Dienstag, 3. November 2015

Wieder zuhause

Nun bin ich wieder zuhause, voller schöner Erinnerungen an meine Reise. Bei meiner Ankunft sah ich die gelb verfärbten Blätter an den Bäumen, atmete die frische Herbstluft und realisierte, dass ich jetzt wieder zuhause bin. All die Erinnerungen an meiner Reise sind aber noch sehr präsent. Es bringt mich zum Schmunzeln, wenn ich daran denke, dass ich vor wenigen Wochen im 13. Stock des Wolkenkratzers, in dem A. wohnte, in Top und Hot Pants schwitzte, während meine Freundinnen mir aus Deutschland Bericht erstatteten, dass es bei ihnen gerade null Grad sei.
Im Nachhinein kann ich sagen: Es war eine gute Entscheidung, die Reise zu machen. Sie war ein
großer Traum von mir, der wahr geworden ist. In den fünf Wochen habe ich eine Menge gesehen und erlebt, sodass sie zu einigen der schönsten meines Lebens wurden. Dabei habe ich festgestellt: Reisen erweitert tatsächlich den Horizont! Ich weiß jetzt, dass es noch andere schöne Orte auf dieser Welt gibt. Mehr noch, ich habe diese schönen Orte mit eigenen Augen gesehen statt nur im Reisekatalog oder im Internet.
Die Gedanken daran machen mich jetzt noch glücklich, wenn ich zum Beispiel an die riesigen Schmetterlinge auf Koh Yao Noi denke, oder daran, wie ich zwischen den Wolkenkratzern in Singapur gepicknickt habe. Ich habe in diesen fünf Wochen ein Gefühl der Freiheit erlebt, das mir sehr gut getan hat, wie ich nun feststellen kann. Jeden Tag habe ich Neues gesehen und erlebt. Dass wir manchmal die Nacht, ohne wirklich zu schlafen, am Flughafen verbringen mussten oder manchmal nur kaltes Wasser zur Verfügung hatten, wurde dann komplett zur Nebensache. Es war eine tolle Zeit, die ich nie vergessen werde. Sobald ich zuhause war, habe ich mir Unmengen von Fotos ausgedruckt, von denen ich einige in meinen Zirkuswagen gehängt habe. Jedes Mal, wenn ich dorthin schaue, zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht.

Samstag, 31. Oktober 2015

Hongkong für Anfänger

Ich habe im Flughafen von Dubai, als wir auf dem Weg nach Deutschland waren, noch einmal zusammengetragen, was wir in unserer letzten Woche in Hongkong gelernt haben.

1. Hongkong besteht aus mehreren Inseln, von denen einige wunderschöne Natur bieten. Man kann sogar wandern gehen, wer hätte das gedacht! Oder in Naturpools am Wasserfall baden.

2. Der Kontrast im Zentrum Hongkongs zwischen Edelvierteln mit Prada- und Vuittonläden und der angrenzenden Downtown, zu der auch die Temple Street gehört und wo viele Verkäufer ihre Ware am Straßenrand anbieten, ist wirklich extrem.

3. Den Bubble Tea oder Tea mit Tapioka-Perlen hier sollte man sich nicht entgehen lassen.Ich jedenfalls fühlte mich königlich, als ich mit dem leckeren Getränk in der Hand durch Hongkong spazierte.

4. Auf vielen Straßenmärkten, mal abgesehen von denen in Mon Kok, wird häufig alle paar Stände das Gleiche angeboten. Wer an den ersten sechs Ständen nichts findet, wird es danach wahrscheinlich auch nicht. Trotzdem ist es spannend, die Marktatmosphäre mitzuerleben.

5. Auf Lantau Island gibt es wilde Kühe (die ich schon mal erwähnt habe), die niemandem gehören und nach der Schließung einer Farm einfach frei gelassen wurden. Daher ist es auch völlig normal, abends an der Bushaltestelle bzw. am Strand auf ein paar braune Kühe zu treffen.

6. In der Innenstadt gibt es Unmengen von Menschen und das Treiben auf den Straßen oder in den Shopping Malls ist oft hektisch. Wer das nicht so mag, wird sich auf Lantau Island wohlfühlen.

7. Die Delfine von Lantau Island sind tatsächlich rosa.

8. Der Giant Buddha ist noch viel schöner und beeindruckender, als ich ihn mir vorher vorgestellt habe.

9. Insider Tipps, wie wir sie von M. und L. bekommen haben, sind viel besser als das, was auf den Touri-Seiten im Internet angeboten wird (Auf diese Weise konnte ich meine Delfintour doch noch machen, ohne zu viel Geld loszuwerden).

10. Die Aussicht vom Mandarin Hotel im 25. Stock ist wirklich atemberaubend!

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Wasserfontänen in der Stadt

Direkt an unserem MTR-Bahnhof in Hongkong gibt es einen Platz, umgeben von Wolkenkratzern, auf dem Wasserfontänen aus dem Boden schießen. Besonders gefällt es mir, wenn abends noch die Lichter am Boden angehen. Seht es selbst in diesem kleinen Video!

Dienstag, 27. Oktober 2015

No bag, please!

