Freitag, 16. Oktober 2015

Nishikinohama

Wenn man vom Flughafen
 aus ein paar Stationen (für
völlig überteuerte Fahrkartenpreise) fährt, gelangt man nach Nishikinohama, einem Vorort von Osaka in Strandnähe. Dort bezogen K. und ich ein japanisches Gartenhaus, in dem wir auf Matten am Boden schlafen  (mit Bettdecke natürlich, was sogar sehr gemütlich ist) und die Räume durch Schiebeelemente mit Holzrahmen voneinander getrennt sind. Sogar ein Klo mit beheizbarer Klobrille gibt es, was in Japan wohl genauso üblich wie Kloschuhe ist. Besonders gefällt mir die metallene Sitzbadewanne, in der man sich ausstrecken kann, während einem das Wasser bis zum Hals steht. Diesen Luxus nutze ich nach den Wochen, in denen mir nur kaltes Duschwasser zur Verfügung stand.
Schon am Abend unserer Ankunft erlebte ich die große Freundlichkeit der Japaner. Als K. und ich an der örtlichen Apotheke nach dem Weg zu unserer Unterkunft fragten, setzte der Apotheker sich sofort an seinen Computer und druckte uns eine Karte aus, die er uns inklusive Wegbeschreibung mitgab. Auf diese Weise fanden wir in der Dunkelheit auf den spärlich beleuchteten Straßen das Gartenhäuschen.
Einen Tag später half uns eine japanische Bankangestellte, als Probleme mit K.'s Kreditkarte auftauchten, und lief dabei sogar mit uns durch halb Nishikohama, um einen passenden Automaten für uns zu finden. “Warum macht sie das nur für uns?“, fragte sich mein Freund immer wieder. Als wir den passenden Automaten gefunden hatten, waren wir ihr unglaublich dankbar. Obwohl viele Japaner kein Englisch sprechen, gelingt es doch immer irgendwie, sich mit Händen und Füßen zu verständigen. Generell leben in Nishikinohama
offenbar fast nur Einheimische, von Tourismus ist hier keine Spur. Der ist eher im Zentrum von Osaka zu finden. Es hat auch den Anschein, dass viele Japaner begeistert von Europäern sind, während lustigerweise mancher Europäer eine Leidenschaft für Japan hegt.

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