über Bari, als wir von Matera aus nach Ostuni weiterreisten. Der Bahnhof lag etwas außerhalb der weißen Stadt, weshalb wir mit unseren Koffern erst einmal vierzig Minuten zu Fuß in der Sonne die Straße den Berg hinauflaufen mussten.
Doch der Anblick lohnte sich: Ich habe schon einige weiße Städte gesehen auf dieser Welt, doch keine erschien mir so weiß wie Ostuni es ist. Überall waren Kakteen gepflanzt und andere Blumen, die neben dem Himmel der einzige Farbtupfer in dem Weiß darstellten. Es gab Ape-Taxis, die regelmäßig an uns vorbeisausten, und verschiedene kleine Cafés, mit und ohne Aussicht auf die Stadt. In einem davon tranken M. und ich einige Tage später auch einen Aperol Spritz und einen Eiskaffee. Wir hausten während unserer Zeit in einer für diese Orte typischen Unterkunft mit weißen Wänden, Rundbögen und der Tür, die beim Öffnen gleichzeitig als Lichtquelle diente. So konnten wir uns darin hineinfühlen, wie es sich in süditalienischen Erdgeschoss-Wohnungen lebt, und verstanden noch besser, weshalb es hierzulande als höflich geht, an den geöffneten Türen in den Gassen vorbeizugehen und weder neugierig hineinzuschauen noch die Leute zu grüßen. Englisch wird hier auch nicht selbstverständlich von den Einheimischen gesprochen, was wir auch bei unseren Gastgebern feststellten und bei unserem Check-In zuerst für etwas Chaos sorgte.
Letztendlich konnten wir in Ostuni etwas ankommen, nach der Zeit in Matera ausschlafen und wieder leckeres Essen ausfindig machen. Es gab zum Beispiel einen Laden, in dem wir uns Pettole, salzige frittierte Bällchen aus Pizzateig, mitnehmen und auf der Stadtmauer von Ostuni schlemmen konnten. Zuvor statteten wir einem Gartencafé einen Besuch ab, das fußläufig nur wenige Minuten von Ostunis Innenstadt entfernt war, von dort aus gesehen allerdings wesentlich weiter weg wirkte: Von hier ließ sich Ostuni gut erspähen, wie es sich mit seinem bergigen Stadtbild aus dem Meer aus Olivenbäumen erhob. Das Besondere an dem Gartencafé war zudem, dass die Lebensmittel auf der Speisekarte direkt auf dem Gelände angebaut wurden. Die beiden großen Stücke Wassermelone, die wir uns bestellten (für mich als Obstliebhaberin natürlich genau das Richtige, vor allem bei dem warmen Sommerwetter), stammten somit direkt aus dem Beet, neben dem wir auf Strohballen saßen.
Die Tage in Ostuni verbrachten M. und ich hauptsächlich in der Stadt selbst. Ein Tagesausflug nach Cisternino hatte nicht geklappt wie geplant, da sich am Bahnhof von Cisternino herausstellte, dass die Altstadt des Örtchens noch mehrere Kilometer zu Fuß entfernt lag. Wir hatten das Glück, zumindest auf dem Rückweg auf einen Laden zu treffen, der vor Ort gepresstes Olivenöl verkaufte. So war der Ausflug nicht ganz umsonst gewesen. Lieber nutzten wir die folgenden Tage, um das italienische Leben in Ostuni zu genießen. Als wir am letzten Abend vor unserer Abreise den Sonnenuntergang von meinem Lieblingsaussichtspunkt betrachteten (ich habe Sonnenuntergänge auf dieser Reise besonders schätzen gelernt)
, wusste ich, dass es sich gelohnt hatte, hierherzureisen.
, wusste ich, dass es sich gelohnt hatte, hierherzureisen.



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