Spätestens, nachdem ich bei L. im Haus einen Kurzfilm darüber gesehen habe, wie sie aus Plastikmüll am Strand künstlerische Installationen kreiert, möchte ich zu dem Thema auch etwas schreiben. Während meiner Reise habe ich festgestellt, dass es in Asien den Leuten an der Kasse vollkommen fremd ist, wenn man auf die Plastiktüte verzichten möchte. In Singapur in einem Gebäckladen beobachtete ich fast schon schockiert, wie die Kassierin jedes einzelne Gebäckstück in eine extra Plastiktüte packte und all die kleinen gefüllten Plastiktüten dann noch einmal in eine große Plastiktüte legte. “Was für eine Umweltsünde!“, schoss es mir durch den Kopf. Künftig rief ich den Kassierern ein energisches “No bag, please!“, entgegen, wenn ich schnell genug war und mir die Tüte nicht schon in Sekundenschnelle in die Hand gedrückt wurde. K. und ich waren eigentlich immer mit Rucksack bzw. Handtasche unterwegs, weshalb Plastiktüten wirklich überflüssig für uns waren. Ich denke, ein Problem ist dabei auch, dass Plastiktüten zu selbstverständlich sind. Sie kosten nichts; die Verkäufer drücken sie einem in die Hand, bevor man überhaupt Zeit hat, darüber nachzudenken. Würden sie etwas kosten, würde bei manchem Verbraucher viel eher die Frage auftauchen: Warum nehme ich nicht ganz einfach meine eigene Tasche zum Einkaufen mit?
In Japan, wo K. und ich meistens im Supermarkt einkaufen gingen, wurde alles Mögliche mehrfach eingepackt, z.B. Schokoriegel einzeln verpackt in einer großen Tüte oder Obst, das an der Kasse noch extra verpackt wird. Abends in der Unterkunft sah ich all das Plastik in der verschnürten Mülltüte: Irgendwie ein trauriger Anblick.
In Hongkong ist es unter anderem der Bubble Tea, der viel Plastik verursacht. Die Idee von L., die angeschweißte Plastikfolie über dem Bubble Tea einfach nach dem Austrinken abzunehmen und den Plastikbecher erneut zu verwenden, kam mir daher sehr entgegen. “Das Umweltbewusstsein schreitet hier aber allmählich auch voran“, erzählte L. mir. “Es wird mit der Zeit!“ Eine gute Nachricht, wie ich finde.

Montag, 26. Oktober 2015

Die Skyline


Sehr berühmt ist die Skyline von Hongkong, bei der die Wolkenkratzer der asiatischen Metropole in zig Lichtern erstrahlen. Jeden Abend pünktlich um 20 Uhr gibt es eine kleine Lichtershow, bei der die Gebäude bunt aufleuchten. Am besten ist es dabei, wenn man wie ich am anderen Ufer steht und die Spiegelung im Wasser sehen kann.

Samstag, 24. Oktober 2015

Zu Gast in Asien

Während unserer Reise durch Asien sind K. und ich in den verschiedensten Unterkünften untergekommen. Manchmal waren wir für uns, wie in dem thailändischen Bungalow oder dem japanischen Gartenhaus, manchmal wohnten wir mit anderen Menschen zusammen, wie es auch jetzt in Hongkong der Fall ist. In Singapur wohnten wir für eine Woche bei N. in seiner WG, die ich über die Website Airbnb ausfindig gemacht hatte. N. war sehr gastfreundlich und kochte gern für uns alle. Abends saßen wir meistens bis spät noch mit allen WG-Mitgliedern am Tisch, und aßen asiatische Gerichte, wobei es immer ziemlich lustig zuging.

Anschließend zogen K. und ich zu A. in den 13. Stock eines Wolkenkratzers. A. hatte ich über www.couchsurfing.com kontaktiert und war darüber erstaunt, wie viele Sprachen er beherrschte. Neben Englisch, Chinesisch und Deutsch, was uns auch zugute kam, noch einige weitere. Am letzten Abend in Singapur machte ich Bratkartoffeln für uns, weil ich wusste, dass A. deutsches Essen vermisst. Seine Mutter half mir dabei und zeigte mir sehr geduldig, wie man den Gasherd anschaltet. Es gibt ja Leute, die sich nicht vorstellen können, dass so ein System wie Couchsurfing funktioniert, ganz ohne Geld, basierend nur auf Vertrauen. Ich kann nur sagen: Es funktioniert. Und es ist eine gute Möglichkeit, überall auf der Welt Menschen kennen zu lernen.

Besonders Glück hatten wir in Hongkong, wo wir jetzt bei M. und L. in einem niedlichem Haus auf Lantau Island übernachten können. Obwohl ich die beiden vorher kaum persönlich kannte, erklärten sie sich bereit, uns aufzunehmen. L. macht das leckerste vegane Fruchteis mit Kokosmilch, das ich bisher gegessen habe. Ich bin sicher, uns würde einiges entgehen, ohne die Insider-Tipps der beiden und ihre Gastfreundschaft.

Es ist eine tolle Sache, nicht bei sich zuhause, sondern auch auf der anderen Seite der Welt Freunde zu haben. Auf diese Weise kann man die Orte nicht nur von der touristischen Seite kennen lernen, sondern erhält direkten Einblick in das Leben eines Einheimischen. Dazu gehören auch die Sprachen, die man hört, die Lebensweise und die Kultur.
Auf meiner Reise konnte ich, was die Gastfreundschaft anderer Menschen in anderen Ländern, angeht, demnach viel Positives erleben.

Lantau Island

Einen schöneren Ort in Hongkong zum Wohnen
hätten wir wahrscheinlich nicht finden können: Lantau Island. Dort haben M. und L., Bekannte von meiner Familie, ein Haus, in dem K. und ich unterkommen durften.
Der Strand, der sich gegenüber vom Haus befindet, ist wunderschön und lässt mich nach einem Trip durch die City zur Ruhe kommen. Zudem ist die Insel voller Hügel, die bewaldet und von Pflanzen bewachsen sind. Auf einem davon hat Giant Buddha, die weltweit größte Buddhastatue aus Kupfer, seinen Platz. Als K. und ich aus dem Bus steigen, sehen wir ihn schon, wie er erhaben und mit gütigem Gesichtsausdruck übers Land blickt. Im Inneren des Buddhas können K. und ich Blumen aus Kristall bewundern, die angeblich aus den Knochen der verstorbenen Mönche entstanden sind. Etwas, das besonders K. sehr faszinierend findet, als wir vor der Glaswand stehen, um den Schatz zu betrachten.
Draußen treffen wir auf eine braune Kuh, die wie selbstverständlich über den Platz zwischen Buddha und den Tempeln schreitet. Das ist etwas, was ich auf Lantau Island inzwischen schon häufig gesehen habe: Freilaufende Kühe. Am Strand, auf der Straße, an der Bushaltestelle, im Gebüsch. Das scheint hier üblich zu sein.
Lantau Island ist der perfekte Ausgleich zum pulsierenden Zentrum von Hongkong, finde ich, und bietet an sich einen wunderschönen Platz direkt an dieser Stadt.

