen einen Platz auf einem Felsen im Schatten fanden, doch Lopud hatte auch noch anderes für uns zu bieten. Zum Beispiel das Café ein Stück über dem Strand, das eine Oase mit vielen liebevoll gestalteten Details mitten im Grünen darstellte. Ich war sehr zufrieden, als ich meinen Kaffee in einer Korbschaukel trinken konnte und M. mir mit einem Bier gegenüber saß. "Eigentlich müsste ich hier gar nicht mehr weg die nächsten Stunden", sagte ich und M. lachte. Die nächsten Stunden hatten wir dann allerdings doch noch ein bisschen etwas zu entdecken auf Lopud: einen botanischen Garten mit Dschungelfeeling und ein paar abgelegene Plätze nah beim Hafen, bei denen wir auf Felsen sitzen und die Füße ins Meerwasser tunken konnten. Um uns herum sonnten sich ein paar kleine Krabben, die wir schon häufiger in Kroatien gesehen hatten.



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