Während der Busfahrt klärte uns unsere Guide über die Geschichte des ehemaligen Jugoslawiens auf, zu dem sowohl Bosnien als auch Kroatien sowie einige weitere heutige Länder wie Montenegro, Serbien und der Kosovo gehören. Ich war erstaunt, zu hören, dass die Länder, in denen M. und ich zurzeit unterwegs waren, somit nicht älter als zwanzig Jahre waren- als jünger an Jahren als wir beide! Unserer Guide, einer Kroatin, war dabei anzumerken, dass sie dem Thema nicht gerade neutral gegenüber stand und die Geschichte aus der kroatischen Sichtweise erzählte. In jedem Fall lernte ich an diesem Tag einiges Neues und die blinden Flecken, die meine Landkarte im Kopf bisher innerhalb Südosteuropas hatte, verflüchtigten sich wieder ein wenig.
In Mostar erwartete uns buntes Treiben rund um die bekannte Brücke. Diese war wirklich ein Juwel. Obwohl ich schon Fotos von ihr gesehen hatte, war mir vor dieser Reise nicht in den Sinn gekommen, sie zu besuchen. Als ich davor stand, wusste ich, dass es sich gelohnt hatte, hierherzukommen: Mostar war absolut ein kleines Erlebnis für sich. Von der Brücke sprangen geübte Turmspringer in das kalte Wasser und gingen vorher herum, um ein wenig Geld einzusammeln. Je mehr Geld man ihnen gab, desto mehr Tricks vollführten sie für das Publikum rund um die Brücke. Im Vergleich zu Kroatien wirkte Bosnien auf mich wesentlich ärmer, was auch daran liegt, dass es nicht Teil der EU ist. Die Preise sind wesentlich günstiger, die muslimisch geprägte Kultur ist spürbar und leider begegneten wir rund um die Brücke auch bettelnden Kindern.Ich hatte mir fest vorgenommen, einmal traditionellen bosnischen Kaffee zu probieren. In einem Café an der Brücke nahe am Wasser war wenig los, erstaunlich wenig für diese Ecke, und ich war begeistert, als uns jeweils ein Tisch-Service mit silberfarbenen, verzierten Kaffeekännchen gebracht wurde. Wie es hier üblich ist, bekamen wir auch ein Stück türkischen Honig dazu, ließen diesen allerdings liegen, weil wir uns nicht sicher waren, ob dieser immer rein pflanzlich ist.
Nach den Stunden in Mostar wartete ein weiteres Highlight auf uns, für das ich mich sehr begeistern konnte: Die Kravicer Wasserfälle. Im Gegensatz zu den Krkna-Wasserfällen war es hier noch erlaubt, schwimmen zu gehen. Das ließ ich mir nicht entgehen: Das Wasser war ziemlich frisch, schließlich war es vorher den Wasserfall hinabgeströmt, doch ein bisschen Erfrischung vor der wunderschönen Kulisse war durchaus drin. Auch hier waren einige Menschen, die sich am Ufer tummelten, doch das Wasser an sich war nicht so voll, wie man vielleicht hätte denken können. Wir hatten nur eine Stunde an den Wasserfällen zur Verfügung, doch ich nutzte sie, um sie vollends zu genießen. Auf dieser Reise hatten wir bereits viele Wasserfälle gesehen, doch auch diese fand ich wieder auf ihre eigene Art schön und die Reise wert.


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