Hongkong

Hongkong ist eine Wucht. Schon am ersten Tag in der City spürte ich das schnelle Tempo, mit dem hier alles voranschreitet. Der MTR-Bahnhof war allein schon riesig, wobei sich Ströme von Menschen durch die Halle in Richtung Ausgang bewegten. K. und ich erreichten als Erstes in die Ecke, in der sich Prada & Co tummelten. Dort befand sich auch das luxuriöse Mandarin Hotel, in dem wir die 25 Stockwerke mit dem Fahrstuhl hochfuhren, um einmal die grandiose Aussicht zu sehen. (Stockwerk Nr.13 gab es dabei nicht). Lange bleiben konnten wir allerdings nicht, weil die Kellnerin im Business-Anzug der Meinung war, dass K. und ich nicht der Situation angemessen gekleidet waren. Ich schoss mit dem Handy noch schnell ein paar Bilder, dann verschwanden wir wieder.
Doch nur einen kleines Stück entfernt, dort, wo sich die Temple Street befand, sah Hongkong schon wieder ganz anders aus: Eher dreckige Straßen, Straßenmärkte und generelle eine andere Preisklasse waren hier zu finden. Bei Einbruch der Dunkelheit schlenderten wir über den Temple Street Night Marketing, auf dem allerhand gefälschte Markenartikel, Kleidung und Accessoires verkauft wurden. Handeln kann man hier immer. K. schaffte es z. B., für mich eine Handtasche auf einen guten Preis herunter zu handeln.
Hongkong hat insgesamt eine Menge zu bieten, weshalb ich hier noch einiges vorhabe. Wenn man hier ist, muss man sich allerdings an das schnelle Tempo, die Menschenmassen und den Trubel gewöhnen. Sonst kann es passieren, dass man sich vielleicht verloren oder erdrückt von dieser Megacity fühlt. Wer aber dafür offen ist, kann auf jeden Fall eine spannende Zeit hier verbringen.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Japan für Anfänger

Bei K. und mir ist es zum Ritual geworden, nach jedem Reiseort ein paar Sachen aufzuschreiben, die wir dort festgestellt oder gelernt haben. Diesmal für Osaka:

1. Die Menschen achten sehr auf Höflichkeit und sind generell gern bereit, zu helfen.

2. Natur und Stadt liegen hier eher getrennt voneinander und beide haben sehr viel zu bieten (z. B. Wasserfälle in der Natur und Sushi in der Stadt).

3. Japan mag nicht das günstigste Land sein, das Essen und die Snacks aus den Supermärkten jedoch sind sehr preiswert (nach den Reisklumpen dort bin ich richtig verrückt geworden).

4. Die Einwohner bevorzugen kleine Autos und oft auch Gebrauchtwagen.

5. Mit der Bahn zu fahren ist ziemlich teuer, selbst, wenn man nur Kurzstrecken fährt. Das Bahnstreckennetz und seine Regeln sind sehr komplex, was für Neuankömmlinge manchmal ziemlich verwirrend sein kann.

6. Pflaumenwein mit heißem Wasser schmeckt richtig lecker. Frittierte Auberginen erstaunlicherweise auch.

7. In der City sind an jeder Ecke Mangaläden bzw. Läden mit Anime-Figuren aus Plastik zu finden.

8. Spielhallen und Stofftier-Automaten mit Hello Kitty unter anderem gibt es auch überall.

9. Viele Japaner verstehen kein Englisch, schon gar nicht am Stadtrand, aber trotzdem haben wir es immer irgendwie hinbekommen mit der Kommunikation. Notfalls mit Händen und Füßen.

10. Nicht nur in Tokio, auch in Osaka gibt es ein Katzencafe, in dem sich ganz viele von den Miezen tummeln und die Besucher mit ihnen spielen können. Wegen K.'s Katzenhaarallergie sind aber doch lieber nicht reingegangen.

11. Es gibt nirgendwo Verbotsschilder, aber die Leute sieht man nie in der Öffentlichkeit Essen, außer im Restaurant natürlich. Wir dagegen haben auch gern mal in der Bahn genascht, was aber wohl niemanden gestört hat.

12. Die Japaner sind sehr an Europa und den Menschen dort interessiert. In Osaka haben wir kaum Europäer gesehen, in Nishikinohama schon gar nicht. Vielleicht auch ein Grund, weshalb die Leute dort sich gern mit mir fotografieren lassen.

Von Tempeln und Schlössern

Wenn man nach Japan reist, sollte man sich die
Tempel nicht entgehen lassen. Das sagte mir auch meine Mutter, die schon mal hier war. Also fuhren K. und ich an einem Tag aus der Stadt heraus, um einen Tempel in Izumisano zu besuchen, von Wald und Bergen umgeben. Das Tempeldach war mit schwarzen Dachgiebeln versehen und detailierte Verzierungen schmückten das hölzerne Gebäude. Der Geruch von Räucherstäbchen hing in der Luft. Ein paar Mönche in langen Gewändern überquerten den Hof und lächelten uns dabei freundlich zu. Ansonsten sahen wir nicht viele Menschen hier. Das änderte sich erst, als eine Gruppe von Grundschulkindern mit ein paar Erwachsenen auf das Tempelgelände marschierte und uns beide mit großen Kinderaugen anblickte.

Auch inmitten der Stadt gab es Tempel. Diese sind nur nicht ganz so ursprünglich und glamourös. In Kishiwada gingen wir durch eine auf den ersten Blick unscheinbare Nebenstraße, in der sich ein Tempel an den anderen reihte. Auf der Straße spielten ein paar Kinder, die uns bei der Wegfindung halfen und sich auf Englisch nach unseren Namen erkundigten, um uns dann einen schönen Tag zu wünschen. Selbst die Kinder sind hier immer so höflich. In einen der Tempel, der nach hinten offen war, konnten wir hinausblicken. “Es erinnert mich an eine Kirche“, sagte ich zu K. , als ich die im Chor singenden Menschen in den Reihen aus Bänken sitzen sah. “Nur dass es hier keine Jesusfigur, sondern eine andere Götterfigur gibt.“ In den Vorgärten der Tempel fanden wir mit Blumen dekorierte Götterstatuen und neben Grabsteinen für Menschen auch Grabsteine für Hunde.

