Freitag, 14. Juli 2023

Alberobello: Übernachtung im Trullo-Haus

  
Auf die nächste Etappe hatten M. und ich uns schon länger gefreut: Alberobello. Das Dorf ist bekannt für die Fülle seiner Trulli, Häuser mit zipfelmützenartigen Dächern. Nirgendwo in Apulien gibt es so viele wie hier. Die Trulli-Häuser haben eine bestimmte Bauweise, bei der auf den runden Untersatz aus Steinen ein Dach errichtet wird, das dicht ist, ohne durch Mörtel oder Ähnliches verbunden zu werden. Es heißt, dass die Häuser im 17. Jahrhundert gebaut wurden und, um Steuern zu sparen, das Dach ohne Zement oder Mörtel errichtet wurde, dass es im Falle einer Inspektion wieder abgenommen und als nicht steuerpflichtiger Stall deklariert werden konnte. 

M. und ich bezogen in Alberobello für eine Nacht eine Unterkunft, die direkt zwischen zwei Trulli lag und eine Terrasse hatte. Auf dieser würden wir am gleichen Abend die Orecchiette aus Bari genießen. Ein Bus hatte uns vom Hauptbahnhof Bari direkt nach Alberobello gebracht. Den Tag schlenderten wir durch das UNESCO-Weltkulturerbe, bestaunten das Meer an Trulli-Häusern, das sich vor uns unter blauem Himmel auftat und aßen Focaccia Pugliese. Die Gassen waren wie in den meisten apulischen Orten schön hergerichtet, mit Blumen, Sprüchen an den weißen Wänden und anderer Dekoration. Es gab außer uns einige weitere Touris, doch im Gegensatz zu anderen italienischen Orten wie Venedig oder Mailand wirkte es hier sehr entspannt und überhaupt nicht überfüllt. 

Später sahen wir uns auch das größte Trullo des Ortes an, das allerdings im Vergleich zu neuzeitlichen Häusern immer noch klein war. Romantisch wurde es abends, als sich der Himmel orangerot verfärbte und hinter den weißen Trulli mit den grauen Steindächern ein wunderschönes Bild abgab. Nach und nach gingen die Lichter an, ein Trullo wurde sogar bunt angeleuchtet, und sommerabendliche Stimmung in Alberobello machte sich breit - es war magisch und ich liebte es. 

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