Am Ende das Tages gelangten wir zum Kishiwada
Castle, einem wunderhübschen Schloss. Es stand auf einem Hügel, von Wassergräben umgeben, und wies den typischen japanischen Archikturstil auf. Wir befanden uns dort, als gerade die Sonne unterging und alles in ein rotgoldenes Licht tauchte. Das Schloss kam mir vor wie aus einem Märchenfilm, nur eben nicht die europäische Art mit Türmchen, sondern die japanische.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Action in Osaka

Während der Zeit in Osaka haben K. und ich ein paar Dinge unternommen, bei denen wir eine Menge Spaß hatten und die sich meiner Meinung bei einem Besuch in Japan wirklich lohnen. Drei Highlights davon möchte ich hier mal auflisten.

1. Sushi essen:
Ich liebe Sushi, um das schon mal vorweg zu nehmen. Schon in Deutschland haben K. und ich ständig Sushi bestellt oder selbst welches zubereitet (für mich mit Avocado oder Gurke). Aber in Japan, dem Land, in dem Sushi erfunden wurde, in eine Sushibar zu gehen, ist nochmal was ganz anderes! Die Mitarbeiter tragen alle Kimonos und schenken immer wieder Grünen Tee nach, an der Wand hängen Bilder mit japanischen Schriftzeichen (die z. B. “Großer Fang“ bedeuten, wie K. lesen kann) und mein hübsch angerichtetes Sushi schmeckt exotisch und richtig gut. Dazu trägt die original japanische Umgebung wohl auch bei.

2. Karaoke:
Karaokebars sind sehr beliebt in Asien. Auch in der der City in Osaka gibt es ziemlich viele davon. K. und ich beschlossen an einem Abend spontan, in eine hineinzugehen. Kurz darauf hatten wir beide ein Mikrophon in der Hand, einen großen Fernsehbildschirm vor uns und hatten viel Spaß zu den Liedern von Avicii. Zwischendurch ging der Liedtext  in unseren Lachanfällen unter. Spaß ist garantiert, wenn man in eine Karaokebar geht, kann ich nun im Nachhinein sagen, auch dann, wenn man wie in meinem Fall nicht singen kann.
Zum Abschied winkte uns die Glückskatze mit einem Mikrophon in der linken Pfote, das Maskottchen der Bar, noch mit einem verschmitzten Lächeln hinterher, so schien es mir.

3. Comicläden besuchen:
Für Manga-Fans und Cosplayer wäre Osaka ein echtes Paradies. Auf dem Weg zu den Tempeln in Kishiwada trafen K. und ich auf einen Comicladen, der von den abenteuerlichsten Mangas bis hin zu japanischen Frauenmagazinen alles zu bieten hatte. K. deckte sich mit Mangas als Reiselektüre ein, während ich mich für ein knallbuntes Teenie-Magazin als Souvenir entschied. Lesen konnte ich den Inhalt nicht, aber deshalb hatte ich auch ein bebildertes Magazin gekauft und kein Buch. Die meisten Fotos sprachen für sich. Als ich den Laden durchstöberte, musste ich mich daran gewöhnen, dass die Magazine von links und nicht wie in Deutschland von rechts aufgeschlagen werden. Ich freue mich schon darauf, zuhause mein erworbenes Magazin den Japanfans zu zeigen, die ich kenne.

Dienstag, 20. Oktober 2015

Americamura

Mitten in Osaka ist ein Viertel zu finden, in dem sich die Jugendszene abspielt und überall Amerika-Fieber, gemixt mit japanischem Cosplay, spürbar ist. Der Name ist entsprechend: Americamura nennt sich das Viertel, in dem auf einem hohen Gebäude eine Freiheitsstatue steht.
In den Läden werden bunte Sachen angeboten, freakige und ausgefallene Klamotten, von denen ich am liebsten einen ganzen Stapel mitnehmen würde, wären die Preise nicht so hoch. Die Kussmund-Clutchs, Käppis mit Micky-Maus-Ohren und Kurzjacken mit Nieten lassen mein Herz höher schlagen.
Als K. und ich uns an einen Platz inmitten des Viertels setzen, sehen wir allerhand Cosplayer und alternative, teils blondierte Künstler vorbeiziehen. Cosplay-Fans, von denen ich ein paar kenne, wären bei diesem Anblick sicher vor Begeisterung ausgeflippt. Eine Japanerin mit Nasenpiercing sitzt mit einem schwarzen Schirm an dem Platz, bekleidet mit einem Spitzenkleid und Netzstrumpfhose sowie riesigen Plateauschuhen, alles komplett in schwarz. So etwas soll typisch sein für Americamura, in dem ich auch das Schild zu einem Cosplay-Cafe entdecke. Ich selbst bin keine Cosplayerin und auch kein Anime-Fan, aber das Fröhliche, Bunte des Viertels gefällt mir.

Montag, 19. Oktober 2015

Wasserfall in den Bergen

In Japan gibt es nicht nur aufregende Städte, sondern, wenn man ein wenig mit dem Bus hinausfährt, auch schöne Natur. K. und ich bestiegen einen Berg, der uns zu einem wunderschönen Wasserfall führen sollte. Der Weg war von handtellergroßen Götterstatuen gesäumt, neben dem Wegesrand floss ein Bach entlang und die Rinde der urigen Bäume war mit Moos besetzt. Stück für Stück erklommen wir den Berg, bis wir bei einer Mönchsstätte mit mehreren Tempeln ankamen. Hier war das Rauschen des Wasserfalls schon gut zu hören. Von einem japanischen Mönch in roter Robe ließ ich mir per Handzeichen die Richtung weisen.
Und da war er, einige Augenblicke später, hinter einer roten Brücke: Der Wasserfall. Das war das erste Mal, das ich einen in natura sah, der nicht einer künstlich angelegten Parkanlage entstammte. Ich hatte das Gefühl, stundenlang dort stehen zu können und zu beobachten, wie das das Wasser die  Felswand herabrann. In diesem Video habe ich einen kurzen Eindruck davon festgehalten.

Freitag, 16. Oktober 2015

Nishikinohama

Wenn man vom Flughafen
 aus ein paar Stationen (für
völlig überteuerte Fahrkartenpreise) fährt, gelangt man nach Nishikinohama, einem Vorort von Osaka in Strandnähe. Dort bezogen K. und ich ein japanisches Gartenhaus, in dem wir auf Matten am Boden schlafen  (mit Bettdecke natürlich, was sogar sehr gemütlich ist) und die Räume durch Schiebeelemente mit Holzrahmen voneinander getrennt sind. Sogar ein Klo mit beheizbarer Klobrille gibt es, was in Japan wohl genauso üblich wie Kloschuhe ist. Besonders gefällt mir die metallene Sitzbadewanne, in der man sich ausstrecken kann, während einem das Wasser bis zum Hals steht. Diesen Luxus nutze ich nach den Wochen, in denen mir nur kaltes Duschwasser zur Verfügung stand.
Schon am Abend unserer Ankunft erlebte ich die große Freundlichkeit der Japaner. Als K. und ich an der örtlichen Apotheke nach dem Weg zu unserer Unterkunft fragten, setzte der Apotheker sich sofort an seinen Computer und druckte uns eine Karte aus, die er uns inklusive Wegbeschreibung mitgab. Auf diese Weise fanden wir in der Dunkelheit auf den spärlich beleuchteten Straßen das Gartenhäuschen.
Einen Tag später half uns eine japanische Bankangestellte, als Probleme mit K.'s Kreditkarte auftauchten, und lief dabei sogar mit uns durch halb Nishikohama, um einen passenden Automaten für uns zu finden. “Warum macht sie das nur für uns?“, fragte sich mein Freund immer wieder. Als wir den passenden Automaten gefunden hatten, waren wir ihr unglaublich dankbar. Obwohl viele Japaner kein Englisch sprechen, gelingt es doch immer irgendwie, sich mit Händen und Füßen zu verständigen. Generell leben in Nishikinohama
offenbar fast nur Einheimische, von Tourismus ist hier keine Spur. Der ist eher im Zentrum von Osaka zu finden. Es hat auch den Anschein, dass viele Japaner begeistert von Europäern sind, während lustigerweise mancher Europäer eine Leidenschaft für Japan hegt.

Osaka

Als K. und ich in Japan aus dem Flugzeug gestiegen sind, ist für uns die Temperatur im Vergleich zu Singapur gesunken. Ich laufe nicht mehr schwitzend in kurzer Hose und Top bei 30 Grad durch die City, sondern trage lange Jeans, passend zu den etwa 22 Grad in Osaka.
Das Viertel Shinkansen, das wir besucht haben, ist sehr bunt und belebt, besonders nach Einbruch der Dunkelheit. An vielen Ecken sind riesige, cartoonartige Buddhafiguren aufgestellt, deren Gesicht allerdings nicht viel Ähnlichkeit mit einem Buddha besitzt. Zudem entdeckten wir überall Automaten, aus denen man Plastikfiguren oder Hello-Kitty-Figuren ziehen kann. Hello Kitty ist tatsächlich eine beliebte Kultfigur in Japan, sodass ich mit dem Gedanken spiele, ein Exemplar des Stofftiers als Souvenir nach Deutschland mitzubringen. Dafür mein Geld am Automaten verprassen wollte ich allerdings nicht. K. entschied sich für kleine Plastiktiere, die wesentlich einfacher zu bekommen waren, und zog drei davon als Andenken aus dem Automaten. Spielhallen, in denen in mehreren Reihen Menschen am Bildschirm sitzen und spielen, gab es hier auch in unglaublichen Mengen zu finden. Wegen der dröhnenden Dudelmusik, die daraus ertönte, ergriffen wir davor lieber die Flucht.
In der Dunkelheit leuchtete das Viertel mit dem Turm im Zentrum in Neonlichtern auf und wirkte damit noch aufregender als bei Tageslicht.
Vom ersten Moment in Japan merkte ich, dass es noch wieder ganz anders war als die Orte, an denen wir zuvor gewesen waren.
Überall blinkten mir japanische Schriftzeichen entgegen, eine englische Übersetzung gab es selten. Die Reisgerichte schmeckten besser als das deutsche Sushi. Und die Häuser wirkten städtisch, aber teilweise doch niedlich mit den dunklen, geschwungenen Dächern. Besonders in Nishikinohama, dem kleinen Vorort, in dem wir zurzeit wohnen.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Asiatische Metropole für Anfänger

Auf dem Flug von Singapur nach Osaka haben K. und ich uns wieder darüber Gedanken gemacht, welche neuen Erkenntnisse wir gewonnen haben während der Zeit in Singapur. Dabei sind wir auf folgendes Ergebnis gekommen:

1. Es wird nie Winter in Singapur. Das ganze Jahr über liegt die Temperatur bei ungefähr 30 Grad Celsius.

2. Es ist ein Stadtstaat, der leicht mit der Metro zu durchqueren ist. Deshalb kamen wir vom Norden der Stadt auch schnell nach Sentosa Island.

3. Wohngemeinschaften sind eine tolle Sache, vor allem wenn sie international sind und es immer lustig zugeht.

4. Couchsurfing ist auch gut. Es kann authentische Einblicke in das Leben eines Einheimischen bieten.

5. Foodcourts, die es hier an jeder Ecke gibt, sind eine geniale Erfindung, weil sie viel Auswahl bieten und sich insgesamt mehr lohnen als teure Restaurants.

6. Clark Quay bei Nacht mit all den Lichtern ist bezaubernd und kaum zu überbieten.

7. Es lohnt sich, mehrmals nach Sentosa Island zu fahren. Für Kevin waren die Universal Studios (in die ich des hohen Preises wegen nicht reingegangen bin) ein Highlight auf der Insel. Sie sollen sogar Disneyland in den Effekten und der Technik übertreffen.

8. Auf der Orchard Road mit vielen Einkaufszentren und Markenläden tobt das Leben in Singapur, es gibt viele Straßenkünstler und bunte Lichter abends, zum Shoppen ist sie wegen der hohen Preise allerdings nicht so geeignet.

9. Little India grenzt sich von der restlichen Stadt ab, indem die Straßen weniger gepflegt und nobel sind und es dafür bunte Märkte, auf denen Blumenketten und Hennafarbe verkauft werden, und schmucke indische Tempel gibt.

10. Auf Englisch und Chinesisch kann man sich hier prima verständigen. Die Menschen hier sind sehr freundlich und plaudern gerne, besonders, wenn sie erfahren, dass ich aus Deutschland komme.

Am Schildkrötensee

Wie in meinem letzten Post schon erwähnt, konnten K. und ich in den Botanic Gardens Schildkröten am See besichtigen. Die schwimmenden Tierchen beim Schwimmen zu beobachten, ist ein wirklich drolligen Anblick, bei dem mir das Herz aufging. In diesem Video haben wir die Erinnerung festgehalten.


Sonntag, 11. Oktober 2015

Botanische Gärten von Singapur

Wer botanische Gärten liebt, ist in Singapur bestens aufgehoben. An vielen Metrostationen sind grüne Oasen zu finden, die einiges zu bieten haben. In den Botanic Gardens an der Marina Bay haben K. und ich die “Super Trees“, also Superbäume, besucht: Ein turmhohes Gebilde, das über und über mit Orchideen, Farben und anderen mehr oder weniger exotischen Pflanzen bewachsen ist. Es war ein guter Ort für mich, um ein paar Fotos für die Daheimgebliebenen zu schießen. Der eigentliche Höhepunkt, den der botanische Garten zu bieten hat, kommt aber erst nach Einbruch der Dunkelheit. Schon aus der Ferne sahen K. und ich das farbenfrohe Blinken der Superbäume, weshalb wir dann zwischen allerhand Gewächsen durch rannten, um ja nicht die Lichtershow zu verpassen. Die Superbäume erstrahlten abwechselnd in allen möglichen Farben, untermalt mit Musik. Ich kam wir vor wie bei “Alice im Wunderland“.
Zuvor hatten K. ich noch den überdachten Garten besichtigt, bei dem man über Treppen und Brücken einen riesigen Hügel besteigt, der vollkommen mit tropischen Pflanzen bewachsen ist und mit Wasserfällen sowie Tropfgestein ausgestattet ist. Davon war K. sehr beeindruckt. Im Chinese Garden und Japanese Garden, wo wir einige Tage später waren, war dagegen nicht so viel los. Eine grüne Oase, die sich für mich lohnte, fand ich wieder an der Metrostation “Botanic Gardens“. Dort verbringen die Familien von Singapur ihre Sonntags. K. und ich trafen am See auf ein Paar schwarzer Schwäne und eine hungrige Schildkrötenschar, die sich von Kindern mit Cornflakes füttern ließ.
Ich denke, das ist es, was jede Großstadt braucht: Ein Fleck Erde, auf dem man picknicken, frische Luft atmen und den Lärm der Stadt, so sehr wir sie auch mögen, hinter sich lassen kann.

Freitag, 9. Oktober 2015

Bao statt Brötchen

Das Essen in Singapur war, wie von unserem
Gastgeber schon angekündigt, günstiger als erwartet, im Gegensatz zu den Unternehmungen (die teilweise irre teuer sind). Ob europäisch, chinesisch, indisch oder malaisisch, für jeden ist etwas dabei, wie K. und ich feststellten. Sogar für Veganer wie mir. Insgesamt ist Singapur sehr international, auch, was das Essen betrifft.
Unser erstes Mahl nahmen wir am Flughafen ein. Ich bestellte mir dort Toasts und einen Bao (Baos sind gebackene weiße Taschen mit Füllung). Die Baos, die K. mir empfohlen hatte und die an vielen Imbissen hierzulande zu finden sind, wurden zu meiner Lieblingssüßigkeit während meiner Zeit in Singapur.
Unser Abendessen mit den Neonlichtern der Orchardstreet als Hintergrund fand bei einem Imbiss mit dem exotischen Namen Baotianxia statt. Wir waren etwas überrascht von den Preisen, die sogar ein bisschen niedriger als die in Deutschland sind. Besonders, nachdem wir an mehreren Vuitton-und Pradaläden auf der Straße, und einem Dönerimbiss, der einen Döner für 8 Euro anbot (wie K. feststellte) vorbeigekommen waren.
K. bestellte sich Nudeln nach japanischer Art mit Hähnchen, und einige Timsums, anders gesagt, Kleinigkeiten. Sein anschließender Kommentar: “So ein Essen ist gut für die Seele!“
In folgenden Tagen suchten wir häufig so genannte Foodcourts auf, mit großer Auswahl. Diese sind meistens an den unteren Etagen der Einkaufszentren zu finden. Gut zu wissen: In Restaurants wird gerne extra für den Service und Mehrwertsteuer berechnet, also sollte man sich auch nicht scheuen, den angebotenen Service wahrzunehmen. Was in meinem Fall bedeutet, veganes Essen zu erbitten.
Wie auch in Thailand, wo ich oft tropische Früchte und leckere Reisgerichte gegessen hatte, fand ich hier einen Weg, leckeres veganes Essen zu bekommen. Tofu gibt es hier häufig, viele frittierte Kuchen sowie gefülltes Gebäck. Lecker, aber meistens auch mit viel Zucker und Fett. Nicht zu übertreffen allerdings war das Abendessen, das in WG gekocht wurde. Jeden Abend, wenn wir nachhause kamen, wurden wir zu Tisch gebeten. Vielen Dank dafür, N.!

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Sentosa Island

Singapur bietet das Bild einer Großstadt, die von der Fläche so groß wie Hamburg ist, aber wesentlich mehr Menschen beherbergt. (Fast) alles hier ist schick, modern und städtisch. Sentosa Island allerdings hat mir gezeigt, dass es auch anders geht in Singapur. Die Insel, die K. und ich mit dem “Sentosa Express“, erreichten, hat wunderschöne Strände voll weißem, feinem Sand und erinnert an ein sonniges Naturparadies. “Fühlt sich das nicht an wie in Disneyland?“, sagte auch K., als wir am Strand ankamen. Ich war entzückt beim Anblick der vielen Palmen und Hibiskusbüsche vor dem türkisblauen Wasser. Inzwischen habe ich die Angewohnheit, herabgefallene Blüten, die noch makellos sind, aufzuheben und mir ins Haar zu stecken.
Das Wasser erwies sich als angenehm warm. Richtig warm, nicht nur erträglich in der Temperatur. So konnte ich mich direkt ins Wasser stürzen statt langsam und mit den Fußspitzen zuerst hineinzugehen. 


Erstaunlicherweise scheint auf der Insel auch die Sonne sehr hell, was wohl daran liegt, dass es den Smog der Innenstadt dort nicht gibt. Eins ist klar: Sentosa Island hat es mir, auch wenn sie anders als Ko Yao Noi ist, angetan.
Nun sind K. und ich am Überlegen, ob wir die nächsten Tage wieder hinfahren. 

Sonntag, 4. Oktober 2015

Die grünste Metropole von Asien

Singapur gilt als die grünste Stadt in Asien. Angesichts der sich vor mir auftretenden Wolkenkratzer konnte ich mir das erst schwer vorstellen. Doch als ich zwischen Chinatown und Clark Quay auf diese Gebäude stieß, wurde mir klar, was mit diesem Titel gemeint war. Es scheint fast so, als wäre die Menschheit verschwunden und die Pflanzen hätten ihr Territorium zurückerobert, indem sie die Bauten einfach überwucherten. Ein Anblick, der mich wirklich in Staunen versetzt hat!


Singapur

Nebel vor der aufgehenden
Sonne, Wolkenkratzer, so
weit das Auge reicht, und viele Menschen. Das war das erste, was wir von Singapur sahen. Am frühen Morgen verließen K. und ich den Flughafen und stiegen in die Metro.
Tropisch feuchte Luft schlug uns entgegen, als wir nach draußen traten. Die Wolkenkratzer, in den gelblichen Nebel getaucht, boten für mich ein faszinierendes Bild. Von K. erfuhr ich dann, dass dies kein gesunder Nebel sei, eher eine Folge der Umweltverschmutzung im angrenzenden Malaysia, weshalb wir uns im nächsten Einkaufszentrum einen Mundschutz besorgten. Ich fand es nicht sehr angenehm zu tragen und legte den Schutz nach einer halben Stunde wieder ab, um nicht ständig die Hitze meines eigenen Atems im Gesicht spüren zu müssen.

Bei der Erkundung Singapurs fiel mir der große Unterschied zu Thailand auf: Singapur ist eine saubere, extrem moderne Megacity, in der hauptsächlich schick angezogene Leute herumlaufen. Statt Motorbikes gibt es ein Bus- und Bahn-Streckennetz, das den gesamten Staat durchzieht. Dazu ist es noch sehr international: Vorwiegend sind hier Inder, Malaysier und Chinesen Zuhause, weshalb deren Sprachen auch die Amtssprachen sind. Aber mit allen kann ich auch problemlos auf Englisch kommunizieren, wie ich festgestellt habe.

Ein Highlight in Singapur ist es, abends draußen zu sein, wenn die modernen Bauten in buntesten Lichtern erstrahlen. Neulich saßen K. und ich am Clark Quay am Wasser, wo das Nachtleben tobt, und hatten eine wirklich grandiose Aussicht. In der Dunkelheit hat die Metropole noch eine völlig andere Wirkung als tagsüber. Ein Grund mehr für mich, lange aufzubleiben.

Samstag, 3. Oktober 2015

Phuket

Das Leben in der Stadt weist noch ganz andere Seiten Thailands auf als das auf der Kokospalmen-Insel. Eine interessante Erfahrung war es für mich, mit K. abends die Straßen entlang zu schlendern, wo Einheimische ihre Stände aufgebaut hatten, um Obst und Gemüse zu verkaufen. Und was für Obst! Bei vielem wusste ich nicht mal, was es überhaupt ist und wie man es isst. Schwer beladen mit Früchten kehrten wir in unsere Unterkunft zu zurück und probierten uns durch die Welt der exotischen Früchte. Jedermanns Geschmack ist es natürlich nicht und ein bisschen Neugier gehört schon dazu, um als Tourist so etwas zu probieren. An einem Abend entdeckte ich etwas an einer Straßenbude, von dem viele Leute mir vorher schon vorgeschwärmt hatten: Sticky Rice with Mango. Dazu Kokosmilch, also ganz vegan, und ich war glücklich.
Das Treiben auf den Straßen in Phuket ist nicht mit anderswo zu vergleichen, zumindest nicht mit den Orten, an denen ich schon war. Die Taxis sind hinten offen, sodass man über eine kleine Leiter hinaufklettern kann und eine gute Aussicht auf Verkehr hinter einen hat. Da ist Festhalten angesagt bei flotter Fahrt!
Künstler tummeln sich auch in kleinen Ateliers am Straßenrand, die uns zu gerne ihre Kunstwerke zeigen und auf Englisch was dazu erzählen. Mit den Motorbikes verhält es sich ähnlich wie auf der Insel: Sie scheinen in Thailand das beliebteste Fortbewegungsmittel zu sein, was ich sehr gut verstehen kann. Auf Ko Yao Noi konnte ich schließlich bereits feststellen, wie viel Spaß es macht, darauf zu fahren.
Als wir abends in der Dunkelheit in warmer Nachtluft durch die Straßen gehen (dabei muss ich vorgehen, weil auf den schmalen Bürgersteigen keine zwei Personen nebeneinander passen), sind die Straßen von roten Lampions erleuchtet, die das Mondfest ankündigen. Ein Stand reiht sich an den anderen, mit Sachen zum Essen, von denen wir ein paar Snacks mitnehmen ( um die Stände mit Innereien von Tieren mache ich lieber einen Bogen). An manchen Marktständen gibt es auch bunte Stofftaschen und Kleidung. Das ist Phuket. Noch ganz anders als die Insel, aber durchaus mit städtischem Charme. Ich denke, es hat sich gelohnt, beides zu erleben.

Mittwoch, 30. September 2015

Schmetterling im Morgentau

Bei einem Frühstück auf Ko Yao Noi entdeckte ich einen großen Schmetterling zwischen den Pflanzen. Daraufhin verfolgte ich ihn einige Sekunden mit der Kamera. Das farbenfrohe Bildmaterial ist in folgendemVideo zu sehen.

Insel-Leben für Anfänger

Auch in Thailand haben wir innerhalb weniger Tage tatsächlich eine Menge neuer Erkenntnisse gewonnen.

1. In Thailand gibt es eine interessante Art Ananas zu schneiden. (K. hat sogar überlegt, in Deutschland ein Geschäftsmodell daraus zu machen.)

2. Die Leute sind immer sehr nett und gastfreundlich.

3. Mit dem Motorbike zu fahren ist das Tollste überhaupt.

4. Junge Kokosnüsse, aus denen man mit einem Strohhalm trinken kann, schmecken richtig gut.

5. Das Essen ist allgemein sehr gut und dafür nicht teuer. Ich hätte nie gedacht, dass mir Ananas mir doch eines Tages schmecken könnte.

6. Die Natur ist wunderschön: Es gibt Inseln, die aus riesigen Felsen mit Tropfsteinhöhlen bestehen und vollkommen mit Bäumen und anderen Pflanzen bewachsen sind.

7. Es gibt viele wilde Hunde und Katzen in Thailand. Und bunte Schmetterlinge, Salamander und sandfarbene Kühe sowie Hühner auf der Straße.

8. Es gibt eine Regenzeit in Thailand.

9. Bungalows können viele Insekten enthalten, inklusive 5-cm-Kakerlaken und Salamander, die nachts im Bad auftauchen.

10. Die thailändischen Inselbewohner leben ärmlichen Verhältnissen, jedoch voller Frieden und Offenherzigkeit gegenüber Fremden.

11. Beim Motorbike sollte man auf die Benzinanzeige achten. (Wenn man mit dem Gefährt nicht auf der Straße plötzlich stehen bleiben möchte, weil einem der Treibstoff ausgegangen ist)

12. Beim Schnorcheln sollte man auf jeden Fall vermeiden, gegen die Felswand zu treten, während man voller Enthusiasmus einen vorbei schwimmenden Schwarm Zebrafische beobachtet. (Das gibt nämlich wunde Füße!)
Außerdem ist beim Schnorcheln das Wetter zu beachten, weil an manchen Tagen das Wasser trüb ist.

14. Wenn man einige Zeit auf so einer Insel verbringt, wird man möglicherweise irgendwann ihren speziellen Zauber entdecken . ;-)

Dienstag, 29. September 2015

Ko Yao Noi


K. und ich sind schon seit einigen Tagen in Thailand, doch wir haben schon so viele Eindrücke gesammelt, dass uns die Zeit länger vorkommt. Bevor ich dorthin gereist bin, sprachen viele davon, dass Thailand einen ganz speziellen “Zauber“ besäße. Ich würde sagen, nun habe ich verstanden, was sie damit gemeint haben. Auf der Insel Ko Yao Noi gab es jede Menge Kokospalmen, Strand mit blassblauem Wasser und in der Ferne grün bewachsene Felsinseln. Da in Thailand gerade Regenzeit ist, hatten wir an einigen Tagen monsunartigen Regen, bei dem wir uns fragten, wie die Wolken solche Mengen an Wasser enthalten können. Wenn dann die Sonne schien, begegneten uns bunte Libellen und Schmetterlinge, die mir schöner vorkamen als in jedem bisherigen Schmetterlingspark. Als K. und ich dann jeden Tag mit einem gemieteten Motorbike über Ko Yao Noi brausten und ich den Einwohnern, die wir in den letzten Tagen kennen gelernt hatten, zuwinken, da rückten viele Mühen, die die Reise mit sich gebracht hat, in den Hintergrund. Als K. und ich die Insel wieder verließen und weiterzogen, fiel mir der Abschied sehr schwer. Wie sehr es mir dort gefallen hatte, trotz der einfachen Unterkunft, die praktisch am Dschungel grenzte,  wurde mir erst im Nachhinein bewusst. “Ich glaube, ich habe mich in das Inselleben verliebt“, sagte ich, sobald ich auf den Straßen Phukets stand. Ich bin sicher, dass ich die Tage auf Ko Yao Noi mein Leben lang nicht vergessen werde. Die Atmosphäre, die ich dort erlebt habe, ist eine ganz andere als in Europa.

Freitag, 18. September 2015

Donnerstag, 17. September 2015

Auf nach Asien!

Bisher bin ich nie über Europa hinausgekommen. Schon öfter hatte ich früher mit dem Gedanken gespielt, eine Reise zu machen, die weiter weg führt. Doch konkret habe ich mich erst dafür entschieden, als es mit meinem geplanten Freiwilligen Sozialen Jahr nicht geklappt hat. Da stand für mich fest: Ab ins Ausland! Und zwar weit, weit weg.
Nach dem Abitur habe ich Fernweh verspürt wie nie zuvor. Da draußen wartet eine große weite Welt auf uns, die es sich zu sehen lohnt! Mein Wunsch ist es, noch andere Seiten von diesem Planeten kennen zu lernen. Deshalb habe ich wochenlang gejobbt, um auch diesen Traum wahr werden zu lassen

Manche haben sich gefragt, warum ich denn nach Asien will und was ich mir von dieser Reise erhoffe. Für mich ist es so, dass alles außerhalb von Europa für mich bisher nur auf Fotos, Erlebnisberichten, Zeitungsartikeln und Filmen existiert. Das will ich ändern. Nun möchte ich selbst die Atmosphäre der asiatischen Länder erleben, die Dinge dort mit eigenen Augen sehen. Von der asiatischen Küche, die ich sehr mag, kosten.
Ich denke, wir Menschen reisen oft deswegen, weil uns die Ferne fasziniert. So geht es mir jedenfalls. Manchen Ländern soll eine ganz besondere Magie innewohnen.
Ich möchte gern nach Asien und nicht nach Amerika oder Australien, weil ich denke, dass der Kontinent so facettenreich und anders ist wie es sonst nirgends der Fall ist. Das ist das, was mir daran so gefällt und was ich unbedingt erleben möchte.
Jetzt ist zudem genau der richtige Zeitpunkt. Ich weiß genau, dass ich es hinterher bereuen würde, würde ich diese Reise nicht machen.
Ich werde sicher viele neue Eindrücke gewinnen und spannende Dinge erleben. Um sie mit euch zu teilen, habe ich zusätzlich zu "Paminas Welt" diesen Blog erstellt. Dann heißt es bald: Auf nach Asien! ;)